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18.11.2009
 

Sardinien

Berlusconi verkauft "entweihtes" Anwesen

Villa Certosa: Berlusconis Liebesnest
Fotos
AP

Die Enthüllungen und Skandalreporte haben ihm den Spaß verdorben: Jetzt will der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine als "Liebesnest" bekanntgewordene Villa auf Sardinien verkaufen - an einen sittenstrengen arabischen Herrscher-Clan.

Rom - Die inzwischen als "Liebesnest" bekannte Villa Certosa des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi soll verkauft werden. Gerüchte darüber, dass der Regierungschef mit einer gewissen Schwäche für schöne Frauen seine Lust an dem Anwesen verloren habe, waren schon früher laut geworden. Nun soll es einen Käufer geben. Wie der Mailänder "Corriere della Sera" am Mittwoch berichtete, ist die steinreiche arabische Herrscherfamilie Al-Nahjan an der Villa im Nordosten Sardiniens interessiert. Auch die 450 Millionen Euro, die Berlusconi veranschlagt habe, hätten die Kaufinteressenten "nicht abgeschreckt". Das Geschäft könnte schon im Januar beim anstehenden Besuch Berlusconis in Dubai perfekt gemacht werden.

Das 40-Hektar-Anwesen - "so groß wie der Vatikanstaat", wie römische Medien einst spöttisch vermerkten - und die Luxusvilla mit 2600 Quadratmetern standen Mitte des Jahres im Zentrum einer Reihe von Skandalen. Monatelang spekulierte die internationale Presse über Berlusconis Treffen in der Villa mit der damals noch minderjährigen neapolitanischen Schülerin Noemi Letizia. Über 5000 Fotos eines sardischen Paparazzo von hüllenlosen ranghohen Gästen des Regierungschefs in Begleitung oft ebenfalls hüllenloser Frauen am Pool der Villa taten ihr Übriges.

Der Paparazzo habe die Villa "entweiht", erläuterte Berlusconi im Sommer genervt seine Entscheidung, den Urlaub nicht wie gewohnt auf der Mittelmeerinsel, sondern in einem Erdbebengebiet in den Abruzzen zu verbringen. Auf dem Anwesen gibt es Medienberichten zufolge 400 Kakteen-Arten aus aller Welt und jahrhundertealte Olivenbäume, ein Amphitheater, einen Vulkan und künstliche Wasserfälle.

mik/dpa

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Immunitätsgesetze in Italien

"Lex Berlusconi"

Der italienische Regierungschef, der Staatschef und die Präsidenten der beiden Parlamentskammern sollten während ihrer Amtszeit Immunität genießen und nicht strafrechtlich verfolgt werden können – das besagten zwei praktisch identische Immunitätsgesetze, die unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi 2003 bzw. 2008 verabschiedet worden waren.
Doch das italienische Verfassungsgericht erklärte das erste der Gesetze, den "Lodo Schifani", 2004 für verfassungswidrig und damit unwirksam. 2009 folgte die danach erlassene Regelung, der "Lodo Alfano".
Die Immunitätsgesetzgebung ist höchst umstritten: Die Opposition hatte gegen die Regelung protestiert und sie als "Lex Berlusconi" verurteilt. Zwar gibt es auch in anderen Ländern wie Frankreich, Portugal und Griechenland ähnliche Gesetze. Die Immunitätsgesetze in Italien wurden jedoch auf Drängen von Regierungschef Berlusconi erlassen und führten dazu, dass gegen ihn laufende Verfahren wegen Bestechung und Steuerhinterziehung für die Dauer seiner Amtszeit ausgesetzt wurden und damit zum Teil zu verjähren drohen.

"Lodo Schifani"

"Lodo Alfano"







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