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22.12.2009
 

Wachwechsel

Wilhelm von Haller wird Sal.-Oppenheim-Chef

Sal.-Oppenheim-Schriftzug: Personalrochade an der SpitzeZur Großansicht
AP

Sal.-Oppenheim-Schriftzug: Personalrochade an der Spitze

Die Deutsche Bank macht Tempo beim Umbau der baldigen Tochter Sal. Oppenheim: Wilhelm von Haller übernimmt mit sofortiger Wirkung den Vorstandsvorsitz, der bisherige Geschäftsführer Matthias Graf von Krockow räumt seinen Posten.

Köln - Die Privatbank Sal. Oppenheim erhält nach dem Besitzerwechsel eine komplett neue Führung. Der Geschäftsführer der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim, Matthias Graf von Krockow, dankt ab. Seine Nachfolge tritt Wilhelm von Haller an - als Vorstandsvorsitzender der neu gegründeten Sal. Oppenheim jr. & Cie. Verwaltungs-AG, rückwirkend zum 1. Dezember. Das teilte die Bank am Dienstag in Köln mit.

Krockow reagiert auf eine Serie von Pannen, die das Traditionshaus in die roten Zahlen brachten. Er habe sich entschlossen, seine Funktion als Sprecher der Partner und Geschäftsleiter der Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA zum 24. Dezember niederzulegen, sagte er. Allerdings bleibt Krockow noch so lange persönlich haftender Gesellschafter, bis die Übernahme durch die Deutsche Bank vollendet ist. Deutschlands Branchenprimus will das Geschäft zum Ende des ersten Quartals 2010 abschließen.

Der 57 Jahre alte Wilhelm von Haller scheint bestens geeignet für seine neue Aufgabe als Chef der derzeit angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim. Denn das 220 Jahre alte Traditionshaus richtet sein Hauptaugenmerk auf den vermögenden Kundenkreis mittelständischer Firmen - und der Manager verfügt über beste Drähte in den Mittelstand.

Von Haller war seit 1986 bei der Deutschen Bank, zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland. Zuvor hatte der Diplom-Kaufmann für den deutschen Branchenprimus unter anderem in seiner Heimatstadt München, in Chemnitz und in Stuttgart gearbeitet, zumeist in leitender Position.

Weitere Führungswechsel stehen an

Der Wachwechsel an der Sal.-Oppenheim-Spitze ist Insidern zufolge keine rein strategische Unterscheidung der Unternehmen. Die vier persönlich haftenden Gesellschafter - neben Krockow noch Christopher Freiherr von Oppenheim, Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt - waren ins Visier der Finanzaufsicht BaFin geraten. Zeitungsberichten zufolge sollen sie sich Kredite zu Vorzugsbedingungen eingeräumt haben, ohne die Aufsichtsgremien zu informieren. Die BaFin könnte ihnen deshalb die Berechtigung zum Führen einer Bank entziehen.

Oppenheim, Janssen und Pfundt sollen nach den Angaben der Bank ebenfalls aus der Geschäftsleitung ausscheiden. Janssen und Pfundt treten auch als persönlich haftende Gesellschafter ab. Baron Oppenheim werde dagegen weiterhin der Bank verbunden bleiben, hieß es.

Zu weiteren Mitgliedern des Vorstands wurden den Angaben zufolge schon jetzt Wolfgang Leoni und François Pauly berufen. Leoni war bisher Geschäftsführer der Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft, Pauly war Generaldirektor von Sal. Oppenheim in Luxemburg. Leoni solle zukünftig die eigenständige Anlagestrategie von Sal. Oppenheim als Deutsche-Bank-Tochter verantworten, Pauly den Bankbetrieb leiten.

Sal. Oppenheim hat durch die Finanzkrise Multimillionenverluste gemacht. 2008 musste die Bank erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg ein Minus von 117 Millionen Euro ausweisen. Auch Oppenheim hatte auf das lukrative, aber risikoreiche Geschäft mit komplexen Zertifikaten gesetzt. Der Zusammenbruch von Lehman-Brothers brachte auch der Traditionsbank aus Köln Probleme. Dazu kamen schwierige Beteiligungen: Egal ob IKB-Pleite, Arcandor-Insolvenz oder IVG-Krise - Sal. Oppenheim verlor Geld.

ssu/dpa/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
02.01.2010 von Rurik:

Die Idee mit den Holdings gefällt mir prinzipiell, ich würde aber "die Axt" auch im Insolvenzrecht ansetzen, und zwar dergestalt, dass der Staat wie bisher einspringt, um praktisch die Zahlungsverpflichtungen zu [...] mehr...

02.01.2010 von rolli:

Dass eine geringere reale Kreditnachfrage vorhanden ist, ist ja ein Teil des Problems. Mangels solventer Kreditnehmer ( immer dran denken, dass die Bilanzen ausgeglichen sein müssen ) wurde eben - -vond er FED initiiert - an [...] mehr...

02.01.2010 von Rurik:

Ich gebe Ihnen insofern recht, dass die Banken weitermachen müssen. Was Sie beschreiben ist nur eine Seite der Medaille. Das Dilemma ist doch, dass das Geld nun einmal an die Banken ausgegeben ist. Ich bezweifle allerdings, dass [...] mehr...

02.01.2010 von rolli:

Hahahaha.....ich kann Sie gut verstehen und finde Ihren Sarkasmus erfrischend. Nur das mit den 68ern sollten Sie sich nochmals überdenken und siedeln Sie bitte Schröder und Fischer nicht bei den "Sozis" an. Sie sind [...] mehr...

01.01.2010 von supercruiser71:

Also ich meine so : Auf einer Kleinbank können sich kleine Ärsche den Arsch breitsitzen und auf einer Großbank eben große. Eine Bank ist schließlich eine Bank, zum Sitzen gemacht. Und die Frage "Braucht Deutschland die [...] mehr...

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