Mittwoch, 10. Februar 2010

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11.11.2009
 

Dicke Gewinne

E.on hortet zehn Milliarden Euro

Kühltürme eines E.on-Kernkraftwerks: In kurzer Zeit sechs Milliarden Euro eingenommen
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AP

Kühltürme eines E.on-Kernkraftwerks: In kurzer Zeit sechs Milliarden Euro eingenommen

Die Energieriesen füllen ihre Kassen: E.on hat durch den Verkauf von Unternehmensteilen Milliarden eingenommen, vorerst legt der Konzern das Geld auf die hohe Kante. Auch Vattenfall sammelt gigantische Summen - offenbar um ein neues Atomkraftwerk zu bauen.

Düsseldorf - Es sind gigantische Summen, die der größte deutsche Energiekonzern E.on Chart zeigen anhäuft. Mit der Abgabe von Kraftwerkskapazitäten, dem Verkauf der Thü++++ga-Beteiligungen und des Hochspannungsnetzes habe das Unternehmen in kurzer Zeit rund sechs Milliarden Euro erlöst, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen. Das Unternehmen hatte vor wenigen Tagen knapp 11.000 Kilometer seines Hochspannungsnetzes an den niederländischen Staatsbetrieb Tennet verkauft, um einer Kartellstrafe der europäischen Union zu entgehen.

Bis Ende 2010 sollen noch weitere vier Milliarden Euro durch Verkäufe von Unternehmensteile hinzukommen. Die Mittel will E.on vor allem in den Ausbau der Stromerzeugung investieren. Das seien Zukunftsinvestitionen und trotz der rezessionsbedingten Nachfragedelle notwendig, betonte Bernotat.

Dabei rechnet der E.on- Vorstandsvorsitzende, der im kommenden Jahr den Chefsessel für seinen Stellvertreter Johannes Teyssen räumt, schon im kommenden Jahr mit einer steigenden Nachfrage. Auch der Bedarf an neuen Kraftwerkskapazitäten werde bis 2015 in Europa steigen.

Auch die Kasse des Energiekonzerns Vattenfall ist gut gefüllt. Das Unternehmen will Presseberichten zufolge neben seinem deutschen Stromnetz auch Leitungen im heimischen Schweden verkaufen. Der Stockholmer Fernsehsender TV4 berichtet unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen aus dem Aufsichtsrat, dass Vattenfall mit den erhofften Einnahmen von 50 Milliarden Kronen (4,9 Milliarden Euro) den Bau eines Atomkraftwerkes in Großbritannien finanzieren will.

E.on will 1,5 Milliarden Euro einsparen

Über die Berichte zum geplanten Verkauf des schwedischen Stromnetzes mit 850.000 angeschlossenen Kunden - fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung - hieß es, dass der Aufsichtsrat sich mit entsprechenden Plänen beschäftigt habe. "Eine Entscheidung ist aber derzeit nicht aktuell."

E.on hatte in den ersten neun Monaten 2009 Probleme: Ein rückläufiger Gasabsatz ließ die Umsätze des Konzerns um zwei Prozent auf 59,3 Milliarden Euro sinken. Belastungen aus der Wirtschaftskrise, Stillstände von Kernkraftwerken sowie entfallende Ergebnisbeiträge durch den Verkauf von Kraftwerkskapazitäten seien aber durch die Aktivitäten in Frankreich und Rumänien wieder aufgefangen worden.

Zügig voran kommt E.on Bernoat zufolge mit seinem Sparprogramm, das dem Konzern bis Ende 2011 jährlich Entlastungen von 1,5 Milliarden Euro bringen soll. Ohne betriebsbedingte Kündigungen und mit sozialverträglichen Lösungen will das Unternehmen dabei mehrere Tausend Stellen einsparen.

Es werde keine größere Entlassungen geben, unterstrich Bernotat. Das Programm, das sich ursprünglich auf die Strom- und Gasgeschäfte von E.on in Deutschland, England und Skandinavien konzentrierte, sei inzwischen auf die Sparten Erneuerbare Energien und Energiehandel sowie auf die Länder, Italien, Russland und Spanien ausgeweitet worden.

Kritik von Schwedens Wirtschaftsministerin

Vattenfall wiederum hat weniger finanzielle Probleme - als vielmehr politische. Die schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson kritisierte, die "Ereignisse der jüngsten Zeit" seien aus Sicht des staatlichen Eigners nicht gut für den Ruf des Unternehmens. Das in Deutschland wegen der Pannen in seinen seit Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel massiv in die Schlagzeilen geratene Unternehmen wird auch in der schwedischen Öffentlichkeit seit längerem heftig kritisiert.

Dabei geht es neben Sicherheitsstandards in heimischen Atomkraftwerken vor allem um massive Vattenfall-Investitionen in deutsche und polnische Kohlekraftwerke, die nach Meinung der Stockholmer Regierung als alleinigem Anteilseigner an dem Staatskonzern nicht im Einklang mit Schwedens Klimapolitik stehen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der sozialdemokratischen Opposition, Tomas Eneroth, sagte zum möglichen Verkauf: "Es ist völlig inakzeptabel, einen so wichtigen Teil unserer Infrastruktur wie das Stromnetz zu privatisieren."

fro/dpa/dpa-AFX

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