München - Es sind große Namen, die das österreichische Nachrichtenmagazin "Profil" ausgegraben hat: Vom umstrittenen Verkauf der österreichischen Skandalbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) an die BayernLB vor drei Jahren haben zahlreiche Industrielle aus Deutschland und Österreich profitiert. Darunter finden sich die Familie Flick, der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bahn, Heinz Dürr, ein Mitglied der Industriellenfamilie Piëch und Helmut Maucher, ehemaliger Chef des Lebensmittelmultis Nestlé
. Das geht aus einer Liste hervor, die "Profil" am Donnerstag veröffentlichte.
Die genannten Personen waren von Ende 2006 bis Anfang 2007 an der Seite des Investors Tilo Berlin bei der damals schon klammen österreichischen Bank eingestiegen, verkauften ihre Anteile dann aber schon wenige Monate später mit einem satten Aufschlag an die Bayerische Landesbank. Der Profit soll laut "Süddeutscher Zeitung" 130 bis 170 Millionen Euro betragen haben.
Die Übernahme der HGAA haben der Freistaat Bayern und die Landesbank 3,7 Milliarden Euro gekostet. Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt deshalb gegen den damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt und seit der Vernehmung Berlins am Dienstag auch gegen nicht genannte weitere Beschuldigte.
"Für Frau Flick war das ein eher bescheidenes Investment"
Ingrid Flick und der frühere Deutsche-Bahn-Chef Dürr bestätigten am Donnerstag, dass sie 2007 mit Genussscheinen an dem exklusiven Fonds des späteren HGAA-Chefs Berlin beteiligt waren. "Sie hat eine Million investiert. Für Frau Flick war das ein eher bescheidenes Investment", teilte etwa der Vorstandschef der Flick-Privatstiftung, Jörg-Andreas Lohr, mit. Nach relativ kurzer Zeit habe die Witwe des Milliardärs Friedrich-Karl Flick annähernd 400.000 Euro Gewinn gehabt - also eine Rendite von 40 Prozent.
Die Heinz Dürr GmbH teilte auf Anfrage mit, sie habe "am 12. Februar Genusscheine an einer Beteiligungsgesellschaft erworben, die in die Hypo-Alpe-Adria-Bank investierte". Die Wachstumschancen der Bank in Südosteuropa seien gut gewesen. Lohr sagte, die Berlin-Gesellschaft habe den Wert der HGAA im Januar 2007 mit 2,75 Milliarden Euro angegeben. "Ich fand das eher etwas hoch", sagte der Wirtschaftsprüfer. Aber nach einer Investorenreise an mehrere Standorte der Bank, angesichts der damaligen Südosteuropa-Phantasie und des anvisierten Börsengangs habe er gefunden: "Das ist durchaus interessant, das könnte was werden."
Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber warnte seinen Nachfolger Horst Seehofer davor, "so zu tun, als ob es eine alte und eine neue CSU gebe". Der Bankvorstand sei die treibende Kraft beim Kauf der HGAA gewesen, sagte der ehemalige bayerische Wirtschaftsminister der "Bayerischen Staatszeitung". Die Politiker im Verwaltungsrat hätten das abgenickt.
sam/APN
Auf anderen Social Networks posten:
.......ist doch längst vergessen. Der Teutsche Michel ist doch viel zu sehr beschäftigt mit DFL, Big Brother, DSDS und mehr solcher "Volksbelustigungen". Und nun hören Sie doch auf die wohlverdiente Wochenend- [...] mehr...
Nee, Richter und Staatsanwälte sind voll und ganz damit beschäftigt, sich um die wirklichen Kriminellen zu kümmern, also Pfandflaschenbonentwender, Leute die Maultaschen selber essen statt sie wegzuwerfen, oder sich für 0,00014 [...] mehr...
Das ist doch eindeutig, dass hier ein illegales Geschäft betrieben wurde. Denn mit Insiderwissen und mit der Hand am Hebel haben sich hier einige unter der Mithilfe von Tilo Berlin sich auf Steuerzahlerkosten bereichert! Und [...] mehr...
In einem Unternehmen mit Aufsichts- oder Verwaltungsrat ist der Vorstand ausnahmslos an Weisungen des Aufsichtsrates gebunden. Der Aufsichtsrat (Verwaltungs-) bestimmt in einem Unternehmen die Richtlinien der Politik. Sonst [...] mehr...
Auch falsch den es ist egal, jegliches Geldsystem dient nur dazu eine Verknappung von Resourcen zu managen. Bis in das computerisierte Industriezeitalter machte das auch noch einigermassen Sinn. Das heisst aber auch das es in [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema BayernLB | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH