Dubai - Erstmals nach Bekanntwerden der Finanzprobleme des arabischen Emirats Dubai hat der Staatsfonds Dubai World sich zu der Krise geäußert - und Umstrukturierungen angekündigt. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich ausgelöst hatten, sowie das international aktive Immobilienunternehmen Limitless Word würden umgebaut, teilte Dubai World in der Nacht mit. Die acht anderen Firmen im Besitz des Konglomerats seien wegen ihrer "stabilen Finanzsituation" hingegen nicht betroffen.
Insgesamt sollen in mehreren Phasen 26 von insgesamt 59 Milliarden Dollar Schulden des Fonds restrukturiert werden. Die Zahl von 26 Milliarden Dollar ist neu; damit kann erstmals die Dimension der Problemkredite eingeschätzt werden.
Die Gespräche mit den Banken von Dubai World hätten bereits begonnen, teilte der Fonds mit. Die Besitzer von Nakheel-Anleihen wurden in der Erklärung aufgefordert, einen Bevollmächtigten zu ernennen, mit dem Gespräche über die Umstrukturierungen geführt werden könnten.
Die Ankündigung löste auch an den US-Märkten Erleichterung aus - sie kam kurz vor Handelsschluss, der Dow-Jones-Index
schloss am Ende nahezu unverändert bei 10.345 Punkten (plus 0,3 Prozent). Offenbar gehen die Händler in den USA davon aus, "dass Dubai ein kleines, lokales Ereignis ist", sagte Analyst Charles Lieberman in der Nacht.
Ganz anders sah die Lage am Montag in Dubai selbst aus. In den arabischen Ländern machten die Börsen starke Verluste, nachdem die Regierung des Emirats angekündigt hatte, im Notfall nicht für den hoch verschuldeten Staatsfonds Dubai World zu bürgen. Finanzminister Abd al-Rahman al-Saleh sagte dem staatlichen Fernsehen, schon bei der Gründung des Konglomerats sei entschieden worden, dass es nicht durch den Staat abgesichert werde. Zwar gehöre es dem Staat, durch seine zahlreichen Aktivitäten sei es aber verschiedensten Risiken ausgesetzt. Saleh bezeichnete die Reaktionen auf die Finanzprobleme als "übertrieben und ungerechtfertigt". Von der Umstrukturierung von Dubai World würden langfristig "alle betroffenen Parteien" profitieren, auch wenn es für einige kurzfristig unangenehm sein könne.
Börsen im freien Fall
Die Börsen in dem Emirat und anderen arabischen Ländern waren am Montag teils im freien Fall - der Handelstag am Montag nach dem viertägigen islamischen Opferfest war der erste nach Bekanntwerden der Zahlungsschwierigkeiten Dubais. Dubais Hauptindex DFM schloss mit einem Verlust von 7,3 Prozent. In Abu Dhabi brachen die Börsenwerte um 8,3 Prozent ein, die Börse in Kairo stürzte ebenfalls um fast acht Prozent ab. Teilweise bis zu zehn Prozent verloren in Dubai und Abu Dhabi Aktien von Immobilienfirmen, Telekommunikationsunternehmen und der Energiebranche. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich heraufbeschworen hatte, beantragte schon vor Börsenöffnung in Dubai das Aussetzen von Transaktionen mit seinen islamischen Anleihen - den sogenannten Sukuks.
Dubai hatte in der vergangenen Woche wegen einer nötigen Umstrukturierung von Dubai World Gläubiger um einen Zahlungsaufschub von einem halben Jahr gebeten. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar das Konglomerat zu verantworten. Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig. Nakheel sollte ursprünglich eine Schuld in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar bis Ende Dezember begleichen.
Die Zentralbank von Dubai hatte am Sonntagabend die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zur Stabilisierung des Bankensystems in Aussicht gestellt. Doch auch dies beruhigte die Investoren nicht - vor Bekanntgabe der Restrukturierungspläne äußerten sich die Börsianer äußerst skeptisch. Es gebe kein Vertrauen in den Markt, weil die Regierung nicht sage, wie sie die Krise angehen wolle, sagte der Investor Mohammed Nasser. "Wir haben zusehen müssen, wie unser Geld einfach so - pfft - verschwand", sagte der Anleger Lajeb Ahmed.
ore/plö/AFP/Reuters
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... Buchgeld bildet genauso Preise, denn es wird ja nachfragewirksam. Durch Freigeld alleine noch nicht, auch mit Umlaufsicherung könnten Banken noch immer Giralgeld schöpfen, es muss eben auch die Geldschöpfung reformiert [...] mehr...
Da muss ich widersprechen, zwar geht es bei Gesell nur um Bargeld, aber sein Werk ist ja nicht die Bibel, sondern wurde weiterentwickelt, was auch im Sinne Gesells war, der sich eine Weiterentwicklung explizit gewünscht hat. [...] mehr...
5 Prozent Verlust vom Nominalwert ist nicht nur aufs Quartal - sondern aufs ganze Jahr bezogen. Doch was sollte einen Handwerker dazu bewegen, jetzt schon Geld von der Bank zu holen, um es erst Monate später erst auszugeben? [...] mehr...
P.C. Martin kannte ich noch nicht, merci für die Links. Der Unterschied zwischen Bargeld und "Bankgeld" ist schnell klar. Es ist im Prinzip der Unterschied, wie er auch zwischen Medikament und Rezept besteht. Das [...] mehr...
Zurzeit wird das Geld über billigste Kredite in den Umlauf gebracht und versucht mit den Gewinnen aus neuen Schneeballsystemen die Verluste aus geplatzten Schneeballsystemen auszugleichen und zusätzlich Gewinn zu machen. Diese [...] mehr...
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