Wiesbaden - Die deutsche Konjunktur berappelt sich allmählich wieder. Die Signale des Aufschwungs verstärken sich. Neuster Beleg: die Exporte. Die sind im November unerwartet deutlich gestiegen - um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.
Es ist der dritte Anstieg in Folge, und er ist wesentlich stärker als erwartet. Experten hatten nur mit einem ein kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Insgesamt wurden Waren im Wert von 73,7 Milliarden Euro ausgeführt, 3,1 Prozent weniger als im November 2008. Während die Ausfuhren nach Europa erneut schrumpften, nahmen sie in die übrigen Kontinente um 2,9 Prozent zu.
Im Jahresvergleich sind Deutschlands Exporte dagegen stark geschrumpft. In den ersten elf Monaten setzten die Unternehmen fast ein Fünftel weniger im Ausland um als ein Jahr zuvor. An dieser Negativ-Bilanz dürfte auch der nun einsetzende Aufschwung nichts mehr ändern. Der Exportverband BGA erwartet, dass sich das Minus bis Jahresende nur noch auf etwa 18 Prozent reduziert.
Minus 18 Prozent: Das wäre der größte Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik - und der erste seit 1993 überhaupt. Immerhin sind die Aussichten für 2010 besser. Im kommenden Jahr rechnet die Branche mit einem Wachstum von vier bis zehn Prozent.
Der Überschuss der Handelsbilanz ist im November deutlich gestiegen. Der Saldo betrug 17,4 Milliarden Euro, nach 13,4 Milliarden Euro im Vormonat. Grund ist ein überraschend starker Rückgang der Importe. Die Einfuhren sanken im November überraschend um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Experten hatten ein Wachstum von 1,2 Prozent vorausgesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro importiert - 14,8 Prozent weniger als im November 2008.
ssu/AFP/dpa/Reuters
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