Hamburg - Die globale Rezession stellt Manager vor eine Zerreißprobe. Viele Unternehmenslenker müssen brutale Sparmaßnahmen im eigenen Konzern durchdrücken, zum Teil sogar Mitarbeiter entlassen. Die Schuld dafür, dass es der eigenen Firma schlecht geht, schieben sie dennoch nur zum Teil auf die Finanzkrise. Zwei Drittel suchen auch bei sich selbst Fehler.
Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Umfrage der Personalberatung Boyden Executive Search, die im dritten Quartal 2009 unter knapp 400 Führungskräften durchgeführt worden ist. Befragt wurden CEOs, Geschäftsführer und Manager der oberen Führungsebenen aus diversen Branchen, vom Dax-notierten Automobilkonzern bis zum Sportartikelhersteller.
Das Ergebnis der Erhebung ist eindeutig: Hat die Krisensituation das Unternehmen einmal erfasst, überdenken 68 Prozent der Befragten ihr Führungsverhalten. Fünf Prozent der befragten Manager sehen sich durch ihre Entscheidungen sogar persönlich für die Situation ihres Unternehmens verantwortlich und sind bereit Konsequenzen zu tragen. Nur 16 Prozent sehen die Ursachen einer Krise überhaupt nicht in ihrer eigenen Verantwortung.
Die Maßnahmen gegen eine Krisensituation unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen deutlich. Nur in einem Punkt herrscht der Erhebung zufolge Konsens: Externe, krisenerfahrene Berater werden nur selten zur Lösung herangezogen, 68 Prozent der Manager erarbeiten ihre Lösungswege mit internen Ressourcen - auch um Kosten zu sparen.
Mehr als ein Drittel der befragten Führungskräfte kann der Krise zudem etwas Positives abgewinnen: 37 Prozent gaben an, schwierige Situationen zwinge alle Beteiligten zum Umdenken. Dadurch böten sich auch Chancen: Marktanteile könnten hinzugewonnen werden, Wettbewerber wegfallen. 69 Prozent der Befragten sehen in der Krise zudem für sich selbst Entwicklungspotential. Durch die Herausforderungen vor die sie in schwierigen Zeiten gestellt würden, gewönnen sie mehr Weitblick bei der Lösung künftiger Probleme.
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