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03.12.2009
 

Milliardenübernahme

Kabelriese Comcast schluckt NBC Universal

NBC-Logo: Spötter sprechen vom "gerupften Pfau"Zur Großansicht
Getty Images

NBC-Logo: Spötter sprechen vom "gerupften Pfau"

Jetzt ist der Deal perfekt: Comcast übernimmt 51 Prozent an NBC Universal und zahlt dafür 13,75 Milliarden Dollar. Es ist eine der größten Medien-Übernahmen des Jahrzehnts.

Philadelphia - Der Kabelgigant Comcast will für 13,75 Milliarden Dollar die Mehrheit des Medienunternehmens NBC Universal übernehmen. Der größte Kabelnetzbetreiber der USA dürfte damit die Hoheit über die TV-Sender NBC und Telemundo, zwei Dutzend Kabelkanäle und das Universal-Filmstudio mit den zugehörigen Freizeitparks übernehmen.

Die Aktie von General Electric legte am Donnerstag im vorbörslichen Handel nur leicht zu - der Deal war erwartet worden und ist nach Angaben von Brokern eingepreist.

Die Vorstandsvorsitzenden von Comcast und General Electric, Brian Roberts und Jeff Immelt, sprechen schon seit Monaten über dieses Geschäft. Dabei soll General Electrics, das NBC 1986 übernommen hat, eine Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent behalten. Dazu ist geplant, dass der französische Medienkonzern Vivendi seine Beteiligung von 20 Prozent an NBC Universal für 5,8 Milliarden Dollar an General Electrics verkauft.

Der Deal sieht außerdem vor, dass Comcast 6,5 Milliarden Dollar in bar zahlt. Weitere 7,25 Milliarden Dollar steuert Comcast mit seinen eigenen Kabelkanälen wie E!, Style and Golf Channel bei. Jeff Zucker soll Vorstandschef von NBC Universal bleiben.

Comcast steht unter dem Druck, sich neu aufzustellen, da Internet-Filme und mobile TV-Dienste dem Kabelfernsehen zunehmend Konkurrenz machen. NBC Universal wies für die ersten drei Quartale dieses Jahres einen Umsatz von 11,2 Milliarden Dollar und einen Betriebsgewinn von 1,7 Milliarden aus. Von den großen Senderketten in den USA steht NBC auf Platz vier, unter den Filmstudios ist Universal Pictures auf Platz sechs.

Gerupfter Pfau NBCU

General Electrics benötigt Liquidität, nachdem seine Finanztochter GE Capital während der Finanzkrise erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Für GE ist die Verringerung des eigenen Anteils schmerzhaft: Der Industrieriese hatte das Film- und Fernsehreich NBCU über ein Vierteljahrhundert mühsam aufgebaut - und muss jetzt sein Scheitern eingestehen.

Verbraucherschützer kritisierten, dass die Zusammenführung von Produktion und Vertriebsnetz der Unterhaltungsbranche in einer Hand negative Folgen haben könnte. Comcast antwortete darauf, dass der Verbraucher von einer solchen Verbindung profitieren sollte. So könnten etwa Filme von Universal nach ihrem Kinostart schneller im Kabelfernsehen zu sehen sein.

Zu NBC Universal gehören unter anderem ein Fernsehnetz, Themenparks, ein Filmstudio und neben CNBC auch der Kabelsender MSNBC. Der TV-Sender, einst die Heimat des "Must-See TV" ("ER", "Friends", "Seinfeld"), ist im Quotenrennen mit anderen Stationen inzwischen auf Platz vier abgeschmiert - hinter CBS, ABC und Fox. Spötter sprechen vom "gerupften Pfau" - in Anspielung auf das NBC-Maskottchen.

Experten begegnen dem neuen Mega-Deal skeptisch. Andere Großgeschäfte dieser Art haben sich im Nachhinein als fataler Irrweg erwiesen. Musterbeispiel ist Time Warner , das sich bis spätestens Ende 2009 seiner Internettochter AOL entledigen wird - nach acht Jahren öffentlich missratener Ehe.

ssu/AP/dpa-AFX/Reuters

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