Frankfurt am Main - Er hatte bis zuletzt an Opel geglaubt, doch er kam nicht zum Zug: Magna-Chef Siegfried Wolf äußert sich erstmals ausführlich zur gescheiterten Übernahme des deutschen Autoherstellers Opel. Als er erfahren habe, dass der US-Mutterkonzern General Motors seine Tochter Opel doch behalten wolle, habe er dies zunächst für einen Witz gehalten, berichtet Wolf in der "Bild am Sonntag".
GM-Chef Fritz Henderson habe ihn telefonisch über die Entscheidung informiert. "Ich war so überrascht, dass ich ihn gefragt habe: 'Machen Sie Witze?' Und er sagte: 'Nein, wir haben so entschieden.'"
Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna wollte gemeinsam mit der russischen Sberbank bei Opel einsteigen. Die Bundesregierung war bereit gewesen, diesen Deal mit Milliardenbürgschaften zu unterstützen. Auch der Mutterkonzern GM schien lange Zeit willens, Opel an Magna zu verkaufen. Vor wenigen Tagen jedoch entschieden sich die Amerikaner plötzlich anders - und erklärten, Opel doch zu behalten.
Wolf sagt nun in der "Bild am Sonntag", GM habe eine große Verantwortung für Opel. "Es muss GM gelingen, die Wogen zu glätten und Vertrauen zurückzugewinnen. Das bedarf großen Fingerspitzengefühls."
Die Treuhand verliert ihre Bedeutung
Einfach dürfte dies nicht werden. Denn in der Führung von General Motors ist Chaos ausgebrochen. Der bisherige GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster geht, zwei altgediente Spitzenkräfte aus den USA sollen nun kommen, um die Sanierung von Opel voranzutreiben.
Wennemer saß für den Bund in der Treuhand, die für die Opel-Sanierung eine Schlüsselrolle spielte. Er stimmte aber zum Ärger der Regierung nicht für den Verkauf von Opel an Magna. Wennemer hielt einen Umbau von Opel für nötig, damit das Rüsselsheimer Unternehmen nicht in ein paar Jahren pleite ist.
Harte Zeiten für die Autobranche
Am Freitag war bereits der Vertreter der Bundesländer in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, abberufen worden. Nachfolger wird NRW-Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz (CDU). Wennemer sagte der "Welt am Sonntag", dadurch, dass Pfeil durch einen Politiker ersetzt werde, sei das Gremium "politisiert worden". Dies widerspreche seiner Überzeugung: "Das hat für mich den Ausschlag gegeben." Auch Pfeil hatte in der Treuhand dem Opel-Verkauf seine Stimme verweigert und damit die Bundesländer brüskiert, für die er in dem Gremium saß.
Fest steht: Auf Opel kommen harte Zeiten zu. Die Arbeitnehmervertreter haben bereits harte Proteste gegen den GM-Sanierungskurs angekündigt. GM will 10.000 der insgesamt 50.000 Arbeitsplätze in Europa streichen.
Dabei ist Opel nicht der einzige Autohersteller mit Problemen. Gleich drei führende Automanager äußern sich in der "Bild am Sonntag" besorgt über die Zukunft der Branche. VW-Chef Martin Winterkorn hält die Lage für "dramatisch", Daimler-Boss Dieter Zetsche mahnt Investitionen in die Zukunft an, und der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer kündigt neue Klimaschutzmaßnahmen an, damit das Unternehmen "in zehn Jahren noch existiert".
"Wir versuchen, uns mit Kurzarbeit zu retten"
Konkret sagte Winterkorn: "Das Jahr 2010 wird schwieriger werden als das Jahr 2009. Bis wir wieder auf Volumina kommen, wie sie für 2011, 2012 prognostiziert waren, wird noch einige Zeit vergehen. Die Lage hat sich zwar entspannt zum Ende des Jahres, aber insgesamt bleibt sie dramatisch." Zur Sicherheit der Arbeitsplätze sagte Winterkorn: "Wir werden versuchen, uns mit Kurzarbeit, wenn sie notwendig ist, zu retten. Wenn die Kurzarbeitsphase durch die Bundesregierung verlängert wird, wird das sicherlich helfen, Stammarbeitsplätze zu halten."
Daimler-Chef Zetsche sagte: "Wir haben einerseits auf die einbrechenden Märkte mit entsprechender Kostenanpassung reagieren müssen. Auf der anderen Seite kann am Ende des Tages nur das Produkt und die Marke gewinnen." Man habe mit Kostenanstrengungen "einen Riesenschritt nach vorne machen können. Aber viel wichtiger ist, dass die neuen Produkte hervorragend ankommen, dass wir in Zukunftsmärkten wie China schnell wachsen".
BMW-Boss Reithofer spricht von einem "Spagat", den die Autobranche bewerkstelligen müsse. "Zum einen müssen wir die Wirtschaftskrise bestehen, zum anderen müssen wir in die Zukunft investieren. Und wir müssen in diesem Zeitraum weiter nach vorne blicken als wir es je mussten." Der Grund dafür sei einfach: "Wenn die EU-Grenzwerte für Emissionen wirklich kommen, dann muss ich ein Unternehmen strategisch darauf einstellen, wenn ich will, dass es in zehn Jahren noch existiert."
wal/AP/dpa
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........... Da täuschen Sie sich aber wohl gewaltig! 100 bis 150 Mio. Wanderarbeiter, die für fast nichts arbeiten, in China! mehr...
............. Sie da aufzählen, die meisten davon banal, andere überflüssig. Was hat das mit China zu tun? Daß Produktion in China stattfindet ist klar. Daß aber auch immer mehr hochwertige Entwicklungsarbeit z.B. aus der EU [...] mehr...
Nachtrag zum aktuellem "Einkommen" der BRD. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,676967,00.html ---Zitat--- Das Produktionsvolumen sank um 25 Prozent auf *151 Milliarden Euro*, der Umsatz ging um 23 [...] mehr...
Grosse Geschäfte? Eher Lückenfüller die zu Dumpinglöhnen Tagesjobber beschäftigen - deren Gewinn für die Gesellschaft ziemlich nahe bei Null liegt. Handyverkäufer etc. sind nett, aber längst haben sich der Verkauf davon ins [...] mehr...
Eine wunderbare Definition des Berufs des Managers :-) mehr...
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