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16.12.2009
 

US-Medienkrise

Online-Zeitung bittet Leser um Spende

Zeitungsverkäufer in San Francisco: Die Verlage suchen nach neuen EinnahmequellenZur Großansicht
AFP

Zeitungsverkäufer in San Francisco: Die Verlage suchen nach neuen Einnahmequellen

Der "Miami Herald" baut auf das Mitgefühl seiner Leser. Weil die US-Zeitung massenhaft Abonennten verliert, will sie ihre Online-Ausgabe nun mit Spenden finanzieren: "Wenn Sie den Wert unserer Nachrichten schätzen, ziehen Sie doch bitte eine freiwillige Zahlung in Betracht."

Miami - Der "Miami Herald" bittet die Leser seiner Online-Ausgabe um Spenden. Die gedruckte Auflage der Zeitung war in kurzer Zeit um ein Viertel eingebrochen - Hunderte Mitarbeiter wurden deshalb bereits entlassen. Im Internet werden nach Angaben der US-Zeitung aber immer noch fünf Millionen Leser im Monat erreicht. Die sollen die Zeitung jetzt retten.

Auf MiamiHerald.com wendet sich die Redaktion seit Dienstag an ihre Leser: "Wenn Sie den Wert unserer lokalen Nachrichten und Hintergrundberichte schätzen, aber die Annehmlichkeiten des Internets bevorzugen, ziehen Sie doch bitte eine freiwillige Zahlung für die Web-Nachrichten in Betracht, die Sie interessieren." Zur Begründung zählt die Zeitung die Vorzüge des Online-Angebots auf: "MiamiHerald.com beinhaltet alle Bestandteile der mit Preisen ausgezeichneten Druckausgabe, dazu Eilmeldungen und multimediale Extras wie Video, Audio, Diashows und durchsuchbare Datenbanken."

Ebenso wie in Europa verlieren gedruckte Zeitungen in den USA immer mehr Leser und Anzeigenkunden. Die meisten US-Zeitungen stellen ihren redaktionellen Inhalt kostenlos ins Netz und verlassen sich dort allein auf die Werbeeinnahmen. Einzige prominente Ausnahme ist das "Wall Street Journal", das nur gegen Gebühren online gelesen werden kann. Doch Anzeigen im Internet bringen den Zeitungen im Schnitt nur ein Zehntel der Erträge des Print-Geschäfts ein.

Einige Leser hätten bereits gespendet, sagte Elissa Vanaver, Vizepräsidentin des "Miami Herald". Konkrete Zahlen habe sie aber noch nicht. Es gebe auch keinen bestimmten Finanzierungsplan. "Es ist der erste Tag. Wir haben noch keine Phase zwei oder drei oder vier. Wir wollen erst mal abwarten, was uns dieser Versuch über den Markt sagt." Die gedruckte Ausgabe des "Herald" kostet an Werktagen 50 Cent und am Sonntag 1,50 Dollar.

Werbeumsätze 2007-2011 weltweit nach Mediengattungen
2007 2008 2009 2010 Wandel in %
(2007-2010)
Internet 41 50 54,3 60,3 47,07
Magazine 57,8 55,1 49 47,4 -17,99
TV 178,1 183,3 173,2 179 0,51
Zeitungen 128,4 121,5 107 102,7 -20,02
gesamt 476,9 481,2 448,6 455,4 -4,51
* weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia und Emarketer 14. April 2009

sja/AP

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insgesamt 4 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
16.12.2009 von PeteLustig: .

Könnte zutreffen. Der Meinungsvorherrschaft im Polit-Forum nach zu urteilen leben 90 % der angemeldeten User scheinbar von Hartz4 ;) mehr...

16.12.2009 von Liberty Valence:

Ich rate SpOn dringend davon ab, das auch zu versuchen. Die Gesamtspende aller wird pro Tag unter 10 Euro liegen. mehr...

16.12.2009 von skeinderella: Qualität

Zitat: "Weil die US-Zeitung massenhaft Abonennten verliert" Soso. Abonennten. Genau diese Schlampigkeiten regen mich als Zeitungleser auf. Ich bin hier unten im Bodenseeraum auf den Südkurier als regionale [...] mehr...

16.12.2009 von PeteLustig: .

Wikipedias Finanzierung läuft ähnlich, wieso also auch nicht für die herkömmliche Printpresse. Obwohl ich einigen Zeitungen den Konkurs aufgrund ausbleibender Anzeigenerlöse durchaus gönnen würde... Dieses System sollte sogar [...] mehr...

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