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02.12.2009
 

Siemens

Luxemburgischer Geheimdienstler wird Sicherheitschef

Von Dinah Deckstein

Siemens-Schriftzug in München: Neuer Sicherheitschef vom GeheimdienstZur Großansicht
ddp

Siemens-Schriftzug in München: Neuer Sicherheitschef vom Geheimdienst

Der bisherige Leiter des luxemburgischen Geheimdienstes, Marco Mille, wird neuer Sicherheitschef bei Siemens. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE aus Konzernkreisen. Sein Vorgänger Gert-René Polli stolperte über Kontakte zum iranischen Geheimdienst.

München - Siemens hat überraschend schnell einen Nachfolger für seinen erst vor gut einem Monat ausgeschiedenen neuen Sicherheitschef Gert-Rene Polli gefunden. Wie SPIEGEL ONLINE aus Konzernkreisen erfuhr, soll der bisherige Chef des Luxemburger Geheimdienstes SRE (Service de renseignement de l'État), Marco Mille, den heiklen Job zum 1. März nächsten Jahres übernehmen.

Milles Vorgänger, dem Österreicher René Polli, waren seine guten Kontakte zu iranischen Geheimdienstlern zum Verhängnis geworden. Der Verdacht, er könne den Kollegen dort einen streng geheimen Lagebericht des BND zugänglich gemacht haben, hat sich bislang allerdings nicht erhärtet. Ein seit Anfang 2009 deswegen anhängiges Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft gegen ihn dürfte wohl demnächst eingestellt werden.

Auf politischen Druck trennte sich die Siemens-Führung kürzlich trotzdem "in gegenseitigem Einvernehmen" von ihm - und suchte seither unter anderem beim BND, dem BKA, bei Europol oder in der Schweiz nach einem Ersatzmann. Dass sich der Konzern nun für den als sehr diskret geltenden Mille entscheiden hat, stößt im Unternehmen nicht überall auf Zustimmung.

Da bei einem Großkonzern wie Siemens in Sicherheitsfragen häufig sehr schnelle und zuweilen auch unkonventionelle Entscheidungen getroffen werden müssten, heißt es, seien ehemalige Leiter einer großen Behörde mit einer solchen Aufgabe zuweilen überfordert.

Der 45-Jährige, der den SRE seit sechs Jahren führte, hat bei seinem Arbeitgeber bereits unbezahlten Urlaub eingereicht und wolle sich "einer neuen Aufgabe bei einem Privatunternehmen zuwenden", heißt es in luxemburgischen Medien.

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