New York/Frankfurt am Main/Tokio - Wegen der Geldnöte des Emirats Dubai sind die Aktienmärkte in New York am Freitag mit deutlichen Kurseinbußen in den Handel gestartet. Vor allem Finanz-, Bau- und Autowerte gerieten unter Druck. Der Dow Jones
gab in den ersten Handelsminuten 2,1 Prozent auf 10.248 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,3 Prozent auf 1084 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq Composite
büßte gar 2,6 Prozent auf 2119 Punkte ein.
Da die US-Börsen wegen des Feiertags Thanksgiving am Donnerstag geschlossen waren, konnten sie noch nicht auf die am Mittwoch bekanntgewordenen Zahlungsschwierigkeiten des einstigen Boom-Emirats reagieren wie andere Märkte, die zuvor tief ins Minus gerutscht waren.
Dubais Zahlungskrise könnte die Märkte noch lange in Atem halten, warnte der Analyst Peter Kenny von Knight Equity Markets. "Was sich niemand ausmalen mag, ist die Frage, ob die Zahlungsschwierigkeiten ansteckend sind. Wenn es in Dubai geschieht, wer ist dann nicht anfällig?" Zu den größten Verlierern gehörten die Geldhäuser Bank of America
und JP Morgan Chase
. BoA-Titel gaben mehr als vier Prozent ab, die von JP Morgan mehr als drei. Der Branchenindex Select Sector SPDR Financial ETF fiel ebenfalls um mehr als drei Prozent.
In Japan, China und Korea hatten die Börsen den Handelstag mit neuerlichen Kursverlusten eingeleitet. In Tokio rutschte der Nikkei
am Freitag um 3,2 Prozent auf 9081,52 Zähler. So tief lag er seit vier Monaten nicht mehr. Der Hang-Seng-Index in Hongkong und der südkoreanische Aktienindex Kospi fielen jeweils um fast fünf Prozent. Der Shanghaier Composite Index verlor 2,36 Prozent.
In Europa beruhigten sich Kurse dagegen wieder, nachdem sie nach Bekanntwerden der Schreckensnachricht deutlich nachgegeben hatten. Zu Börsenbeginn fiel der Dax
zunächst um 1,34 Prozent auf 5539 Zähler, am Mittag hatte er sich etwas erholt und lag sogar leicht im Plus.
Am Vortag war der deutsche Leitindex bereits um 3,25 Prozent abgerutscht.Die Nachricht von den massiven Geldproblemen im Luxusparadies Dubai hatte die Finanzwelt am Donnerstag wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Nach dem Beginn der Finanzkrise hatte sich die Führung des Landes noch bemüht, die Probleme geheim zu halten. Jetzt musste das arabische Emirat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub bitten. Damit wurde klar: Dem Staatsunternehmen steht das Wasser bis zum Hals, die Scheichs haben sich übernommen.
Insgesamt soll Dubai World Schulden von rund 60 Milliarden Dollar angesammelt haben. Hauptgrund für die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten Dubais ist nach Experteneinschätzung der Niedergang des Immobiliensektors - eine Folge der Finanzkrise.
Deutsche Unternehmen scheinen bislang nur wenig von der Krise betroffen zu sein. ThyssenKrupp
und Hochtief
machen sich nach eigenen Angaben wenig Sorgen, obwohl das Geld bei den Scheichs knapp wird. "Wir gehen davon aus, dass sich aus der Finanzkrise in Dubai keine nennenswerten Auswirkungen auf Hochtief ergeben", sagte ein Hochtief-Sprecher am Freitag in Essen.
Auch die beiden größten deutsche Banken sind nach Angaben aus Finanzkreisen nur wenig von der Krise betroffen. Die Deutsche Bank
habe überhaupt kein Engagement bei Dubai World, hieß es. Das der Commerzbank
sei zu vernachlässigen. Auch der Immobilienfinanzierer Aareal Bank
ist einem Sprecher zufolge überhaupt nicht von den Problemen am Golf tangiert.
In Dubai habe das lokale Bauunternehmen Al Habtoor, an dem die Hochtief-Tochter Leighton einen Anteil von 45 Prozent hält, nur zwei "vergleichsweise marginale Projekte". Die ausstehenden Forderungen liegen laut dem Sprecher unterhalb von 20 Millionen australischen Dollar. In Euro liege der effektive Wert bei nahezu Null, ziehe man in Betracht, dass Hochtief wiederum nur 55 Prozent Anteil an Leighton halte.
Die Nachrichten aus Dubai hatten auch Auswirkungen auf den Ölpreis. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) sank am Freitagmittag auf 73,88 Dollar und lag damit um 4,08 Dollar unter dem Preis zum Handelsschluss am Donnerstag.
mik/dpa-AFX/Reuters/AFP
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... Buchgeld bildet genauso Preise, denn es wird ja nachfragewirksam. Durch Freigeld alleine noch nicht, auch mit Umlaufsicherung könnten Banken noch immer Giralgeld schöpfen, es muss eben auch die Geldschöpfung reformiert [...] mehr...
Da muss ich widersprechen, zwar geht es bei Gesell nur um Bargeld, aber sein Werk ist ja nicht die Bibel, sondern wurde weiterentwickelt, was auch im Sinne Gesells war, der sich eine Weiterentwicklung explizit gewünscht hat. [...] mehr...
5 Prozent Verlust vom Nominalwert ist nicht nur aufs Quartal - sondern aufs ganze Jahr bezogen. Doch was sollte einen Handwerker dazu bewegen, jetzt schon Geld von der Bank zu holen, um es erst Monate später erst auszugeben? [...] mehr...
P.C. Martin kannte ich noch nicht, merci für die Links. Der Unterschied zwischen Bargeld und "Bankgeld" ist schnell klar. Es ist im Prinzip der Unterschied, wie er auch zwischen Medikament und Rezept besteht. Das [...] mehr...
Zurzeit wird das Geld über billigste Kredite in den Umlauf gebracht und versucht mit den Gewinnen aus neuen Schneeballsystemen die Verluste aus geplatzten Schneeballsystemen auszugleichen und zusätzlich Gewinn zu machen. Diese [...] mehr...
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