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30.11.2009
 

Zahlungsprobleme

Dubai-Fonds kündigt Milliardensanierung an

Börse in Dubai am Montag: Harte Sanierung beruhigt die AnlegerZur Großansicht
AP

Börse in Dubai am Montag: Harte Sanierung beruhigt die Anleger

Erstes Hoffnungszeichen nach dem Finanz-Beben: Der Staatsfonds Dubai World hat sich erstmals zu seiner Krise geäußert und eine riesige Schuldensanierung versprochen - um Anlegern die Furcht vor einer Megapleite zu nehmen. Die Regierung hatte zuvor verkündet, sie werde für den Fonds nicht bürgen.

Dubai - Erstmals nach Bekanntwerden der Finanzprobleme des arabischen Emirats Dubai hat der Staatsfonds Dubai World sich zu der Krise geäußert - und Umstrukturierungen angekündigt. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich ausgelöst hatten, sowie das international aktive Immobilienunternehmen Limitless Word würden umgebaut, teilte Dubai World in der Nacht mit. Die acht anderen Firmen im Besitz des Konglomerats seien wegen ihrer "stabilen Finanzsituation" hingegen nicht betroffen.

Insgesamt sollen in mehreren Phasen 26 von insgesamt 59 Milliarden Dollar Schulden des Fonds restrukturiert werden. Die Zahl von 26 Milliarden Dollar ist neu; damit kann erstmals die Dimension der Problemkredite eingeschätzt werden.

Die Gespräche mit den Banken von Dubai World hätten bereits begonnen, teilte der Fonds mit. Die Besitzer von Nakheel-Anleihen wurden in der Erklärung aufgefordert, einen Bevollmächtigten zu ernennen, mit dem Gespräche über die Umstrukturierungen geführt werden könnten.

Die Ankündigung löste auch an den US-Märkten Erleichterung aus - sie kam kurz vor Handelsschluss, der Dow-Jones-Index Chart zeigen schloss am Ende nahezu unverändert bei 10.345 Punkten (plus 0,3 Prozent). Offenbar gehen die Händler in den USA davon aus, "dass Dubai ein kleines, lokales Ereignis ist", sagte Analyst Charles Lieberman in der Nacht.

Ganz anders sah die Lage am Montag in Dubai selbst aus. In den arabischen Ländern machten die Börsen starke Verluste, nachdem die Regierung des Emirats angekündigt hatte, im Notfall nicht für den hoch verschuldeten Staatsfonds Dubai World zu bürgen. Finanzminister Abd al-Rahman al-Saleh sagte dem staatlichen Fernsehen, schon bei der Gründung des Konglomerats sei entschieden worden, dass es nicht durch den Staat abgesichert werde. Zwar gehöre es dem Staat, durch seine zahlreichen Aktivitäten sei es aber verschiedensten Risiken ausgesetzt. Saleh bezeichnete die Reaktionen auf die Finanzprobleme als "übertrieben und ungerechtfertigt". Von der Umstrukturierung von Dubai World würden langfristig "alle betroffenen Parteien" profitieren, auch wenn es für einige kurzfristig unangenehm sein könne.

Börsen im freien Fall

Die Börsen in dem Emirat und anderen arabischen Ländern waren am Montag teils im freien Fall - der Handelstag am Montag nach dem viertägigen islamischen Opferfest war der erste nach Bekanntwerden der Zahlungsschwierigkeiten Dubais. Dubais Hauptindex DFM schloss mit einem Verlust von 7,3 Prozent. In Abu Dhabi brachen die Börsenwerte um 8,3 Prozent ein, die Börse in Kairo stürzte ebenfalls um fast acht Prozent ab. Teilweise bis zu zehn Prozent verloren in Dubai und Abu Dhabi Aktien von Immobilienfirmen, Telekommunikationsunternehmen und der Energiebranche. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich heraufbeschworen hatte, beantragte schon vor Börsenöffnung in Dubai das Aussetzen von Transaktionen mit seinen islamischen Anleihen - den sogenannten Sukuks.

Dubai hatte in der vergangenen Woche wegen einer nötigen Umstrukturierung von Dubai World Gläubiger um einen Zahlungsaufschub von einem halben Jahr gebeten. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar das Konglomerat zu verantworten. Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig. Nakheel sollte ursprünglich eine Schuld in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar bis Ende Dezember begleichen.

Die Zentralbank von Dubai hatte am Sonntagabend die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zur Stabilisierung des Bankensystems in Aussicht gestellt. Doch auch dies beruhigte die Investoren nicht - vor Bekanntgabe der Restrukturierungspläne äußerten sich die Börsianer äußerst skeptisch. Es gebe kein Vertrauen in den Markt, weil die Regierung nicht sage, wie sie die Krise angehen wolle, sagte der Investor Mohammed Nasser. "Wir haben zusehen müssen, wie unser Geld einfach so - pfft - verschwand", sagte der Anleger Lajeb Ahmed.

ore/plö/AFP/Reuters

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Arabische Staatsfonds

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Der drei Jahre junge Staatsfonds Investment Corporation of Dubai umfasst derzeit 19,6 Milliarden Dollar. Der Fonds steht mehreren staatlichen Unternehmen vor. Das größte von ihnen ist die Dubai Holding, die im Banken- Immobilien- und Versicherungswesen Geschäfte in Milliardenhöhe abwickelt.

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