Fort Lauderdale - Eine frühere Raucherin hat in Florida 300 Millionen Dollar Schadensersatz von dem US-Tabakkonzern zugesprochen bekommen. Ein Berufungsgericht urteilte, die Fahrlässigkeit des Unternehmens sei der Grund für das Lungenleiden der 61-Jährigen. Die Summe, die Cindy Naugle erhält, ist die höchste, die je einem Raucher in Florida gewährt wurde.
Ihr Fall ist einer von insgesamt 8000 gegen Zigarettenfirmen in dem US-Staat. Naugle begann 1968 im Alter von 20 Jahren mit dem Rauchen. Ihr Motiv: Sie wollte damals älter aussehen. 1993 hörte sie auf, doch ihre Gesundheitsprobleme dauern bis heute an. Sie sitzt wegen eines Lungenemphysems, einer irreversiblen Schädigung des Atemorgans, im Rollstuhl.
Der Anwalt der Klägerin sagte: "Cindy hat ihren Fehler eingesehen. Aber Philip Morris hat jegliche Verantwortung für das Emphysem abgestritten. Obwohl die Frau 25 Jahre lang abhängig war."
Ein weiterer Anwalt Naugles sagte: "Das Gericht hat ihren Zustand gesehen. Sie musste fünf Minuten verschnaufen, bevor sie die sieben Schritte in den Zeugenstand gehen konnte. Sie fühlt sich ständig so als würde sie ertrinken."
In den USA laufen seit Jahren Verfahren von Rauchern und deren Angehörigen gegen Tabakkonzerne. Häufig wurden die Unternehmen zu Millionenstrafen verurteilt, in den seltensten Fällen kam es aber tatsächlich zu Zahlungen, da die Konzerne Widerspruch einlegten oder Richter höherer Instanzen die Urteile aufhoben. Die meisten dieser Streitigkeiten ziehen sich über Jahre hin.
Philip Morris musste erst im August nach dem Urteil eines Gerichts in Los Angeles eine Strafe von 13,8 Millionen Dollar an die Tochter einer an Lungenkrebs gestorbenen Klägerin zahlen.
Auch im aktuellen Fall kündigte der Tabakkonzern an, gegen den Richterspruch vorzugehen. Philip-Morris-Sprecher Murray Garnick sagte: "Wir glauben, dass die Schadenssumme ziemlich überhöht ist. Es ist eine klare Rechtsverletzung."
fro/Reuters/AP
Auf anderen Social Networks posten:
Und wieviel Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs-neufälle gibt es jährlich, die *nachweislich* auf das Rauchen zurückzuführen sind? Könnten sie Ihre Polemik mal mit Zahlen untermauern? *nachweislichen* Zahlen? Übrigens [...] mehr...
Richtig, allerdings nur den Ärzten, Apothekern und der Pharmaindustrie, man kalkuliert für eine Lungenkrebsbehandlung inkl. Chemotherapie bis zu 100 000 Euro, obwohl hier nicht das Leben sondern lediglich das Sterben um ein paar [...] mehr...
Beim klassischen »Schmachter«, Zwiebel, richtet sich die Wut des Rauchers meist nicht gegen den Rechner, sondern gegen den nächsten verfügbaren Nichtraucher. Schon vergessen? ;-) mehr...
Überstehen Apple-Rechner aber auch den Wutanfall eines Rauchers, wenn dem die Kippen ausgehen und sich der Nachschub schwierig gestaltet. Vielleicht übernehmen aber auch die Tabakkonzerne die Reparaturkosten für diese Rechner [...] mehr...
Soll die Automobilindustrie für die Verkehrstoten bezahlen, soll die Pharmaindustrie für Medikamentensüchtige bezahlen? mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Tabak | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH