Von Friederike Ott, Ole Reißmann und Anselm Waldermann
Hamburg - 2009 hat die Krise Deutschland voll erfasst. Manchmal mit lautem Tamtam, so bei Opel, Karstadt und Quelle. Manchmal aber auch ganz leise. Tausende Jobs gingen in diesem Jahr verloren, ohne dass darüber berichtet wurde.
Eine SPIEGEL-ONLINE-Umfrage zeigt nun: Allein die Dax-Konzerne haben in den vergangenen Monaten 116.385 Stellen abgebaut, davon 45.354 in Deutschland. Nur selten haben es die Betroffenen in die Schlagzeilen geschafft, in der Regel vollzog sich der Jobabbau still und heimlich.
Die meisten Arbeitsplätze gingen bei der Allianz
verloren. Der Versicherungskonzern beschäftigt heute in Deutschland rund 21.000 Mitarbeiter weniger als ein Jahr zuvor - ein Minus von 30 Prozent. Allerdings liegt dies vor allem am Verkauf der Dresdner Bank. Ein Großteil der Stellen findet sich denn auch beim Käufer, der Commerzbank
, als dickes Plus wieder (siehe Mitarbeitertabellen).
Die zweitgrößte Änderung in Deutschland gab es beim Autokonzern Daimler
, der hierzulande 4200 Stellen abgebaut hat. Danach folgen der Handelsriese Metro
(minus 3800), der Stahlkonzern ThyssenKrupp
(minus 3200) und der Industriegigant Siemens
(minus 3000).
Allerdings haben diese Unternehmen sehr viele Beschäftigte. Prozentual fällt der Job-Kahlschlag bei ihnen deshalb nicht so sehr ins Gewicht. Anders sieht das bei den kleineren Dax-Konzernen aus. Hier ist der Stellenabbau in Relation zur gesamten Belegschaft besonders dramatisch. Beispiel Infineon
: Der Halbleiterkonzern hat die Zahl seiner Mitarbeiter in Deutschland binnen eines Jahres um 11,2 Prozent reduziert. Beim Kosmetikhersteller Beiersdorf
beträgt das Minus 10,3 Prozent, beim Lkw-Produzenten MAN
sind es minus 6,3 Prozent.
Noch dramatischer sind die Zahlen auf internationaler Ebene - zumindest bei einzelnen Unternehmen. Allein Siemens hat weltweit 20.000 Arbeitsplätze abgebaut, bei der Deutschen Post
waren es knapp 18.000 und bei Daimler rund 16.000 (siehe internationale Tabelle).
Einige Konzerne erhöhen die Zahl ihrer Mitarbeiter
Immerhin: Einige Großkonzerne haben die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöht. Neben der Commerzbank, die von der Übernahme der Dresdner Bank profitierte, gilt dies vor allem für die Deutsche Telekom
(weltweit plus 32.000 Stellen) und die Lufthansa
(weltweit plus 11.000 Stellen).
Auch in Deutschland konnten einige Unternehmen die Zahl ihrer Mitarbeiter steigern: Fresenius
plus 3000, BASF
plus 1300, RWE
plus 1000.
Unter dem Strich bleibt allerdings ein dickes Minus. Selbst wenn man alle neu hinzugekommenen Stellen in die Rechnung einbezieht, haben die Dax-Konzerne allein in Deutschland im Saldo knapp 18.000 Arbeitsplätze abgebaut.
Bemerkenswert: In der Summe haben die Firmen fast genau so viele Stellen in Deutschland gestrichen wie international. Weltweit beträgt der Saldo aus neuen und vernichteten Arbeitsplätzen minus 20.000. Was dies bedeutet, wird vor allem bei einem prozentualen Vergleich deutlich: Weltweit ging die Zahl der Dax-Mitarbeiter unter dem Strich um 0,6 Prozent zurück, in Deutschland dagegen um 1,2 Prozent. Mit anderen Worten: Das Engagement der Unternehmen verlagert sich auch in der Krise immer mehr ins Ausland.
Die Umsätze schrumpfen stärker als die Zahl der Mitarbeiter
Eines muss man den Konzernen allerdings zugutehalten - die Zahl ihrer Mitarbeiter ist weniger stark gesunken als ihre Einnahmen. So kamen die Dax-Konzerne in den ersten drei Geschäftsquartalen 2009 auf einen Gesamtumsatz von 750 Milliarden Euro. Das waren 8,3 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Unternehmen haben sich also beim Jobabbau gemessen an ihren Einnahmen noch verhältnismäßig zurückgehalten (siehe Umsatztabelle).
Bei den Gesamtumsätzen wurden Deutsche Bank und Commerzbank nicht mitgerechnet, weil Banken keinen Umsatz im klassischen Sinne ausweisen können. Umsatzkönig war Volkswagen
mit rund 77 Milliarden Euro in den ersten drei Geschäftsquartalen 2009. Das größte Umsatzwachstum verzeichneten Fresenius (plus 19 Prozent) und die Münchener Rück
(plus 10 Prozent). Die größten Umsatzverlierer waren Salzgitter
(minus 38 Prozent), K+S (minus 34 Prozent) und ThyssenKrupp (minus 24 Prozent).
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Und Ihr Beitrag besteht nur aus Pseudo-Flames! Shame on you. mehr...
mein Job ist schon lange weg ! So einen finde ich auch nicht wieder, weil sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit einflussreichen Betriebsräten, Anspruch auf Sonderurlaub, Sonderzahlungen und [...] mehr...
Heute Hüh, morgen hott. Gestern Aufschwung, heute schrumpfende Löhne. Wer liest diesen Unsinn eigentlich noch? Zum Glück steht der Link zum Forum schon auf der Titelseite. So erspar ich mir den Umweg über den Artikel. mehr...
WOher haben Sie die Zahl "10.000" und woher die Sicherheit, dass es nicht 10.001 oder 9.999 sind? Sind Sie der Eliteverwalter? Niemals, denn wir schreiben nun mal das Jahr 2011. Sie können aber zum Islam [...] mehr...
Es wird Zeit, dass die Gewerkschaften wieder den Job machen für den sie bezahlt werden. Andernfalls ist der Wutbürger gefragt, wie man weiss, können die Rahmenbedingungen, wie Mindestlöhne sehr wohl von der Politik festgelegt [...] mehr...
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