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27.11.2009
 

Emirat in Finanznöten

Dubai-Krise stürzt Asiens Börsen ins Minus

Die Zahlungsprobleme des Emirats Dubai halten die Weltbörsen in Atem: Die Märkte in Fernost schlossen durchweg mit Verlusten. Anleger fürchten die Rückkehr der Finanzkrise.

Tokio/Dubai - Die Nachricht von massiven Finanzierungsschwierigkeiten des Emirats Dubai reißt auch am Freitag weltweit Börsen in die Tiefe. In Tokio fiel der Nikkei-Index Chart zeigen bis Börsenschluss um 3,2 Prozent und sackte damit auf ein Vier-Monats-Tief. Der Hang Seng an der Börse in Hongkong fiel bis zum Börsenschluss um 4,9 Prozent. Die Kurse in Shanghai rutschten um rund ein Prozent ab. An der Börse von Seoul in Südkorea gab der Index Kospi um 4,7 Prozent nach.

Neben den Finanzproblemen des Emirats, das am Vortag bereits die europäischen Aktienmärkte massiv unter Druck gesetzt hatte, beunruhigte laut Händlern vor allem der feste Yen. Er sprang gegen den Dollar auf den höchsten Stand seit 14 Jahren - insbesondere für japanische Exporttitel eine deutliche Belastung.

Doch vor allem die Turbulenzen am Persischen Golf verstörten die Investoren. Am Mittwoch hatte der mit etwa 60 Milliarden Dollar (knapp 40 Milliarden Euro) verschuldete Staatsfonds Dubai World seine Gläubiger um einen mindestens sechsmonatigen Zahlungsaufschub gebeten - und damit die internationalen Finanzmärkte schockiert.

Betroffen sind die Kreditgeber des Staatsfonds Dubai World und Gläubiger der Immobilientochter Nakheel. Die Unternehmen bauen unter anderem die berühmten Palmeninseln vor der Küste von Dubai, die als Symbol des aufstrebenden Emirats gelten.

Emirat in Geldnöten

Die Regierung des Emirats begründete die Bitte um Zahlungsaufschub mit einer notwendigen Restrukturierung ihres Staatsfonds und des Immobilienunternehmens Nakheel. Das Konglomerat will seine Schulden nach Regierungsangaben nun erst ein halbes Jahr später, bis zum 30. Mai 2010, zurückzahlen. Nakheel hätte bis Dezember Schuldverschreibungen in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) begleichen müssen.

Auch der deutsche Aktienmarkt startete am Freitag schwach. Der Dax Chart zeigen sackte um 1,3 Prozent ab, erholte sich aber zum Mittag wieder. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex bereits 3,25 Prozent verloren. Die Märkte seien wegen der Zahlungsschwierigkeiten in Dubai aber auch wegen der fehlenden Vorgabe der feiertagsbedingt geschlossenen Wall Street abgerutscht, sagte ein Analyst. Vor dem Wochenende könnte diese Führungslosigkeit angesichts des nur halben Handelstags an der Wall Street und aufgrund fehlender anderer Nachrichten anhalten.

Auswirkungen haben die Nachrichten aus Dubai auch auf den Ölmarkt. An den asiatischen Rohstoffmärkten sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl am Freitag um 3,50 Dollar auf 74,46 Dollar. "Hauptfaktor für diesen Sturz sind offenbar die Ereignisse in Dubai", sagte der Ölpreisexperte der Beratungsfirma Fat Prophets in Sydney, Nick Raffan. "Die Leute bewerten auf einmal ihre Risikobereitschaft neu."

Dubais Geldprobleme stützen den Dollar

Nach einem Rekordpreis von 147 Dollar im Juli 2008 sind die Ölpreise bis zum Sommer dieses Jahres deutlich zurückgegangen. Seit etwa einem Monat verharrte der Wert dann auf einem Stand von etwas mehr als 76 Dollar.

Die Finanzierungsschwierigkeiten des Emirats haben sich auch auf den Euro-Kurs ausgewirkt. Die Währung ist am Freitag unter die Marke von 1,50 Dollar gesunken. Händler verwiesen angesichts des moderat stärkeren Dollar auf seinen Charakter als Reservewährung. Die Zahlungsschwierigkeiten des Golf-Staates hätten die US- Währung etwas gestützt.

Dubai wurde vor einem Jahr am härtesten von allen Golfstaaten von der Finanzkrise gebeutelt. Inzwischen liegen Dutzende Bauprojekte in dem einstigen Boom-Staat auf Eis, und Gastarbeiter verließen in Massen das Land. Insgesamt hatte das Emirat 2008 Außenstände in Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden Dollar. Nach Ansicht von Experten könnte es nun Jahrzehnte dauern, bis die Begeisterung der Investoren an Geschäften in und mit dem Wüstenstaat zurückkehrt. Denn bislang gingen Investoren und Analysten davon aus, dass Dubai seine hohen Schulden fristgemäß begleichen würde.

fro/dpa-AFX/dpa/AFP/AP

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Der drei Jahre junge Staatsfonds Investment Corporation of Dubai umfasst derzeit 19,6 Milliarden Dollar. Der Fonds steht mehreren staatlichen Unternehmen vor. Das größte von ihnen ist die Dubai Holding, die im Banken- Immobilien- und Versicherungswesen Geschäfte in Milliardenhöhe abwickelt.

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