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16.11.2009
 

Quartalszahlen

General Motors macht 1,2 Milliarden Dollar Verlust

GM-Händler in New York: Bilanz liefert ersten HoffnungsschimmerZur Großansicht
dpa

GM-Händler in New York: Bilanz liefert ersten Hoffnungsschimmer

Die Zahlen sehen auf den ersten Blick verheerend aus - doch sie zeigen, dass General Motors die Wende gelingen könnte: Im dritten Quartal hat die Opel-Mutter einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet - deutlich weniger als in den Vierteljahren zuvor.

Detroit - Der Opel-Mutterkonzern General Motors sieht nach seinem Neustart wieder Licht am Ende des Tunnels. Nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens schrieb der größte US-Autobauer im dritten Quartal zwar noch immer ein Minus von 1,2 Milliarden Dollar (das Minus vor Steuern und Zinsen belief sich auf 261 Millionen Dollar). Der Verlust fiel jedoch deutlich geringer aus als von vielen Experten befürchtet. Das Ergebnis sei weit besser als in vorigen Quartalen und ein Zeichen dafür, dass die Trendwende eingeleitet sei, teilte GM mit.

Der Umsatz lag im dritten Quartal bei 28 Milliarden Dollar. Das waren fünf Milliarden Dollar mehr als im zweiten Quartal. Die Zahlen sind wegen des Insolvenzverfahrens aber nur schwer als Vergleich heranzuziehen. Der Verlust könnte zudem noch bestimmte Sondereffekte ausklammern.

Der Schuldenstand lag bis Ende September bei 17 Milliarden Dollar. Den Weltmarktanteil bezifferte GM auf 11,9 Prozent. Für 2010 geht das Unternehmen auf dem US-Markt branchenweit von einem Absatz von elf bis zwölf Millionen Fahrzeugen aus.

Weniger Verkäufe in Europa

Die europäischen GM-Marken Opel und Vauxhall verkauften weniger Fahrzeuge. Den Angaben zufolge sank der Absatz innerhalb des dritten Quartals um knapp zehn Prozent von 336.000 auf 306.000 Autos. In den ersten neun Monaten verkaufte GM 963.000 Wagen der europäischen Marken gegenüber 1,2 Millionen im Vergleichszeitraum 2008.

Anders als in der Vergangenheit weist der aus der US-Konzern sein Europa-Geschäft nicht mehr gesondert aus, sondern unterscheidet nur noch nach amerikanischem und ausländischem Geschäft. Das Geschäft außerhalb Nordamerikas schrieb im dritten Quartal vor Zinslasten, Steuern und Sonderfaktoren demnach schwarze Zahlen - auf dem Heimatmarkt war GM erneut rot. Dem Autobauer gelang es, im operativen Geschäft seine Kassen wieder aufzufüllen. Allerdings befürchtet GM, im vierten Quartal erneut Bargeld zu "verbrennen".

Zu den Gewinnen des "ausländischen" Geschäfts trugen allerdings allein die Märkte in Asien bei. GM-Europa blieb dagegen nach Auskunft von GM-Chef Fritz Henderson mit einem Verlust von "etwas mehr als 400 Millionen Dollar" tief in der Verlustzone. Auch im kommenden Jahr werde die Situation schwierig bleiben, betonte Herderson in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. allerdings sei man aufgrund des vorangetriebenen Kapazitätsabbaus wohl nicht mehr zu weiteren drastischen Einschnitten gezwungen. Das laufende Geschäft will Henderson aus eigenen Mitteln finanzieren.

Interesse an Staatshilfen für Opel

Für die Sanierung dürften aber weiterhin die europäischen Regierungen herangezogen werden - allen voran die deutsche. "Wir würden bevorzugen, um Unterstützung zu bitten", sagte Henderson.

GM werde einen entsprechenden Plan vorlegen, kündigte der Top-Manager an. Der Konzern sei derzeit dabei, diesen fertigzustellen. Zu Details wollte er nichts sagen, bevor nicht die beteiligten Mitarbeiter und Regierungsstellen informiert seinen. Der Prozess werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Zuletzt hatte es aus dem US-Konzern widersprüchliche Aussagen zum Antrag auf Staatshilfen gegeben. So hatte der neue starke Mann bei GM, Verwaltungsratschef Edward Whitacre, Finanzspritzen des deutschen Steuerzahlers als unnötig bezeichnet.

Kredite sollen vorzeitig getilgt werden

GM will nun vorzeitig mit dem Schuldenabbau beginnen. Bereits im Dezember soll die erste Rate in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar an die Gläubiger-Regierungen bezahlt werden - eine Milliarden an die US-Regierung, 200 Millionen an die kanadische. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen so die gesamten 8,1 Milliarden Dollar zurückgezahlt sein. Zum Ende des Monats sollen überdies die noch ausstehenden 400 Millionen Euro aus dem Überbrückungskredit für Opel an Bund und Länder überwiesen werden.

Seit Anfang 2005 hatte der US-Hersteller Verluste von mindestens rund 90 Milliarden Dollar angehäuft. Der Autokonzern war mit Staatshilfen von mehr als 50 Milliarden Dollar vor dem Untergang gerettet worden. Allerdings wird neben dem 1,4-Milliarden-Darlehen aus Kanada nur ein Betrag von 6,7 Milliarden Dollar als Kredit geführt. Für den Großteil der Hilfen bekam die US-Regierung den Mehrheitsanteil von 60 Prozent an GM. Sie will die Beteiligung schrittweise nach einem Börsengang der neuen GM-Gesellschaft abbauen. Es war zuletzt unklar, ob General Motors bereits im kommenden Jahr an den Aktienmarkt zurückkehren kann.

GM könnte den Kredit möglicherweise auch mit Geld von der Regierung selbst zurückzahlen. Auf einem Treuhandkonto lägen noch 13,4 Milliarden Dollar für das Unternehmen. Laut der Kreditvereinbarung mit der Regierung dürfe GM für die Rückzahlung des Darlehens auch vom Staat erhaltenes Geld verwenden.

Die Rückzahlung der Schulden stellt eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg in die Normalität dar. Die zweite ist die Rückkehr an die Börse. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 soll es nach den Vorstellungen Hendersons soweit sein.

mik/AP/dpa/Reuters

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Den belgischen Medien zufolge waren es an die 30.000 Demonstranten, die heute in Brüssel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Strasse gingen. Da sieht das Bild schon ein wenig anders aus... mehr...

19.01.2010 von japan10:

So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...

19.01.2010 von Rainer Daeschler:

Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...

19.01.2010 von caheid: ..

Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...

18.01.2010 von Kampfbuckler: Nach dem Qualitätseinbruch

verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...

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