New York - Die EU-Kommission hat der Übernahme des Computerherstellers Sun Microsystems
Inc durch das Software-Unternehmen Oracle
Corp's widersprochen. Begründet wurde die Entscheidung am Montag mit einer Gefährdung des Wettbewerbs.
Das Sieben-Milliarden-Dollar-Geschäft steht damit wieder infrage. Die Kommission erklärte, eine Kombination der Datenbankprodukte MySQL von Sun mit den Oracle-Produkten könnte zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Datenbankenmarkt führen. Sun gab die Position der EU-Kommission in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC wider.
Oracle erklärte, der Widerspruch der EU-Kommission basiere auf einem tiefem Missverständnis. Das Unternehmen werde vehement gegen diese Entscheidung ankämpfen. Auch die US-Regierung machte sich umgehend für die Übernahme stark. Das Justizministerium erklärte, der Wettbewerb werde nicht unter der Übernahme leiden und Verbraucher hätten noch immer genug Auswahl bei Datenbankprodukten.
Das Ministerium drückte die Hoffnung aus, dass sich die Unternehmen zügig mit der Kommission einigen könnten. Der SAP-Konkurrent Oracle wollte die Übernahme von Sun ursprünglich Ende August abschließen und erhielt dafür bereits grünes Licht von den US-Behörden.
Schon im September hatte Oracle-Chef Larry Ellison die EU-Behörde für die Verzögerung des Geschäfts kritisiert und erklärt, Sun verliere deshalb rund hundert Millionen Dollar pro Monat.
jok/REUTERS
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH