Düsseldorf - Der Energiekonzern E.on
verkauft wie erwartet sein Hochspannungsstromnetz an den niederländischen Netzbetreiber Tennet. Der Kaufpreis liegt inklusive der Unternehmen vorhandenen Barmittel voraussichtlich bei 1,1 Milliarden Euro, wie der im Dax notierte Versorger am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Der Unternehmenswert wurde auf 885 Millionen Euro festgesetzt. Der Aufsichtsrat habe am Vortag grünes Licht gegeben.
Mit dem Verkauf seien die Verpflichtung gegenüber der EU-Kommission nahezu erfüllt. E.on hatte sich 2008 im Rahmen eines EU-Kartellverfahrens zum Verkauf seines 10.700 Kilometer langen Übertragungsnetzes in Deutschland verpflichtet. Tennet betreibt in den Niederlanden das Stromnetz.
Auch Konkurrent Vattenfall Europe
steht kurz vor dem Verkauf seines Stromnetzes. Ein Konsortium um die Deutsche Bank
, Allianz
und Goldman Sachs
, das sich
ursprünglich für das E.on-Netz interessiert hatte,gilt als möglicher Interessent.
Damit lösen sich zwei der vier großen Energiekonzerne von der bisherigen Strategie eines integrierten Stromunternehmens, das die komplette Kette von der Stromproduktion über den Transport bis zum Vertrieb kontrolliert. Für die Verbraucher könnte der Netzverkauf ein wichtiger Schritt zu sinkenden Strompreisen sein. Denn die Tatsache, dass sich Stromnetze und Kraftwerke in einer Hand befinden, gilt als eines der größten Wettbewerbshindernisse auf dem deutschen Strommarkt.
E.on und Vattenfall verhindern die "Deutsche Netz AG"
Für beide Unternehmen wurde der Netzbetrieb zuletzt zunehmend schwieriger, da ihre Gebiete auch an der Küste liegen. Sie hätten wegen des geplanten Ausbaus der Windkraft auf hoher See in den kommenden Jahren Milliarden in den Ausbau des Netzes investieren müssen. In dem regulierten Markt, in dem die Netzagentur des Bundes die Preise festlegt, sind mit diesem Geld zwar sichere, aber nicht hohe Renditen wie in der Stromproduktion zu erzielen.
Die Gründung einer von der Bundesregierung angestrebten "Deutschen Netz AG", in der die Übertragungsleitungen von den Stromkonzernen getrennt gebündelt werden sollen, dürfte damit deutlich schwieriger werden. "Mit dem Verkauf der Netze von E.on und Vattenfall an zwei verschiedene Käufer sind Fakten geschaffen, die sich nur schwer rückgängig machen lassen dürften", heißt es in Branchenkreisen.
Die beiden anderen Stromkonzerne RWE
und EnBW
beharren bislang auf ihren Netzen. Branchenexperten rechnen damit, dass der Druck auf sie nach den Verkaufsentscheidungen von Vattenfall und E.on weiter wachsen wird.
ore/dpa-afx/AP
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Energiekonzerne - zu viel Macht? Hallo, nicht nur die ! Man sieht j auch an dem Opel ding was sich die wirtschaft bzw. einzelen unternehmen rausnehmen können. Also bezogen darauf wie die mit der regierung aus schwarz/gelb [...] mehr...
Treffend bemerkt! Die EU ist sozialfeindlich und ohne Volksbasis. Sie ist eine Schande für den gesunden Menschenverstand. - mehr...
Aber ist das nicht der Hauptzweck dieses Machwerks? mehr...
Die EU ist ein riesiges Monstrum --- ein seelenloser Kapital-Bedienungs-Apparat. Das tollste Beispiel dafür, daß diese EU in keiner Weise aus der katastrophalen Finanzkrise gelernt hat, liefert uns jetzt die [...] mehr...
"Als Käufer des (Strom)Netzes kommt laut "FTD" ein Konsortium aus Töchtern von Deutscher Bank und Goldman Sachs in Frage." Im Augenblick stehen wir als Verbraucher bei den Stromkosten im Regen. Nach dem [...] mehr...
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