Wirtschaft


ThemaFinanzkrise ab 2007RSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
23.12.2009
 

Neues Ausfuhr-Ranking

Nur Hamburg trotzt der Exportkrise

Der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft ist der Export - jetzt schlägt die Krise in 15 von 16 Bundesländern durch, zeigt ein neues Ranking. Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland trifft es am härtesten. Einzig im Norden gingen die Zahlen trotz globaler Rezession nach oben.


Wiesbaden - Hamburg kommt als einziges Bundesland bisher glimpflich durch die Exportkrise. Der Wert der Waren, die der Stadtstaat von Januar bis September ins Ausland verkaufte, lag sogar noch ein Prozent über dem Vorjahresbetrag, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Insgesamt gingen die Ausfuhren der Bundesländer in den ersten drei Quartalen hingegen um 21,7 Prozent auf rund 479 Milliarden Euro zurück (siehe Fotostrecke).

Besonders stark betroffen von der Absatzschwäche ist Niedersachsen, wo die Exporte um 27,9 Prozent einbrachen. Fahrzeugbau, Maschinenbau und Chemieindustrie sind für einen Großteil der niedersächsischen Ausfuhren verantwortlich - und diese Branchen leiden in besonderem Maße unter der Wirtschaftskrise.

Die macht auch den absatzstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu schaffen. Sie mussten herbe Einbußen von mehr als einem Fünftel hinnehmen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland lag das Minus bei über einem Viertel.

Vergleichsweise wenig büßen Berlin, Mecklenburg-Vorpommern (beide minus 11,4 Prozent) und Brandenburg (minus 14,3 Prozent) ein. In diesen Bundesländern existieren kaum große Industriebetriebe, die von dem Exporteinbruch getroffen werden könnten.

Der Außenhandelsverband BGA erwartet für dieses Jahr insgesamt einen Rückgang bei den Ausfuhren von 18 bis 20 Prozent - das wäre das größte Minus seit Gründung der Bundesrepublik. Für das kommende Jahr geht der Verband von einem Wachstum um bis zu zehn Prozent aus.

Niedersachsens Tarifparteien beraten über Krisenfolgen

Zur Beschäftigungssicherung in Niedersachsen hat IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine notfalls eine 25-Stunden-Woche vorgeschlagen. Um Entlassungen zu vermeiden, könnte diese Variante angewendet werden, falls die Frist von 24 beziehungsweise 18 Monaten Kurzarbeit ausgeschöpft sein sollte, sagte er.

Gewerkschaft und Arbeitgeberverband hatten am Mittwoch ihre Gespräche zur Beschäftigungssicherung fortgesetzt. Ein Sprecher der Arbeitgeber betonte, man stimme darin überein, dass die Lage der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen außerordentlich schwierig sei.

Die Aufträge seien 2009 dramatisch abgestürzt - bei einigen um 30 Prozent, bei anderen um 40 Prozent, sagte NiedersachsenMetall-Sprecher Werner Fricke. Dagegen habe die Beschäftigung mit minus fünf Prozent relativ stabil gehalten werden können. Für viele Betriebe sei Kurzarbeit bereits jetzt zu teuer.

ore/Reuters/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 510 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
11.03.2010 von nr6527: Privatinsolvenz in 12 Monaten

Wenn Sie unabhängig sind sollten Sie sich eine Arbeit in England (alternativ Nordfrankreich) suchen, dort können Sie innerhalb von 12 Monaten Ihre Privatinsolvenz durchziehen, die muss auch in Deutschland anerkannt werden, dann [...] mehr...

11.03.2010 von kurt klemm: @ Herr Holtz

Sie schreiben: "Heute bin ich Hartz IV Empfänger und habe ein neues Unternehmen als IT Fachhändler gegründet. Das Konzept habe ich der NBank Hannover vorgelegt, die es aufgrund der Vorgeschichte auf mehreren Ebenen geprüft [...] mehr...

11.03.2010 von kdshp:

"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein." - Guido Westerwelle (FDP) Hallo, nimmt man es aus dem zusammenhang (H4) hat er genau das gesagt was sie meinen. Wer lebt [...] mehr...

11.03.2010 von andrea heil: kleiner Nachtrag an Herrn Holtz (nicht böse sein)

Sie sollten sich an den Machern in Deutschland orientieren. Dann klappt das auch mit dem Einkommen. ;-) [...] mehr...

11.03.2010 von andrea heil:

Besonders ekelerregend ist in meinen Augen die Haltung der CoBa. Hatten wir die nicht gerade gemeinsam "gerettet" ? Ansonsten nichts wirklich Neues, auch wenn Ihre Sache wohl zu den besonders dumm-dreisten Fällen [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Finanzkrise ab 2007

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Welches Wachstum Experten vorhersagen

Fünf Wirtschaftsweise

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Fünf Wirtschaftsweise") rechnet für 2010 mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft von 1,5 Prozent. Für 2011 liegt die Prognose bei 1,4 Prozent.

Bundesregierung

Führende Wirtschaftsinstitute

EU-Kommission

Internationaler Währungsfonds







TOP



TOP