Mittwoch, 10. Februar 2010

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06.11.2009
 

Kampf um Opel

GM-Europa-Chef Forster macht Platz für harten Sanierer

Von Dietmar Hawranek

Getty Images

Auf die Opel-Beschäftigten kommen harte Zeiten zu: Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors, verlässt den Konzern. Sanierungsbeauftragter wird nach SPIEGEL-Informationen der US-Manager Nick Reilly. Dessen Ernennung dürften die Arbeitnehmer in Deutschland als Provokation ansehen.

Hamburg - Er hat genug: GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster, der Opel zu vielfach ausgezeichneten Modellen wie dem Insignia verholfen und die Qualität der Modelle deutlich erhöht hat, verlässt den Konzern. Grund dafür: Den plötzlichen Schwenk des GM-Verwaltungsrats, der Opel nun doch nicht an das Konsortium um den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkaufen will, kann Forster nicht nachvollziehen.

Für die Opel-Beschäftigten könnten nun die schlimmsten Befürchtungen wahr werden: Denn GM schickt nach SPIEGEL-Informationen Nick Reilly als Sanierungsbeauftragten nach Europa. Die Ernennung des Managers ist eine Provokation für den deutschen Autobauer, denn bislang war er für das Asiengeschäft und die Billig-Marke Chevrolet verantwortlich, die Opel das Leben in Europa immer schwerer gemacht hat. Während GM mit der Marke Chevrolet in neue Wachstumsmärkte expandierte, wurde Opel zur europäischen Regionalmarke degradiert.

Die Personalie zeigt, dass sich GM von den Protesten der Opel-Belegschaft offenbar nicht beeindrucken lässt. Zugleich entmachtet der US-Konzern mit der Entscheidung Opel-Chef Hans Demant, dem die Sanierung nicht zugetraut wird.

Bereits am Donnerstag zeichnete sich ab, dass der US-Konzern den Sanierungsjob bei Opel schnell vergeben wollte. "Binnen Tagen oder Wochen" wolle man ein neues Führungsteam für Opel/Vauxhall zusammenstellen, hatte GM-Chef Fritz Henderson zuvor in Detroit erklärt.

Gute Kontakte zu Vauxhall und in die britische Regierung

Dass Forster für den Job nicht mehr in Frage kam, hat auch damit zu tun, dass er sich wiederholt für einen Verkauf von Opel an Magna stark gemacht und die Entscheidung des Mutterkonzerns ungewöhnlich offen kritisiert hatte. "So ein plötzlicher Schwenk ist kaum nachzuvollziehen. (...) Ich hätte mir gewünscht, dass es zu einem ganz anderen Ergebnis kommt", sagte er noch am Mittwoch bei der Verleihung des Goldenen Lenkrads der "Bild am Sonntag".

Nick Reilly betreut das Asiengeschäft von General Motors seit dem 1. Juli 2006. Reichlich Europa-Erfahrung sammelte der gebürtige Brite bereits in früheren Stationen seiner Karriere. Für GM war er unter anderem in Belgien, Großbritannien und der Schweiz tätig. Immer wieder arbeitete er dabei für die britische GM-Marke Vauxhall.

Reilly ist Cambridge-Absolvent und wurde im Jahr 2000 zum Commander of the British Empire ernannt - als Anerkennung für seine besonderen Leistungen für die britische Automobilindustrie. Unter anderem beriet er die Regierung in Infrastrukturfragen. Die komplette Biografie des Managers ist auf der General-Motors-Web-Seite nachzulesen.

Abgang eines erfolgreichen Opel-Sanierers

Forster war seit Juni 2004 für die Geschäfte von GM-Europa verantwortlich. Er hatte sich für diese Position empfohlen, indem er die Marke Opel erfolgreich sanierte. Seine Karriere in der Automobilindustrie hatte der ehemalige McKinsey- Manager 1986 bei BMW begonnen. Zehn Jahre später nahm er die Geschicke von BMW-Südafrika in die Hand, um zwei Jahre später in den Vorstand des Münchner Autoherstellers aufzurücken.

Der erste Karriereknick folgte im Jahr 2000, als Forster von einem Tag auf den anderen von seinen Aufgaben entbunden wurde. Wenige Monate später heuerte er bei Opel an. Dort gelang es ihm in Rekordzeit, den Opel-Arbeitern ihr Selbstbewusstsein wiederzugeben und der Marke wieder zu altem Glanz zu verhelfen.

Jetzt ist nicht nur Forsters Zukunft weitgehend offen - sondern auch die seines Ziehkinds: Nach Angaben der Bundesregierung wird sich GM voraussichtlich kommende Woche konkreter zu seinen Plänen für die Tochter Opel äußern. Es gebe entsprechende Signale von GM, sagte Regierungssprecher Christoph Steegmans am Freitag in Berlin.

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14. November 2008: Opel muss in Folge der Schieflage des Mutterkonzerns GM um die Unterstützung aus den USA fürchten und bittet als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen, nach Unternehmensangaben geht es um "etwas mehr als eine Milliarde Euro".
17. Februar 2009: Nach einem Rekordverlust arbeitet General Motors Pläne für einen Jobkahlschlag aus. Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern will 47.000 Stellen streichen - davon 26.000 außerhalb der USA, viele in Deutschland.
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