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20.11.2009
 

Porsche-Übernahme

Eklat im VW-Aufsichtsrat

Von Dietmar Hawranek

Volkswagen-Tower in Wolfsburg: Widerstand gegen Porsche-ÜbernahmeZur Großansicht
DPA

Volkswagen-Tower in Wolfsburg: Widerstand gegen Porsche-Übernahme

Volkswagen schluckt Porsche, die Aufsichtsräte beider Autobauer haben die milliardenschwere Übernahme abgesegnet - allerdings nicht einstimmig: In einer entscheidenden Sitzung kam es nach SPIEGEL-Informationen zum Eklat. Zwei VW-Kontrolleure stimmten gegen den Super-Deal.

Hamburg - Bis kurz nach Mitternacht kämpften die VW-Vorstände um Einstimmigkeit. Immer wieder versuchten sie, alle Aufsichtsräte davon zu überzeugen, dass es im Interesse des Autokonzerns ist, die Porsche AG für gut zwölf Milliarden Euro zu erwerben - und das Autohandelsunternehmen Porsche Holding in Salzburg von den Familien Porsche und Piech für 3,5 Milliarden Euro zu kaufen.

Doch daraus wurde nichts. Bei der Abstimmung votierten die beiden VW-Kontrolleure Roland Oetker, Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, und RWE-Chef Jürgen Großmann gegen den Super-Deal.

Dass am Ende nur zwei Volkswagen-Aufsichtsräte mit Nein stimmten, war zudem nicht der schlimmstmögliche Ausgang des Abends. Zu Beginn der Sitzung hatten sogar vier Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat Bedenken gegen das Geschäft. Auch TUI-Chef Michael Frenzel und Ex-E.on-Manager Michael Gaul hinterfragten den Sinn der Porsche-Übernahme - und wollten mögliche Risiken, die sich dadurch für den VW-Konzern ergeben, abgesichert sehen. Die Familien Porsche und Piëch erhöhten daraufhin die Summe, mit der sie als Verkäufer für möglicherweise verdeckte Risiken bei Porsche haften.

Die VW-Aufsichtsräte Frenzel und Gaul, heißt es in aus dem Gremium, hätten schließlich für den Deal votiert. Großmann und Oetker dagegen seien nicht zu überzeugen gewesen.

Der VW-Vorstand und die Arbeitnehmervertreter sind erleichtert darüber, dass die Porsche-Übernahme dennoch verabschiedet wurde. Sie fürchteten, die hochverschuldete Porsche Automobilholding SE könnte sonst in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Sie hält mehr als 50 Prozent der Stammaktien des VW-Konzerns und hätte diese Aktien dann verkaufen können. Volkswagen wäre ein leichtes Übernahmeziel für andere Autoriesen geworden.

Audi-Chef steigt in VW-Vorstand auf

Der VW-Aufsichtsrat segnete am Freitag wichtige organisatorische, strukturelle und rechtliche Einzelheiten des Zusammenschlusses ab. Der Aufsichtsrat der Porsche Holding SE stimmte der Übernahme am Freitagabend zu.

Im VW-Vorstand gibt es nach Angaben des Konzerns einige personelle Veränderungen: Der Aufsichtsrat berief den 46-jährigen Audi-Chef Rupert Stadler in die oberste Konzernspitze. Außerdem soll VW-Markenvorstand Christian Klingler in das Gremium aufrücken. Der Vorstandsvertrag von Arbeitsdirektor Horst Neumann wurde verlängert. Der bisherige Vertriebschef Detlef Wittig übernimmt internationale Beteiligungsprojekte.

VW will noch in diesem Jahr für rund vier Milliarden Euro mit knapp 50 Prozent beim Sportwagengeschäft von Porsche einsteigen. Dazu plant VW eine Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2010. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember sollen die Aktionäre zustimmen. Im Laufe des Jahres 2011 sollen Volkswagen und Porsche miteinander verschmelzen. Porsche wird als zehnte Marke in den VW-Konzern eingegliedert.

Einstieg bei Karmann besiegelt

Porsche hatte sich mit der ursprünglich geplanten Übernahme von VW massiv verhoben und einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter mussten Ende Juli wegen der Belastungen durch die missglückte Übernahme von VW ihren Hut nehmen. Nach einem zähen Machtkampf hatten sich die beiden Autokonzerne Mitte August auf eine Verschmelzung geeinigt.

Außer der Verschmelzung mit Porsche hat Volkswagen auch den Einstieg beim insolventen Zulieferer Karman besiegelt. VW kauft Maschinen und Immobilien von Karmann und will in Osnabrück ab 2011 eine Fahrzeugproduktion starten. Dazu will der Konzern innerhalb der kommenden Wochen eine neue Tochtergesellschaft gründen, wie VW am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte.

Bis 2014 sollen dabei mehr als tausend Arbeitsplätze entstehen. "Die Mitarbeiter und ehemaligen Mitarbeiter der Firma Karmann verfügen über langjährige Erfahrung in der Produktion von Kleinserienmodellen, auf die entsprechend des Bedarfs zurückgegriffen werden soll", so das Unternehmen.

Mit Material von dpa

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insgesamt 683 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.12.2009 von Bezahler: Schön war`s

Da muß ich beipflichten.Allerdings war an den Kisten immer was kaput.Der Kundendienst war auch an der Unverschämtheitsgrenze(Regelmäßiger Turboladerwechsel für ca 3500DM etc.).Als ich mit mitte 30 dann die grauen Haare bekam bin [...] mehr...

19.12.2009 von ardschuna:

Nettes Sammelsurium an Vorurteilen. Schon mal dran gedacht, dass es Leute gibt, die sich einen 911 kaufen, weil es der Inbegriff des Sportwagens ist und einfach Fahren in seiner schönsten Form vermittelt? Es macht einfach [...] mehr...

19.12.2009 von janne2109: VW soll Porsche übernehmen - eine gute Lösung?

Och mit Spiesserkarre hat das wenig zu tun, eher mit dem Spiesser im Porsche. Wenn ich mir die Porschefahrer in unseren Landen so ansehe, dann sind es entweder ältliche Herren, die automatische Garagentore haben, um einmal [...] mehr...

09.12.2009 von PeteLustig: Indirekter Angriff auf BMW

Man darf nicht vergessen, dass Suzuki ebenfalls Motorrad-Produzent ist und in Deutschland nach BMW-Motorrad den zweitgrößten Marktanteil besitzt. Ducati-Fahrer Piëch wird wohl auch den deutschen Zweiradmarkt umkrempeln wollen. [...] mehr...

03.12.2009 von -murof-:

Aaah, die beliebten Totschlagargumente. Penisersatz, dass ich nicht lache. Vielleicht brauchen Sie nur eine Ausrede, um in ihre Spiesserkarre zu steigen. mehr...

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Fahrzeugproduktion: 6,35 Millionen
Umsatz: 113,8 Milliarden Euro
Nettogewinn: 4,69 Milliarden Euro
Mitarbeiter: 370.000
Marken: 9
Werke: 61


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