Mittwoch, 10. Februar 2010

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23.11.2009
 

Bündnis

Microsoft und Murdoch planen Attacke auf Google

Rupert Murdoch: Weist der Medienzar den Verlagen den Weg?
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AFP

Rupert Murdoch: Weist der Medienzar den Verlagen den Weg?

Zwei Giganten starten eine Offensive gegen Google: Der Softwarekonzern Microsoft und die Mediengruppe News Corp. des Medienmoguls Rupert Murdoch planen laut "Financial Times" ein Online-Bündnis, damit bestimmte Medieninhalte nur noch bei der Suchmaschine Bing auffindbar sind.

London - Der Softwarekonzern Microsoft Chart zeigen und die Mediengruppe News Corp. Chart zeigen des Medienmoguls Rupert Murdoch verhandeln über ein Internetbündnis. Wie die "Financial Times" ("FT") berichtete, führte Microsoft bereits erste Gespräche mit News Corp. über einen Wechsel von Google zur eigenen Suchmaschine Bing. Die von News Corp. initiierten Gespräche befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium, hieß es weiter.

Beide Seiten könnten wohl Gewinner der gemeinsamen Offensive sein: Laut "FT" will Microsoft möglicherweise dafür bezahlen, dass Nachrichtenseiten von News Corp. künftig nicht mehr bei Google, sondern nur noch bei der eigenen Suchmaschine Bing auffindbar sind. Von dem Angebot erhofft sich der Softwarekonzern nach Angaben der "FT" einen höheren Marktanteil bei Suchmaschinen.

News Corp. könnte eine Antwort auf die für Verlage entscheidende Frage finden, wie sich mit Informationen im Internet abseits der Werbung Geld verdienen lässt. Bislang hat kein Medienunternehmen dafür eine zufriedenstellende Strategie entwickelt. Allerdings berichtete das "Wall Street Journal" ("WSJ"), das zum Murdoch-Imperium gehört, es gehöre zu den schwierigsten Punkten in den Verhandlungen, wie eine Bezahlung von News Corp. durch Microsoft aussehen könnte - wenn es überhaupt dazu komme.

Microsoft kann sich den Angriff leisten

Der Schritt von Microsoft und News Corp. könnte aber auch Google Chart zeigen dazu bewegen, für Inhalte zu zahlen. Erst vor kurzem hatte Murdoch angekündigt, die Internetseiten seiner Medien für Suchmaschinen und Nachrichtenaggregatoren wie Google zu sperren und kostenpflichtig zu machen.

Er hatte die Unternehmen dabei scharf attackiert: "Das sind Leute, die einfach alles aufsammeln und unsere Geschichten klauen." Selbst das "WSJ" wies aber auch auf die Gefahren für News Corp. bei einer Allianz mit Microsoft unter Ausschluss von Google hin: "Es wäre zwar ein neuer Weg, für Inhalte Geld zu bekommen, das Unternehmen würde aber den Verlust einer großen Leserschaft riskieren, wenn die Geschichten bei Google nicht mehr auffindbar wären." Nach Berechnungen des US-Marktforschers Hitwise könnten die Traffic-Einbußen beim "Journal" bis zu 25 Prozent ausmachen.

Zu News Corp. gehört neben dem "WSJ" auch die "Sun". Auch andere Verleger wie etwa die der "New York Times" suchen derzeit nach Möglichkeiten, mit Online-Nachrichten Geld zu verdienen. Der "FT" zufolge hat Microsoft auch mit anderen Internet-Verlegern über ein Entfernen ihrer Seiten von Google verhandelt.

Bereits Mitte November hatte das Branchen-Portal "Techcrunch" über ein Treffen zwischen Microsoft-Anwälten und europäischen Zeitungsverlegern berichtet. Bei der Zusammenkunft seien ebenfalls Wege diskutiert worden, wie sich die Verleger dem Abfluss ihres Contents in Richtung Google News Paroli bieten könnten.

Der Softwarekonzern hat mit seiner neuen Suchmaschine Bing in diesem Jahr zur Aufholjagd auf den Marktführer Google angesetzt. Allerdings hatte Bing nach Angaben des "WSJ" im Oktober auf dem US-Markt nur einen Anteil von knapp zehn Prozent - gegenüber Google mit mehr als 65 Prozent. Allerdings verfügt der Konzern über große finanzielle Ressourcen und könnte sich somit einen Angriff auf den Marktführer zusammen mit den Verlegern leisten.

böl/ssu/Reuters/AFP

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