Mittwoch, 10. Februar 2010

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Opel-Krise

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21.11.2009
 

General Motors

Mercedes-Manager soll Opel-Chef werden

Mercedes-Manager Schmückle: Favorit für die Opel-Spitze
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DPA

Mercedes-Manager Schmückle: Favorit für die Opel-Spitze

Er gilt als besonders krisenerfahrener Sanierer: Der stellvertretende Chef von Mercedes-Benz, Rainer Schmückle, soll nach Informationen des SPIEGEL den Führungsposten bei Opel übernehmen. EU-Kommisar Verheugen hat indes vor weiteren Hilfen für den Autobauer gewarnt.

Hamburg - 2005 hatte ihn Mercedes-Chef Eckhard Cordes vom amerikanischen Lkw-Bauer Freightliner nach Stuttgart geholt, nun soll er Opel aus der Misere führen. Nach Informationen des SPIEGEL gilt Rainer Schmückle, stellvertretender Chef von Mercedes-Benz, als Favorit für die Opel-Spitze.

Schmückle ist ein erfahrener Sanierer: Mercedes verordnete er zuletzt ein drastisches Sparmodell. Deshalb war er im Unternehmen nicht unumstritten. Bandarbeiter legten die Arbeit nieder, weil die Takte zu kurz waren. Manager kritisieren Schmückles Führungsstil.

In der Vergangenheit hat Schmückle mehrfach den Retter in der Krise gespielt: Er sanierte bei der früheren Bahntechnik-Tochter Adtranz, bewahrte den amerikanischen Lkw-Bauer Freightline vor dem Untergang und holte Mercedes aus den roten Zahlen. Den Notverkauf von Chrysler konnte er allerdings seinerzeit nicht verhindern.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat indes die EU-Staaten gewarnt, in denen General Motors (GM) Fabriken besitzt. Er höre, dass es von einzelnen Ländern "schon informelle Zusagen" für Hilfen an GM gebe, sagte Verheugen dem SPIEGEL: "Das finde ich alarmierend." Staatliche Beihilfen seien ein Eingriff in den Wettbewerb und deshalb verboten. Ausnahmen könnten von der Kommission genehmigt werden. Sie dürften aber "nicht an den Erhalt von Arbeitsplätzen an einem bestimmten Ort geknüpft sein".

"In die normalen Bahnen der Marktwirtschaft zurückkehren"

Nach Informationen des SPIEGEL soll Großbritannien dem neuen GM-Europachef Nick Reilly bereits Kreditbürgschaften über 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt haben, Spanien soll 300 bis 400 Millionen geboten und Polen Steuererleichterungen versprochen haben. Belgische Politiker sollen dem GM-Manager bis zu 500 Millionen in Aussicht gestellt haben, wenn der Konzern auf die Schließung des Werks Antwerpen verzichtet. Doch dies habe Reilly abgelehnt.

Der neue GM-Europachef verhandelt dem SPIEGEL zufolge auch mit Renault und Nissan über die gemeinsame Entwicklung und Produktion eines kleinen Lieferwagens.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sperrt sich weiter gegen staatliche Hilfen für Opel. "Ich habe mit Interesse die Einschätzung von GM-Chef Henderson und GM-Verwaltungsratschef Whitacre gelesen, der Mutterkonzern könne das alleine stemmen. Ich hielte das auch für geboten", sagte Brüderle dem "Hamburger Abendblatt". "Wir sollten allmählich in die normalen Bahnen der sozialen Marktwirtschaft zurückkehren."

han/dpa

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Um diese Standorte geht es: GM-Werke in Europa
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Um diese Standorte geht es: GM-Werke in Europa

OPEL-STANDORTE

Eisenach

Das jüngste Opel-Werk wurde 1992 im westlichen Thüringen eröffnet. Der Schwerpunkt der Produktion liegt auf dem kleinen Corsa. Insgesamt bietet der Autobauer in Eisenach rund 1800 Menschen Arbeit.

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Bochum

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DAS LANGE RINGEN UM OPEL

Wie alles begann

14. November 2008: Opel muss in Folge der Schieflage des Mutterkonzerns GM um die Unterstützung aus den USA fürchten und bittet als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen, nach Unternehmensangaben geht es um "etwas mehr als eine Milliarde Euro".
17. Februar 2009: Nach einem Rekordverlust arbeitet General Motors Pläne für einen Jobkahlschlag aus. Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern will 47.000 Stellen streichen - davon 26.000 außerhalb der USA, viele in Deutschland.
27. Februar: Opel sieht seine einzige Rettung darin, sich weitgehend von GM abzukoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf jetzt 3,3 Milliarden Euro beziffert.
2. März: Opel-Manager legen der Bundesregierung einen Rettungsplan vor.
31. März: Kanzlerin Merkel stellt Unterstützung in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg.

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