Detroit - Der erst vor wenigen Tagen angetretene Chef von General Motors, Edward Whitacre, stellt erste Weichen. Er will den schlingernden US-Autobauer mit einem Umbau der Führungsetage schnell sanieren. "Ich will den Leuten mehr Zuständigkeiten und Kompetenzen in der Organisation geben", sagte Whitacre am Freitag in Detroit. Gleichzeitig müssten die Manager dann aber auch die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen, schob er hinterher.
Der eigentlich nur vorübergehend amtierende GM-Europachef Nick Reilly bleibt auf seinem Posten. Er werde deshalb seine bisherige Funktion als Leiter des internationalen Geschäfts aufgeben, hieß es. Der Brite war Anfang November als zwischenzeitlicher Europachef eingesetzt worden, um Opel und dessen britische Schwestermarke Vauxhall nach dem geplatzten Verkauf an Magna umzubauen.
"Ich freue mich außerordentlich, dass ich Opel und Vauxhall durch diese schwierige Zeit in eine langfristig erfolgreiche Zukunft steuern darf", sagte Reilly. "Wir haben viele Herausforderungen vor uns; es ist keine einfache Aufgabe, aber ich bin davon überzeugt, dass alles vorhanden ist, um erfolgreich zu sein." Am Freitag hatte er verkündet, in der Opel-Entwicklung in Rüsselsheim doch nicht Hunderte Ingenieure zu entlassen, wie es ursprünglich geplant gewesen war.
"Als Europäer bin ich ganz besonders engagiert, was die Zukunft dieses Unternehmens betrifft", sagte Reilly. Derzeit verhandelt er mit den Regierungen der Opel-Staaten über milliardenschwere Hilfen. Reilly kommt nach acht Jahren in Asien wieder nach Europa zurück. Der geborene Waliser war dort zunächst für die Restrukturierung des ehemaligen GM Daewoo Geschäfts zuständig. Im Anschluss war er Präsident von GM Asia-Pacific, und zuletzt Präsident von GM International Operations
77-Jähriger verantwortet Neuentwicklungen und Design
Auch dem GM-Urgestein Bob Lutz weist Whitacre eine neue Rolle zu: Statt ums Marketing soll sich der 77-jährige nun bei Design und Neuentwicklungen einbringen. Lutz war schon einmal Entwicklungschef. In dieser Zeit hat er sich speziell in Deutschland aber wenig Freunde gemacht. Opelaner werfen ihm vor, er sei mitverantwortlich dafür, dass sich die Marke zu langsam weiterentwickelt habe.
Den wichtigen GM-Heimatmarkt verantwortet künftig Mark Reuss. Für das internationale Geschäft ist nun Tim Lee zuständig. Zu seinen Regionen zählt das boomende Asien, Lateinamerika, Afrika und der Nahe Osten. Finanzchef Ray Young bleibt auf seinem Posten, obwohl bereits seit Monaten Spekulationen über seinen Abgang kursieren.
Whitacre hatte erst am Dienstag vorübergehend die Rolle des GM-Chefs übernommen - zusätzlich zu seiner Funktion als Chefkontrolleur des Konzerns. Er drängte den bisherigen Amtsinhaber Fritz Henderson nach immer wiederkehrenden Meinungsverschiedenheiten hinaus, unter anderem beim Thema Opel. Whitacre war es, der die deutsche Tochter mit allen Mitteln behalten wollte und nun Staatshilfe von den Regierungen der europäischen Opel-Länder verlangt.
Am kommenden Dienstag will Whitacre darüber informieren, wie es um GM steht. Der 68-Jährige gilt schon seit Monaten als starker Mann bei GM. Er genießt die Rückendeckung von US-Präsident Barack Obama. Der Staat ist Mehrheitseigner und größter Gläubiger von GM. Kritiker werfen Whitacre jedoch vor, er habe keinerlei Erfahrung im Autogeschäft, was dieser auch freimütig zugibt. Vor seiner Berufung zum GM-Verwaltungsratschef führte er über 17 Jahre lang den Telekomkonzern AT&T. In den kommenden Monaten soll ein endgültiger GM-Chef gefunden werden.
ore/dpa-afx/dpa/Reuters
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So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...
Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...
Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...
verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...
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