Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



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14.11.2009
 

Stärkung von Opel-Stammsitz

GM verlegt Europazentrale nach Rüsselsheim

Opel-Stammsitz in Rüsselsheim: Stärkung des Standorts
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DPA

Opel-Stammsitz in Rüsselsheim: Stärkung des Standorts

General Motors setzt erneut ein Zeichen des guten Willens: Der Opel-Mutterkonzern verlegt seine Europazentrale von Zürich nach Rüsselsheim. Der Umzug dürfte helfen, die Bundesregierung für eine Milliardenhilfe zu gewinnen. Denn nach SPIEGEL-Informationen ist Kanzlerin Merkel dazu grundsätzlich bereit.

Zürich/Rüsselsheim - Die Charmeoffensive von General Motors (GM) geht weiter: Der Opel-Mutterkonzern verlegt seine Europazentrale von Zürich nach Rüsselsheim. "Wir wollen damit die Marke Opel und den Standort stärken", sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Rüsselsheim ist der Stammsitz von Opel.

Mit dem Verkauf der Tochter Saab habe GM seine Mehrmarken-Strategie aufgegeben und konzentriere sich in Europa nun auf Opel. Der Umzug der rund 150 GM-Mitarbeiter aus Zürich soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Dort bleibt dann nur noch die Verwaltung der GM-Tochter Chevrolet.

Erst Anfang November hatte GM entschieden, Opel zu behalten und nicht an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Nach diesem überraschenden Strategieschwenk, der bei der Opel-Belegschaft und bei der Bundesregierung auf großes Unverständnis gestoßen war, hatte GM in den vergangenen Tagen bereits mehrfach Zeichen des guten Willens gesetzt. So hatte Konzernchef Fritz Henderson sich unter anderem für das unabgesprochene Vorgehen entschuldigt und angekündigt, dass mittelfristig ein deutschsprachiger Manager an der Spitze von Opel stehen soll.

Kanzleramt rechnet mit Antrag auf Staatshilfe

Unklar war aber zuletzt wieder, ob GM zur notwendigen Sanierung von Opel auch staatliche Milliardenhilfen aus Deutschland in Anspruch nehmen will und ob diese bewilligt würden. Über die letztere Frage dürfte es nun auch zum Streit in der Bundesregierung kommen.

Denn die Erklärung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), GM verlange keine deutschen Hilfen mehr, stießen nach Informationen des SPIEGEL im Kanzleramt und im Finanzministerium auf Verwunderung. Beide Regierungsressorts rechnen damit, dass die Amerikaner einen entsprechenden Antrag stellen werden. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) seien auch grundsätzlich bereit, Hilfen für Opel bereitzustellen, selbst wenn das Unternehmen im Besitz des US-Konzerns bleibt, hieß es in beiden Häusern.

So habe GM der Bundesregierung bereits angekündigt, schon bald ein Sanierungskonzept für die deutsche Tochter vorzulegen. Das wäre überflüssig, wenn die Amerikaner keine staatliche Hilfe wollten, sagt ein Insider. Schon in der Großen Koalition stimmten das Wirtschaftsministerium auf der einen Seite, sowie Kanzleramt, Finanzministerium und Bundesländer auf der anderen Seite selten darin überein, wie Hilfen für Opel zu beurteilen seien. Diese Frontstellung setzt sich in der neuen Bundesregierung offenbar fort.

Gewerkschaft rechnet mit hohem Sanierungsbedarf

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte im Gespräch mit dem SPIEGEL, die Vorgänger-Regierung habe im Fall Opel viele Fehler gemacht. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle übernehme deshalb ein schwieriges Erbe. "Jetzt geht es darum, die Belegschaft und die Betriebsräte in ihrem berechtigten Kampf um die Erhaltung der Arbeitsplätze zu unterstützen."

Unklarheit herrscht zudem noch darüber, wie hoch der Sanierungsbedarf von Opel ist. GM hatte diesen zuletzt auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. Der IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild rechnet jedoch mit doppelt so hohen Kosten. "Ich gehe davon aus, dass eine Restrukturierung, die auch eine Vorwärtsstrategie eröffnet, über sechs Milliarden, wahrscheinlich eher sieben Milliarden Euro kostet", sagte er der "Wirtschaftswoche". "Die Restrukturierungskosten steigen zudem mit jedem Monat, in dem der Umbau nicht angepackt werden kann."

Schild hat allerdings Zweifel, dass GM über die notwendigen Finanzmittel und kompetenten Manager für eine Sanierung verfügt. "Zunächst braucht es ein Konzept und dann die personellen und finanziellen Ressourcen, um es umzusetzen. Ich frage mich allerdings, woher das nötige Geld kommen soll. GM steht nach der Insolvenz nur scheinbar gut da. Jedenfalls: Wer ein eigenständiges Unternehmen Opel haben will, muss auch eigenständige, kompetente Manager haben. Die sehe ich derzeit bei GM nicht."

böl/dpa/ddp/Dow Jones

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17. Februar 2009: Auch General Motors leidet und plant einen Jobkahlschlag. Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern will 47.000 Stellen streichen - davon 26.000 außerhalb der USA, viele in Deutschland.
27. Februar: Opel beschließt, sich weitgehend von GM abkoppeln zu wollen. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.
2. März: Opel-Manager legen der Bundesregierung einen Rettungsplan vor.
31. März: Kanzlerin Merkel stellt Unterstützung in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg.

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