Frankfurt am Main - Rainer Schmückle steht laut "Handelsblatt" nicht als künftiger Opel-Chef bereit. Der Mercedes-Manager habe den Posten ausgeschlagen, berichtet die Zeitung mit Verweis auf enge Vertraute des Mercedes-Managers. Demnach habe der 49-Jährige erst vor kurzem seinen Vertrag als Mercedes-Chief Operating Officer verlängert und beabsichtige, diesen auch zu erfüllen.
Schmückle war noch am Wochenende von Insidern bei General Motors als aussichtsreicher Kandidat für den Chefsessel von Opel gehandelt worden. Sagt Schmückle ab, müsste der neue Opel-Interimsboss Nick Reilly einen ersten Rückschlag bei der Suche nach seinem Nachfolger einstecken. Opel nahm zu dem Bericht auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht Stellung. Daimler teilte mit, man äußere sich zu Personalspekulationen generell nicht.
Der Mercedes-Manager gilt als ein erfahrener Sanierer. Er hatte zuletzt als zweiter Mann neben Daimler- und Mercedes-Boss Dieter Zetsche die Restrukturierung der Marke mit dem Stern durchgesetzt und ist als ehemaliger Chef der Daimler-US-LKW-Sparte Freightliner bestens mit der amerikanischen Kultur vertraut. Schmückle gilt auch als treibende Kraft bei den Planungen, die Fertigung der C-Klasse womöglich am Standort Sindelfingen auslaufen zu lassen und ins Ausland zu verlagern. Eine entsprechende Entscheidung steht kurz bevor.
Seit Wochen wird über den möglichen neuen Mr. Opel spekuliert. GM-Boss Fritz Henderson hatte jüngst gesagt, der neue Manager müsse aus Europa kommen, deutsch sprechen und einen Sinn für Abenteuer haben.
In der Opel-Zentrale war zuvor auch schon Magna-Chef Herbert Demel als Kandidat gehandelt worden, der vom abgewiesenen austro-kanadischen Zulieferer als Chef in Rüsselsheim auserkoren worden war. Demel hatte aber bereits abgewinkt. Andere Namen wie der Ex-Conti-Boss Manfred Wennemer oder Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, die in Medien genannt worden waren, gelten nicht als ernsthafte Optionen.
GM will sich für die Nachfolgesuche Zeit lassen. Reilly hatte jüngst davon gesprochen, dass seine Arbeit bei Opel so lange dauern werde, bis ein neuer Vorstandschef gefunden worden sei - was ungefähr drei Monate in Anspruch nehmen könnte. Die Opel-Arbeitnehmer möchten aber so schnell wie möglich Klarheit in der Top-Personalie, damit der neue Opel-Boss noch die Chance habe, in die Restrukturierung, die derzeit von Reilly vorbereitet wird, noch aktiv eingreifen zu können.
Verkauf von GM-Tochter Saab geplatzt
Auch bei der Neuaufstellung des Konzerns muss GM einen Rückschlag verkraften. Der schwedische Kleinserienhersteller Koenigsegg hat den Kauf der kriselnden GM-Tochter Saab abgesagt. Im Zuge eines "plötzlichen Kurswechsels" (Henderson) habe der schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg sein Angebot zurückgezogen, teilte General Motors in Detroit mit. Henderson blieb nicht mehr, als seine "Enttäuschung" kundzutun. Sein Konzern werde nun in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen mit Saab beraten.
Zu den Gründen für die Absage machte GM zunächst keine Angaben. Der 1947 gegründete Autobauer Saab hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Der schwedische Luxus-Sportwagenbauer Koenigsegg wollte Saab kaufen und sanieren. Im September hatte Koenigsegg bekanntgegeben, dass sich der chinesische Autobauer BAIC an dem Geschäft beteiligen wolle, weil der Kaufinteressent alleine nicht genug Geld für den Kauf von Saab habe.
Damit steht die Zukunft von Saab aufs Neue in Frage. Das Unternehmen beschäftigt in Schweden 3400 Mitarbeiter, bei Zulieferern sind weitere 12.000 Menschen tätig. 2008 erwirtschafteten die Schweden einen Verlust von 293 Millionen Euro.
Erleichterung in Bochum und Kaiserslautern
Derweil können die Beschäftigten der Opel-Werke in Bochum und Kaiserslautern - zumindest vorübergehend - aufatmen. Nach einem Treffen mit dem nordrhein-westfälischen Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) sagte GM-Europa-Chef Nick Reilly am Dienstag, dass das Opel-Werk Bochum ein "wichtiger Standort" von GM bleibe. Auch Kaiserslautern werde "eine wichtige Rolle in der Zukunft von Opel spielen", sagte er nach einem Gespräch mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) in Mainz. GM wolle europaweit aber bis zu 9500 der insgesamt rund 50.000 Stellen streichen. Zudem müsse ein Fünftel der Produktionskapazitäten abgebaut werden. Details will Reilly am Mittwoch mit dem Opel-Gesamtbetriebsrat besprechen.
Mit Blick auf Kaiserslautern verwies Reilly auf eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat, die noch aus Zeiten vor den Verhandlungen mit Magna stamme. Dieser sogenannte Zehn-Jahres-Plan müsse umgesetzt werden, damit der Standort "weltweit konkurrenzfähig" werde.
ssu/AFP/AP/dpa/Reuters
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Den belgischen Medien zufolge waren es an die 30.000 Demonstranten, die heute in Brüssel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Strasse gingen. Da sieht das Bild schon ein wenig anders aus... mehr...
So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...
Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...
Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...
verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...
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