London - Griechenland trifft mit seiner ersten Anleihe in diesem Jahr bei Investoren auf reges Interesse. Bankkreisen zufolge gingen am Montag Kaufanträge im Volumen von 16 Milliarden Euro ein. Das Papier mit einer Laufzeit von fünf Jahren hat nach Angaben eines mit dem Vorgang vertrauten Bankers eine Rendite von ungefähr 6,5 Prozent - bei den derzeitigen Bedingungen auf dem Finanzmarkt ein sehr attraktives Angebot. Der Aufschlag dürfte aber im Laufe des Tages noch zurückgehen.
Die Emission gilt als Lackmustest für die Fähigkeit der griechischen Regierung, trotz der Diskussionen um das ausufernde Staatsdefizit frisches Geld am Kapitalmarkt einzusammeln. Aus Kreisen des Finanzministerium hieß es, das südosteuropäische Land wolle fünf Milliarden Euro bei der Emission aufnehmen. Die griechische Regierung hatte Morgan Stanley
, Goldman Sachs
, Credit Suisse
, die Deutsche Bank
, die Nationalbank von Griechenland und die EFG Eurobank beauftragt, das Papier am Markt zu platzieren.
Die Euro-Zone übt laut Europäische-Zentralbank-Ratsmitglied Ewald Nowotny derzeit großen Druck auf Griechenland aus, den Haushalt zu konsolidieren. Das zuletzt auf knapp 13 Prozent gestiegene Haushaltsdefizit des Eurolandes ist seit Wochen Top-Thema an den Märkten. Griechenlands Risikoaufschlag ist deshalb stark gestiegen. Am Montag lag die Rendite fünfjähriger griechischer Staatsanleihen fast 3,8 Prozentpunkte höher als die vergleichbarer deutscher Papiere.
Kein Austritt aus der Währungsunion
Trotz der Rekordverschuldung will Griechenland Mitglied der Euro-Zone bleiben. "Spekulationen über einen Austritt aus der Währungsunion sind abstrus", sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou der "Welt". Er schließe "kategorisch" aus, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen werde. Zugleich zeigte sich der Minister zuversichtlich, den Abbau der hohen Staatsverschuldung zu schaffen: "Wir werden die Haushaltsprobleme aus eigener Kraft meistern." Hilfe von außen erwarte sein Land dabei nicht.
ore/Reuters/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
Klar haben die das mitbekommen da Griechenland ja nicht die einzigen waren die zur Euroeinführung ihre Bilanzen frisiert haben. Belgien, Italien, Spanien oder Portugal hätten auch nie den Euro kriegen dürfen. mehr...
Griechenland hat sich durch durch extrem gefälschte Zahlen, man könnte fast schon sagen mit krimineller Energie, in den EURO-Klub hineingemogelt. Jedenfalls konnte man das als Normalsterblicher vor nicht allzu langer Zeit in den [...] mehr...
Da wird niemand gewarnt. Nur sind "die Reichen" halt typischerweise nicht Leute, die herumsitzen und auf "Warnungen" warten. Wenn die eine Inflation erwarten, bauen sie ihr Vermoegen halt entsprechend um. [...] mehr...
warum alle Welt sich verrückt macht. Ist doch noch gar nichts passiert. Solange Staaten ihre Schulden bedienen können, kann es doch so weitergehen. Und nicht vergessen: Wir brauchen nur konstant 5% Wachstum die nächsten 30 [...] mehr...
Was soll das denn nun?????? Da droht uns denn wohl eher die Eroberung und Enteignung (z.B. durch die EU), weil vermutlich fast alle vorher pleite sind. Ich will die Probleme nicht verharmlosen, aber der Vergleich hinkt [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Griechenland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH