München - Die Testphase dauerte mehr als fünf Jahre, jetzt ist die Entscheidung offenbar gefallen: Der Discounter Aldi Süd plant einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") zufolge in fast allen seiner knapp 1800 Märkte die Aufstellung von Backautomaten.
Dort sollen Kunden Brot und Brötchen per Knopfdruck bestellen, hieß es unter Berufung auf Branchenkreise in der "SZ". Anschließend werde die bestellte Ware in einem für die Kunden nicht einsehbaren Ofen frisch aufgebacken und an der Kasse bezahlt. Bei Umrüstungskosten von bis zu 100.000 Euro pro Filiale sollen Aldi dadurch Kosten von knapp 200 Millionen Euro entstehen. Der Discounter selbst wollte sich zu den Plänen gegenüber der Zeitung nicht äußern.
Aldi Süd dürfte damit den Bäckereimarkt in Deutschland deutlich verändern: "Die Entscheidung von Aldi Süd, ofenfrische Backwaren zu verkaufen, wird an vielen Orten zu einer Neuverteilung von Marktanteilen führen", sagte Lutz Henning, Vorstandsvorsitzender der Bäko-Zentrale Nord der "SZ". Bäko Nord ist nach Angaben der Zeitung zusammen mit dem Schwesterverband Bäko Süd der größte Lieferant für die Backbranche hierzulande.
Den traditionellen Handwerksbetrieben steht mit der Aldi-Süd-Offensive damit ein noch härterer Verdrängungswettbewerb bevor. Denn schon jetzt leiden sie in einem kaum noch wachsenden Markt besonders stark unter dem Auftritt immer neuer Wettbewerber. Wie es in dem Bericht weiter heißt, haben laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks allein in den vergangenen zehn Jahren rund 9000 Backbetriebe geschlossen. Inzwischen stünden den 15.000 Meisterbetrieben rund 46.000 Bäckereigeschäfte entgegen.
böl/ddp/Dow Jones
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