Besonders stark betroffen von der Absatzschwäche ist Niedersachsen, wo die Exporte um 27,9 Prozent einbrachen. Fahrzeugbau, Maschinenbau und Chemieindustrie sind für einen Großteil der niedersächsischen Ausfuhren verantwortlich - und diese Branchen leiden in besonderem Maße unter der Wirtschaftskrise.
Die macht auch den absatzstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu schaffen. Sie mussten herbe Einbußen von mehr als einem Fünftel hinnehmen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland lag das Minus bei über einem Viertel.
Vergleichsweise wenig büßen Berlin, Mecklenburg-Vorpommern (beide minus 11,4 Prozent) und Brandenburg (minus 14,3 Prozent) ein. In diesen Bundesländern existieren kaum große Industriebetriebe, die von dem Exporteinbruch getroffen werden könnten.
Der Außenhandelsverband BGA erwartet für dieses Jahr insgesamt einen Rückgang bei den Ausfuhren von 18 bis 20 Prozent - das wäre das größte Minus seit Gründung der Bundesrepublik. Für das kommende Jahr geht der Verband von einem Wachstum um bis zu zehn Prozent aus.
Niedersachsens Tarifparteien beraten über Krisenfolgen
Zur Beschäftigungssicherung in Niedersachsen hat IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine notfalls eine 25-Stunden-Woche vorgeschlagen. Um Entlassungen zu vermeiden, könnte diese Variante angewendet werden, falls die Frist von 24 beziehungsweise 18 Monaten Kurzarbeit ausgeschöpft sein sollte, sagte er.
Gewerkschaft und Arbeitgeberverband hatten am Mittwoch ihre Gespräche zur Beschäftigungssicherung fortgesetzt. Ein Sprecher der Arbeitgeber betonte, man stimme darin überein, dass die Lage der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen außerordentlich schwierig sei.
Die Aufträge seien 2009 dramatisch abgestürzt - bei einigen um 30 Prozent, bei anderen um 40 Prozent, sagte NiedersachsenMetall-Sprecher Werner Fricke. Dagegen habe die Beschäftigung mit minus fünf Prozent relativ stabil gehalten werden können. Für viele Betriebe sei Kurzarbeit bereits jetzt zu teuer.
ore/Reuters/ddp
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