Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



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10.11.2009
 

Opel-Sanierung

Henderson sucht die Versöhnung mit Betriebsrat Franz

Proteste von Opel-Beschäftigten am vergangenen Donnerstag: Tief sitzendes Misstrauen
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DDP

Proteste von Opel-Beschäftigten am vergangenen Donnerstag: Tief sitzendes Misstrauen

Die Gespräche werden nicht einfach: Bei seinem Besuch in Rüsselsheim wird Fritz Henderson am Dienstag mit Betriebsratschef Klaus Franz zusammentreffen. Dabei muss der GM-Chef gegen tiefes Misstrauen der Mitarbeiter ankämpfen - und sie gleichzeitig für die drastischen Sparpläne gewinnen.

Rüsselsheim - Nach der Konfrontation mit der Opel-Belegschaft trifft sich General-Motors-Chef Fritz Henderson auf seiner Versöhnungstour am Dienstag mit dem Betriebsrat. Bei den Gesprächen in Rüsselsheim dürften die weit auseinanderliegenden Positionen Hendersons und des Gesamtbetriebsratvorsitzenden Klaus Franz aufeinanderprallen.

General Motors (GM) will nach dem überraschend abgesagten Verkauf von Opel zur Sanierung der Tochter rund 10.000 von 50.000 Stellen streichen. Der Konzern erwägt auch die Schließung von drei Werken, darunter Bochum und Eisenach. Der Betriebsrat lehnt dies ab und fordert die Umwandlung von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft sowie mehr Mitbestimmungsrechte.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa will General Motors (GM) seiner deutschen Tochter künftig durchaus mehr Eigenständigkeit erlauben. Am Nachmittag wird Henderson bei einem Pressegespräch in Rüsselsheim über die Pläne für die Zukunft von Opel berichten. Der GM-Chef hatte bereits am Vortag in der Opel-Zentrale die Verhandlungen über einen neuen Sanierungsplan für den deutschen Autohersteller aufgenommen. Dazu führte er Gespräche mit dem scheidenden GM-Europachef Carl-Peter Forster und weiteren deutschen Managern.

Für den Standort Bochum, der lange auf der Streichliste des US-Konzerns stand, hat GM inzwischen ein neues Konzept erarbeitet. Insgesamt will der Autobauer die Fixkosten bei Opel um 30 Prozent senken. GM hofft weiter auf Staatshilfe und will dazu auch Gespräche mit der Bundesregierung führen. Hierzu hatte es zuletzt unterschiedliche Signale aus der Politik gegeben. Dabei könnte die Sanierung teurer werden als bislang gedacht: Während GM selbst drei Milliarden Euro veranschlagt, beziffert die US-Ratingagentur Moody's die Kosten auf deutlich mehr als fünf Milliarden Euro.

Auch die Personaldiskussion geht weiter. Nach wie vor offen ist, welcher Manager nach einer Übergangsphase die Nachfolge Forsters antreten soll, der beim indischen Tata-Konzern unterschrieben hat. Im Gespräch sind zahlreiche ehemalige deutsche Automanager. Am Wochenende hatte der Konzern versöhnliche Signale gesendet und erklärt, der Chefposten in Europa solle möglichst von einem Europäer besetzt werden, um die Spannungen zwischen dem US-Konzern und der europäischen Belegschaft abzubauen.

mik/dpa/ddp

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14. November 2008: Opel beklagt infolge der Finanzkrise massive Verluste und bittet als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen, nach Unternehmensangaben geht es um "etwas mehr als eine Milliarde Euro".
17. Februar 2009: Auch General Motors leidet und plant einen Jobkahlschlag. Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern will 47.000 Stellen streichen - davon 26.000 außerhalb der USA, viele in Deutschland.
27. Februar: Opel beschließt, sich weitgehend von GM abkoppeln zu wollen. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.
2. März: Opel-Manager legen der Bundesregierung einen Rettungsplan vor.
31. März: Kanzlerin Merkel stellt Unterstützung in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg.

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Das jüngste Opel-Werk wurde 1992 im westlichen Thüringen eröffnet. Der Schwerpunkt der Produktion liegt auf dem kleinen Corsa. Insgesamt bietet der Autobauer in Eisenach rund 1800 Menschen Arbeit.

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