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25.11.2009
 

Postbank

2000 Jobs weg, Millionenabfindung für den Chef

Postbank-Filiale: Fünf Prozent der Verwaltungskosten einsparenZur Großansicht
ddp

Postbank-Filiale: Fünf Prozent der Verwaltungskosten einsparen

Diese Zahlen passen schlecht zusammen: Die Postbank will in den kommenden Jahren fast jede zehnte Stelle streichen, rund 2000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Gleichzeitig wird eine dicke Abfindung für Ex-Konzernchef Klein bekannt - er soll laut einem Agenturbericht 2,9 Millionen Euro bekommen.

Bonn - Die Finanzkrise trifft jetzt auch die Mitarbeiter der Postbank. Die größte deutsche Privatkundenbank will bis 2012 fast jede zehnte Stelle streichen. Insgesamt sollen rund fünf Prozent der Verwaltungskosten eingespart werden. Das entspricht 145 Millionen Euro, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Der Jobabbau betrifft rund 2000 Arbeitsplätze. Der Personalstand im gesamten Postbank-Konzern wird sich damit von voraussichtlich rund 21.000 zum Ende des laufenden Geschäftsjahres auf gut 19.000 bis Ende 2012 reduzieren. Für den Personalabbau will die Postbank im vierten Quartal 2009 rund 28 Millionen Euro zurücklegen.

Pikant: Während die Mitarbeiter um ihre Jobs bangen, erhält der frühere Postbank-Chef Wolfgang Klein eine Millionenabfindung. Die Nachrichtenagentur dpa meldet, Klein bekomme nach seinem vorzeitigen Abgang eine Abfindung von knapp 2,9 Millionen Euro. Das habe der Aufsichtsrat der Postbank beschlossen.

Kleins Gehalt für 2009 - bis zu seinem Ausscheiden Ende Juni - betrug rund eine halbe Million Euro. Auf eine etwaige Bonuszahlung für 2009 habe der Manager verzichtet, sagten Insider laut dpa.

"Das ist Privatsache"

Der 45-jährige Klein war nach dem Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank überraschend ausgeschieden. Zuvor war er in die Schlagzeilen gekommen, als er im Zuge des Verkaufsprozesses 2008 einen umstrittenen Sonderbonus von 2,4 Millionen Euro erhielt - der gesamte Postbank-Vorstand kassierte 11,5 Millionen Euro.

Nach heftiger öffentlicher Kritik kündigte Klein in einem spektakulären Vorstoß an, im Jahr 2009 für einen symbolischen Euro zu arbeiten. Später sagte er, er könne sein Gehalt auch spenden. Was nach der nun bekanntgewordenen Abfindung aus Kleins Ankündigung wird, ist unklar. Das sei nun "seine Privatsache", sagte ein Postbank-Sprecher.

Intern soll die Ein-Euro-Ankündigung Kleins für Verstimmung gesorgt und auch zu seinem Abgang mit beigetragen haben, berichtet die dpa. Der Aufsichtsrat hätte Kleins Angebot ohnehin nicht annehmen dürfen, denn laut Aktiengesetz habe der Aufsichtsrat den Vorstand "angemessen" zu vergüten.

Unter Kleins Führung schrieb die Postbank erstmals seit Jahren rote Zahlen

Mit der jetzt beschlossenen Abfindung bleibe Klein deutlich unter vertraglichen Ansprüchen, hieß es in Postbank-Kreisen. Wären Vorgaben aus dem Corporate Governance zugrunde gelegt worden, hätte sich seine Abfindung auf rund 6,5 Millionen Euro belaufen.

Nach dem Aufsichtsratsbeschluss endet das Vertragsverhältnis mit Klein vorzeitig am 30. Juni 2010. Solange darf er auch nicht für Wettbewerber tätig werden. Dafür erhält er aber im Zeitraum von Juli 2009 bis Juni 2010 rund 900.000 Euro.

Klein hatte den Chefposten erst im Juli 2007 übernommen. Sein Nachfolger als Vorstandschef wurde im Juli 2009 Stefan Jütte, der das Geldinstitut bis zur völligen Übernahme durch die Deutsche Bank steuern soll. Der Deutschen Bank gehören bereits mehr als 25 Prozent an der Postbank.

Unter Führung von Klein geriet die Postbank 2008 erstmals seit Jahren in die roten Zahlen. Als Grund gilt die weltweite Finanzkrise.

wal/dpa-AFX

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