Wirtschaft


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12.01.2010
 

KPMG-Studie

Deutsche Firmen beklagen mehr Wirtschaftsdelikte

Verkauf gefälschter Markenuhren in Peking: Reputationsschaden nicht bezifferbarZur Großansicht
REUTERS

Verkauf gefälschter Markenuhren in Peking: Reputationsschaden nicht bezifferbar

Betrug, Datendiebstahl, Korruption: Deutsche Unternehmen leiden einer Studie zufolge unter einem starken Anstieg der Wirtschaftskriminalität. Mehr als jede dritte Firma soll betroffen sein. Besonders im Internet häufen sich Delikte wie der Missbrauch von Bankdaten.

Düsseldorf - Wirtschaftskriminalität entwickelt sich für deutsche Unternehmen zu einem immer größeren Problem: In den vergangenen drei Jahren wurde mehr als jede dritte Firma (37 Prozent) nach eigenen Angaben Opfer von Kriminellen. Das hat eine repräsentative Befragung unter 300 mittelständischen und großen Unternehmen im Auftrag der Wirtschaftsberatung KPMG ergeben, die am Dienstag vorgestellt wurde. Bagatelldiebstähle wurden dabei nicht erfasst. Bei der vorherigen Erhebung, die im Juli 2006 veröffentlicht wurde, war nur jede vierte Firma (26 Prozent) betroffen.

80 Prozent der Unternehmen stufen Wirtschaftskriminalität demnach inzwischen als ernsthaftes Problem ein. Das entspricht einem Plus von neun Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Befragung. 67 Prozent der Firmen erwarten einen weiteren Anstieg der Delikte im eigenen Umfeld.

Das am häufigsten auftretende Delikt ist den Angaben zufolge Betrug: 61 Prozent der Firmen waren davon betroffen. Es folgen Diebstahl und Unterschlagung mit je 57 Prozent sowie Untreue mit 45 Prozent. Deutlich zugenommen hätten in den vergangenen Jahren auch Fälle von Geldwäsche und die Fälschung von Finanzabschlüssen.

Mehr Online-Delikte

Die Täter setzen zunehmen auf das Internet: 53 Prozent der Firmen beklagten Vorfälle im Web. Vor vier Jahren seien es noch 30 Prozent gewesen. So würden via Internet im Namen von Unternehmen Bankdaten abgefischt, Konten angelegt und Kredite erschlichen - oder als groß angelegter Betrug nicht existierende Waren verkauft.


In der Wirtschaftskrise wachse zudem die Neigung, über die Fälschung von Bilanzen und Finanzdaten die Lage des Unternehmens zu schönen, oder beim Vertrieb Bestechung einzusetzen. So habe die Commerzbank ihren Schaden durch gefälschte Finanzdaten von Kreditnehmern unlängst auf 60 Millionen Euro beziffert. Die größten Schäden entstehen der Studie zufolge durch Kartellverstöße, Geldwäsche und Korruption.

Unternehmen sparen bei der Sicherheit

Die jährliche Schadenssumme durch Wirtschaftskriminalität bezifferte Frank Hülsberg, Experte für Wirtschaftskriminalität bei KPMG, einschließlich der Dunkelziffer auf 15 bis 20 Milliarden Euro. Hinzu komme ein noch nicht zu beziffernder Reputationsschaden, wenn beispielsweise der Ruf von Firmen durch Produktfälschungen beschädigt werde, hieß es. Der aufgedeckte Schaden lag laut Bundeskriminalamt 2008 bei 3,4 Milliarden Euro.

In der Krise sei zudem die Tendenz zu beobachten, auch an der Sicherheit zu sparen. "Viele Unternehmen verzichten selbst auf die banalste Sicherung ihres geistigen Eigentums. Dabei kann man heute die komplexesten Konstruktionspläne auf einem kleinen USB-Stick aus dem Betrieb tragen", sagte Hülsberg.

Besonders der Mittelstand setze noch immer auf blindes Vertrauen. Mehr als jeder fünfte Mittelständler hat nach eigener Auskunft keine Verfahren zur Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität.

fro/dpa/ddp/Reuters

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12.01.2010 von armin.k: Wirtschaftsdelikte : nicht klagen, sondern verhindern!

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