Nürnberg - Die Konsumenten halten sich wieder zurück: Die angekündigten Preiserhöhungen für Strom und Gas und die Angst vor Arbeitslosigkeit dämpfen die Kauflust der Verbraucher zum Jahreswechsel. Das Konsumklima werde sich zu Beginn des Jahres leicht abkühlen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg mit. Der Gesamtindikator der GfK sinkt nach 3,6 Punkten im Dezember im Januar weiter auf 3,3 Punkte. Dies sei bereits der dritte Rückgang in Folge.
Für das kommende Jahr geht die GfK von einer Stagnation der privaten Konsumausgaben aus. Damit würde die Binnennachfrage keine wesentlichen Impulse zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum mehr liefern. In diesem Jahr hingegen war der Konsum laut GfK mit einem voraussichtlichen Zuwachs von 0,5 Prozent "die wesentliche Stütze" der Konjunktur. Das Konsumklima habe sich angesichts der schweren Wirtschaftskrise "überaus robust und widerstandsfähig" gezeigt.
Die Verbraucher erwarten nun, dass sich die leichte Erholung der Wirtschaft 2010 fortsetzen kann. Der Einzelindikator Konjunkturerwartung stieg daher im Dezember leicht auf 1,7 Punkte an. Damit liegt er mehr als 34 Punkte über dem Vorjahresniveau.
Mehr Einkommen - aber auch höhere Kosten
In Folge der verbesserten Konjunkturerwartung verbesserte sich auch die Einkommenserwartung zum Jahresende deutlich. Sie stieg auf 15 Punkte und liegt damit 8,8 Punkte über dem Wert vom November. Die Verbraucher erwarteten, dass der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit weniger stark ausfallen wird als ursprünglich vorhergesagt, erklärte die GfK. Zudem hofften sie auf die Konjunkturhilfen der Regierung wie das höhere Kindergeld und den höheren Kinderfreibetrag zu Beginn des Jahres.
Die Anschaffungsneigung allerdings ist dennoch um 5,1 Punkte auf 21,2 Zähler zurückgegangen, wie die GfK erklärte. Dies liege vor allem daran, dass die Verbraucher wieder steigende Preise für Strom und Gas erwarten. Auch die Sparneigung sei im Dezember "deutlich gestiegen" - entsprechend weniger Geld stehe für den Konsum zur Verfügung.
Finanzexperten erklärten die gesunkene Konsumbereitschaft der Verbraucher mit dem Ende der Abwrackprämie und Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz:
ore/AFP/dpa/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
... Buchgeld bildet genauso Preise, denn es wird ja nachfragewirksam. Durch Freigeld alleine noch nicht, auch mit Umlaufsicherung könnten Banken noch immer Giralgeld schöpfen, es muss eben auch die Geldschöpfung reformiert [...] mehr...
Da muss ich widersprechen, zwar geht es bei Gesell nur um Bargeld, aber sein Werk ist ja nicht die Bibel, sondern wurde weiterentwickelt, was auch im Sinne Gesells war, der sich eine Weiterentwicklung explizit gewünscht hat. [...] mehr...
5 Prozent Verlust vom Nominalwert ist nicht nur aufs Quartal - sondern aufs ganze Jahr bezogen. Doch was sollte einen Handwerker dazu bewegen, jetzt schon Geld von der Bank zu holen, um es erst Monate später erst auszugeben? [...] mehr...
P.C. Martin kannte ich noch nicht, merci für die Links. Der Unterschied zwischen Bargeld und "Bankgeld" ist schnell klar. Es ist im Prinzip der Unterschied, wie er auch zwischen Medikament und Rezept besteht. Das [...] mehr...
Zurzeit wird das Geld über billigste Kredite in den Umlauf gebracht und versucht mit den Gewinnen aus neuen Schneeballsystemen die Verluste aus geplatzten Schneeballsystemen auszugleichen und zusätzlich Gewinn zu machen. Diese [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Konjunkturprognosen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH