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13.11.2009
 

Häufiger Stillstand

Atommeiler fallen bis zu 30 Prozent ihrer Betriebszeit aus

Atomkraftwerk Brunsbüttel: In 32 Jahren Betriebszeit nur 23 Jahre am NetzZur Großansicht
REUTERS

Atomkraftwerk Brunsbüttel: In 32 Jahren Betriebszeit nur 23 Jahre am Netz

Von wegen fast immer am Netz: Die deutschen Atomkraftwerke stehen wegen Nachrüstungen oder technischer Probleme bis zu rund 30 Prozent ihrer Betriebszeit still. Den Negativrekord hält der Pannenreaktor Brunsbüttel.

Berlin - Die Atomindustrie behauptet stets, ihre Technologie sei besonders zuverlässig. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit: Deutsche Atomkraftwerke fallen wegen Nachrüstungen oder technischer Probleme bis zu rund 30 Prozent ihrer Betriebszeit aus. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Statistik des Bundesumweltministeriums.

Danach habe das Kernkraftwerk Brunsbüttel die längsten Stillstandszeiten. In seinen 32 Jahren Laufzeit sei der Meiler insgesamt neun Jahre nicht am Netz gewesen. Ähnliche Zahlen lägen dem Ministerium auch von anderen Atomkraftwerken vor. So sei der Reaktor in Biblis A in 34 Jahren Laufzeit insgesamt fünf Jahre abgeschaltet, das Kernkraftwerk Krümmel in 25 Jahren Laufzeit vier Jahre nicht am Netz gewesen. Biblis B hatte demnach in 32 Jahren Laufzeit drei Jahre Stillstand.

Wie die Zeitung weiter berichtete, wurden den Atom-Aufsichtsbehörden seit 1974 insgesamt 306 Reaktorschnellabschaltungen in den 17 deutschen Atomkraftwerken gemeldet. Die meisten Abschaltungen gab es demnach in den Meilern Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 mit jeweils 39.

Besonders die deutsche Tochter des schwedischen Energieversorgers Vattenfall hat mit ihren Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel immer wieder zu kämpfen. Offenbar steht der Energiekonzern wegen der Probleme in Deutschland sogar vor einem Führungswechsel. Wie der schwedische Rundfunksender "SR" am Freitag berichtete, plant die Regierung die Ablösung von Lars G. Josefsson (59) als Chef von Vattenfall Europe Chart zeigen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson warf Josefsson am Vorabend eine Haftungsverpflichtung für die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel vor, die für Schweden "nicht akzeptabel" sei.

AFP/dpa/böl

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