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14.01.2010
 

Lohndumping

Schlecker-Methode weit verbreitet

Stahlproduktion: Leiharbeiter müssen sich oft mit weniger Lohn zufriedengebenZur Großansicht
ddp

Stahlproduktion: Leiharbeiter müssen sich oft mit weniger Lohn zufriedengeben

Schlecker ist nicht das einzige Unternehmen, das seine Gewinne mit billigen Leiharbeitern steigern will. Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern versuchen viele Firmen auf die gleiche Weise, Tarifstandards zu unterlaufen. Selbst Kirchen und Wohlfahrtsverbände schrecken davor nicht zurück.

Duisburg - Niedriglöhne bei Leiharbeitern sind nach Angaben von Arbeitsmarktforschern in Deutschland kein Einzelfall. "Wie die Firma Schlecker haben in den vergangenen Jahren viele Unternehmen ein eigenes Zeitarbeitsunternehmen gegründet, um geltende tarifliche Standards zu unterlaufen", sagte Claudia Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) am Donnerstag in Duisburg.

Nicht selten kehrten die Beschäftigten auf diesem Wege für weniger Geld und schlechtere Arbeitsbedingungen an ihren alten Arbeitsplatz zurück. Nach geltender Rechtslage sei diese Praxis jedoch nicht illegal, so die Wissenschaftlerin der Universität Duisburg-Essen. Es sei möglich, Leiharbeiter nach eigenen Tarifverträgen zu entlohnen.

Damit sehe das Gesetz eine Ausnahme von dem Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" vor. Diese Ausnahme sei jedoch inzwischen vielfach zur Regel geworden, kritisierte Weinkopf. Die entsprechenden tariflichen Einstiegslöhne für Leiharbeiter lägen zwischen 6,15 Euro und 6,50 Euro je Stunde in Ostdeutschland und zwischen 7,35 Euro und 7,51 Euro in Westdeutschland. Dies sei deutlich niedriger als die vergleichbare Bezahlung in anderen tarifgebunden Betrieben.

Auch Wohlfahrtsverbände wollen Kosten sparen

Motive, um die ursprünglich zur Abdeckung von Auftragsspitzen gedachten Leiharbeitskräfte "mehr oder weniger" dauerhaft einzustellen, seien in der Regel erwartete Einsparungen bei den Lohn- und Gehaltskosten, so die Wissenschaftlerin. Betroffen seien nahezu alle Branchen von Banken und Versicherungen bis hin zu Handelsunternehmen und Anbietern im sozialen und medizinischen Bereich. Neben privaten Unternehmen versuchten auch kirchliche Pflegeeinrichtungen und große Wohlfahrtsverbände auf diese Weise, Personalkosten zu reduzieren.

Betroffen davon sei in der Regel jedoch nur ein Teil der Belegschaft. Eine Umfrage unter Betriebsräten aus dem Jahr 2007 habe ergeben, dass eigene Zeitarbeitsfirmen bereits in gut sieben Prozent aller Unternehmen mit betrieblicher Interessenvertretung existierten. Neuere Zahlen seien derzeit nicht verfügbar, sagte Weinkopf. Nach einem Einbruch der Zahlen der Leiharbeitskräfte durch die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr sei diese Form der Beschäftigung derzeit wieder auf dem Vormarsch.

mik/dpa-AFX

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12.01.2010 von Pilchard:

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