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02.12.2009
 

Mercedes-Produktion

Daimler zieht C-Klasse aus Sindelfingen ab

Protest: Die Demo bei Daimler
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DPA

Der Protest der Belegschaft hat nichts genützt: Daimler wird die Produktion der C-Klasse aus Sindelfingen abziehen. Gewinner sind die Standorte Bremen und Tuscaloosa in den USA. Der Betriebsrat kündigt Widerstand an - und will Arbeitsschichten an Samstagen streichen.

Stuttgart - Erst am Dienstag waren Tausende Daimler-Mitarbeiter auf die Straße gegangen, sie hatten gegen die Konzernführung protestiert und für den Erhalt von rund 5000 Arbeitsplätzen demonstriert. Doch alles umsonst: Der Autobauer wird einen Teil der Mercedes-Benz-Produktion in die USA verlagern.

Konkret geht es um die C-Klasse, die bisher in Sindelfingen gebaut wurde. Das dortige Werk werde künftig keine C-Klasse-Modelle mehr bauen, erklärte Daimler am Mittwoch in Stuttgart. Im Gegenzug soll Sindelfingen den Luxus-Roadster SL aus dem Werk Bremen erhalten.

Die C-Klasse hingegen wird auf mehrere Werke verteilt. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen aus Unternehmenskreisen sollen 60 Prozent der Produktion auf Bremen entfallen, rund 20 Prozent auf Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama, und jeweils rund zehn Prozent auf China und Südafrika. Die Umstellung soll im Jahr 2014 erfolgen.

Nach Gewerkschaftsangaben steht nun der Erhalt von rund 5000 Arbeitsplätzen in Sindelfingen auf dem Spiel. Dieser Darstellung widerspricht Daimler allerdings. Die Beschäftigung der Sindelfinger Mitarbeiter könne durch die Produktionsverlagerung des Mercedes-Benz SL und andere Maßnahmen erhalten werden. Sindelfingen werde als zentraler Technologie- und Forschungsstandort sowie als weiteres Kompetenzzentrum für die Produktion von Fahrzeugen der Ober- und Luxusklasse gestärkt.

Der Standort Bremen wird gestärkt

Nach Daimler-Angaben sind im bisher größten Daimler-Werk allerdings 1800 Stellen von der Verlagerung betroffen. "Den betroffenen Mitarbeitern werden auch zukünftig attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten", sagte ein Unternehmenssprecher.

Großer Gewinner ist Bremen: "Durch die erweiterte C-Klasse Produktion ist die Beschäftigung für die Mitarbeiter in Bremen gesichert", erklärte Daimler.

Konzernchef Dieter Zetsche erklärte: "Der Standort Deutschland ist und bleibt das Herz unseres Produktionsverbunds." Die geplante Produktion in dem US-Werk entspreche aus heutiger Sicht weniger als einem Fünftel der weltweiten C-Klasse-Baureihe. Daimler wolle mit der teilweisen Produktionsverlagerung auch bei einem starken Euro noch stärker von den dortigen Wachstumschancen und der Marktentwicklung profitieren.

"Unsere Entscheidung hilft auch, die Beschäftigung an unseren deutschen Standorten nachhaltig zu sichern", erklärte Zetsche. "Wir wissen um die große emotionale Bedeutung der C-Klasse für die Mitarbeiter am Standort Sindelfingen, und wir anerkennen die hervorragende Leistung, die die Mannschaft dort jeden Tag erbringt." Die Konzernspitze habe sich deshalb die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Dieser Schritt ist aber aus strategisch-wirtschaftlicher Sicht unabdingbar, damit wir mit Mercedes-Benz auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und die Wachstumschancen nutzen können."

Betriebsrat kündigt Widerstand an

Der Betriebsrat will die Umstrukturierung nicht hinnehmen. "Wir haben die Entscheidung mit Entsetzen aufgenommen", sagte eine Sprecherin des Konzernbetriebsrats am Mittwoch in Stuttgart. "Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich erfüllt."

Aus Protest gegen die Entscheidung des Vorstands werde der Betriebsrat künftig Arbeitsschichten am Samstag streichen und kurzfristig Abteilungsversammlungen abhalten. Dadurch kommt es in der Regel zu Produktionsausfällen.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte vor einem "Flächenbrand" in der Region gewarnt, falls Daimler die Produktion der Mercedes-Benz C-Klasse in Sindelfingen bei Stuttgart einstelle.

wal/Reuters/AP/dpa

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