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09.12.2009
 

Beliebte DDR-Marken

Treue zum Rotkäppchen

Von Samuel Jackisch

Ost-Marken: Produkte mit Tradition
Fotos
DPA

Ehemalige DDR-Produkte wie "Spee" und "Rotkäppchen" sind bei ostdeutschen Verbrauchern immer noch die Renner. Die Hersteller setzen gezielt auf das Produktvertrauen aus Vorwendezeiten. Die Qualität der Ware spielt für die Kunden offenbar eine untergeordnete Rolle.

Hamburg - Ob "Spee", "Rotkäppchen" oder "Florena" - fast jeder Deutsche kennt inzwischen diese Marken. Doch begehrt sind sie 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch vor allem in Ostdeutschland. Während Westdeutsche lieber mit "Persil" waschen, "Henkell" trinken und sich mit "Nivea" eincremen, ist die Reichweite von DDR-Produkten im Osten der Republik fünfmal höher als im Westen. So kaufen regelmäßig mehr als 48 Prozent der Ostdeutschen "Rotkäppchen", aber nur jeder zehnte westdeutsche Verbraucher.

Dass viele Produkte aus Zeiten des real existierenden Sozialismus auch in der Marktwirtschaft noch so erfolgreich zwischen Rügen und dem Erzgebirge sind, liegt nach Meinung von Experten an der überdurchschnittlichen Markenorientierung der Verbraucher in den ostdeutschen Bundesländern. So lautet zumindest das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der MDR-Werbung.

Hersteller von Ost-Marken setzen deshalb bewusst auf die Vertrautheit mit ihren Marken: 80 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Manager nennen die "Bekanntheit und das Vertrauen aus der Vorwendezeit" als wichtigsten Erfolgsfaktor. Erst mit deutlichem Abstand folgen die Qualität (54,3 Prozent) und die Innovation (30,9 Prozent) einer Marke. Im Klartext: Hersteller ehemaliger Ost-Marken glauben, dass Kunden ihr Produkt schon allein aus alter Gewohnheit kaufen - und die Qualität des Produkts nur zweitrangig ist.

Retro-Trend beim Markenbewusstsein

Die Markentreue der Ostdeutschen ist aber unabhängig von der Herkunft des Produkts - und somit haben auch Waschmittel und Cremes aus dem Westen im Osten einen besseren Stand als No-Name-Produkte. Denn immerhin zwei Drittel der Ostdeutschen sind überzeugt davon, dass "Markenartikel qualitativ besser sind als markenlose Ware". Gleichzeitig ist die Bereitschaft, für Markenartikel auch mehr Geld zu bezahlen, bei Ost- allerdings geringer als bei Westdeutschen.

Ostmarken wie "Berggold", "Putzi", "Indra" und "f6" komme aber auch zugute, dass es einen allgemeinen Retro-Trend gebe, schreiben die Verfasser der Studie weiter. Von etwa 700 Marken aus der DDR haben nur rund 120 die Wiedervereinigung überlebt. Sollte sich der Retro-Trend jedoch einmal wieder abschwächen, seien nur wenige dieser Ost-Marken im Wettbewerb gut aufgestellt, sind die Autoren überzeugt. "Viele Unternehmen werden sich keine weiteren zwanzig Jahre auf dem Erfolgsfaktor 'Bekanntheit und Vertrauen' ausruhen können".

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insgesamt 167 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.01.2010 von Mocs:

Wahrscheinlich "mangels Marktakzeptanz aus der Produktion genommen" - also von BiFi und Co. verdrängt. Sie haben schlichtweg zu wenig davon gefuttert.... mehr...

09.01.2010 von Knalltüte:

Es gab bis vor etwa 2 Jahren im Handelshof in Schwäbisch Hall die dünne Eberswalder Wacholdersalami. Es gibt keine härtere und würzigere Salami - dagegen kann man die Franzosen und Italiener vergessen. Leider ist die aus dem [...] mehr...

09.01.2010 von Brigadier:

Genau das ist der Punkt. Wenn heute von "Aufarbeitung" die Rede ist, wird oft vergessen, dass es neben Staat und Diktatur dieses ganz normale Leben gab, glücklich, traurig, bunt oder auch trist - im Osten, wie im [...] mehr...

05.01.2010 von Masterskipper: Ostmarken

Na dann hauen Sie sich doch weiter Ihre internationalen Westprodukte rein.Als überzeugter,national gesinnter Ostdeutscher bevorzuge ich selbstverständlich die sehr guten Ostprodukte.Diese sind in der absoluten Mehrzahl den [...] mehr...

05.01.2010 von pssst...:

Da ist was dran...genießen Sie es... mehr...

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