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06.01.2010
 

Offene Gasrechnung

Ukraine schuldet Russland 900 Millionen Dollar

Gas-Pipeline nahe der ukrainischen Grenze: Versorgung in Europa soll sicher seinZur Großansicht
dpa

Gas-Pipeline nahe der ukrainischen Grenze: Versorgung in Europa soll sicher sein

Die Frist läuft ab: Bis Montag soll die Ukraine 900 Millionen Dollar an Russland zahlen - für das im Dezember gelieferte Gas. Bisher konnte der staatliche Energiekonzern die Summe nicht aufbringen. Jetzt soll die ukrainische Staatsbank einspringen.

Kiew - Mal wieder Ärger um nicht bezahlte Gasrechnung: Die Ukraine kann das Geld für das im Dezember gelieferte russische Erdgas nicht zahlen. Präsident Viktor Juschtschenko forderte daher die Zentralbank seines Landes in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief auf, dem staatlichen ukrainischen Gaskonzern Naftogas zu helfen. Naftogas schulde der russischen Seite bis kommenden Montag mehr als 900 Millionen Dollar (625 Millionen Euro), hieß es in dem Brief. Die Zentralbank müsse zur Unterstützung der Firma Staatspapiere aufkaufen.

Der drohende Lieferstreit mit Russland sorgt in der Ukraine für Munition im Wahlkampf: Präsident Juschtschenko griff in seinem Brief Regierungschefin Julia Timoschenko an, die am 17. Januar bei der Präsidentenwahl gegen den Staatschef antritt. Grund für die finanziellen Probleme von Naftogas seien die Regierung und Timoschenko "persönlich": Sie hätten ohne Talent agiert. Unlängst hatte auch der russische Konzern Gazprom unverhohlen Stellung bezogen.

Die Zahlungsprobleme der Ukraine geben in Europa Anlass zur Sorge. 25 Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases kommen aus Russland, vier Fünftel davon fließen durch Leitungen auf ukrainischem Gebiet. Anfang 2009 waren die Gaslieferungen von Russland nach Europa wegen eines Streits zwischen Moskau und Kiew über die Bezahlung für zwei Wochen unterbrochen.

ore/AFP

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Energieträger Erdgas

Erdgas ist nach Mineralöl der zweitwichtigste Bestandteil des deutschen Energiemix. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Angaben des BDEW inzwischen damit beheizt. Insgesamt sind es mehr als 18 Millionen Haushalte - Tendenz steigend. Zudem wird mit Erdgas Strom erzeugt, und umweltfreundliche Autos werden mit Erdgas angetrieben. Die Erdgas-Lagerstätten sind auf wenige Regionen begrenzt - mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen befinden sich in den Ländern Russland, Iran und Katar.

Erdgas ist der am wenigsten klimaschädliche aller fossilen Brennstoffe. Bei seiner Verbrennung werden etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt. Dies ist im Vergleich zu Erdöl (270 g/kWh) und Kohle (je nach Qualität 330 bis 400 g/kWh) gering.





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