New York - General Electric (GE) und Comcast haben sich nach Angaben von Insidern auf einen Wert für NBC Universal geeinigt. Wie eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag sagte, bezifferten die beiden Parteien den Wert des neuen Mischunternehmens auf rund 30 Milliarden Dollar. Die Einigung auf einen Wert für das Gemeinschaftsunternehmen zwischen dem Kabelnetzbetreiber und der GE-Tochter gilt als wichtiger Schritt für den geplanten Verkauf.
GE will sich aus dem Mediengeschäft zurückziehen und seine Tochter NBC Universal verkaufen. Das US-Industriekonglomerat hält derzeit einen Anteil von 80 Prozent an NBC Universal. Für GE ist die Verringerung des Anteils schmerzhaft: Der Industrieriese hatte das Film- und Fernsehreich NBCU über ein Vierteljahrhundert mühsam aufgebaut - und muss jetzt sein Scheitern eingestehen.
GE und Comcast lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Bei Vivendi war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Zu NBC Universal gehören unter anderem ein Fernsehnetz, Themenparks, ein Filmstudio und neben CNBC auch der Kabelsender MSNBC. Der TV-Sender, einst die Heimat des "Must-See TV" ("ER", "Friends", "Seinfeld"), ist im Quotenrennen mit anderen Stationen inzwischen auf Platz vier abgeschmiert - hinter CBS, ABC und Fox. Spötter sprechen vom "gerupften Pfau" - in Anspielung auf das NBC-Maskottchen.
Comcast soll den Plänen zufolge später 51 Prozent an NBC Universal halten - und so zum "nächsten amerikanischen Mediengiganten" ("New York Times") werden. Der französische Medienkonzern Vivendi, dem 20 Prozent von NBC Universal gehören, habe dem Deal jedoch noch nicht zugestimmt, hieß es. Vivendi hatte allerdings schon zuvor angekündigt, seine Anteile bis Anfang Dezember aufzugeben und damit den Weg für eine Übernahme durch Comcast zu ebnen.
Der Verkauf von NBC Universal wäre der nächste große Mediendeal in den USA. Andere Großdeals dieser Art haben sich im Nachhinein als fataler Irrweg erwiesen. Musterbeispiel ist Time Warner , das sich bis spätestens Ende 2009 seiner Internettochter AOL entledigen wird - nach acht Jahren öffentlich missratener Ehe.
ssu/Reuters
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