Berlin/Frankfurt am Main - Maschinen, Chemieprodukte, Metalle - mit diesen Produkten machen Deutschlands Konzerne in Iran ein Vermögen. Wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, haben Unternehmen wie BASF oder Siemens vor allem diese Güter in die Islamische Republik exportiert. Geschätzter Gesamtwert der Ausfuhren: 3,3 Milliarden Euro.
Im Vergleich zu 2008 gingen die Exporte nach Iran damit um acht Prozent zurück. Der Rückgang ist allerdings vergleichsweise gering: Die gesamten Ausfuhren brachen wegen der weltweiten Wirtschaftskrise mit 19,9 Prozent mehr als doppelt so stark ein.
Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Handelspartner Irans, dessen Regierung wegen ihres harten Vorgehens gegen die Opposition kritisiert wird (siehe Fotostrecke unten). Iran wird zudem verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Führung in Teheran weist dies zurück, lehnt aber internationale Kontrollen ab. Geschäfte mit dem Golfstaat werden deshalb besonders von den USA kritisch gesehen.
Erste Konzerne reagieren auf drohende Sanktionen
Der deutsche Handel mit Iran ist der Kanzlerin zufolge bereits deutlich zurückgegangen. "Ich glaube, Deutschland hat gezeigt, dass das Engagement vieler Firmen schon zurückgefahren wurde", sagte sie. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte am Mittwoch, Wirtschaftssanktionen gegen Iran müssten auf breiter europäischer Ebene angelegt werden.
Nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) müssen deutsche Firmen einkalkulieren, dass die Sanktionen verschärft und ihre Geschäfte beschnitten werden könnten. Die meisten Firmen dürften dies aber verkraften, da Iran für sie kein Kernmarkt ist. Der Anteil am Exportgeschäft des deutschen Maschinenbaus liege beispielsweise unter einem Prozent, sagte Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA-Abteilung Außenwirtschaft. "Die Bedeutung des Iran-Geschäfts ist seit Jahren rückläufig."
Manche Unternehmen kalkulieren mögliche Beschneidungen ihrer Geschäfte bereits vorab in ihre strategische Planung ein - und nutzen die Umstände für Mitteilungen, die das eigene Image aufwerten.
Siemens
etwa kündigte am Dienstag an, keine neuen Aufträge aus Iran mehr anzunehmen. "Schon seit längerem haben wir unsere Geschäftsaktivitäten mit Kunden in Iran reduziert", sagte Firmenchef Peter Löscher.
Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern
Bayer
plant einem Sprecher zufolge dagegen vorerst keine Änderungen der Geschäftspolitik. Bayer ist mit Arzneien, Saatgut und Pflanzenschutzmittel sowie Schaumstoffen in Iran aktiv. Der Anteil am gesamten Konzernumsatz ist aber gering. Auch Chemiebranchenprimus BASF sieht nach Angaben einer Sprecherin momentan keinen Grund, seine Geschäftsaktivitäten einzuschränken oder einzustellen.
ssu/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
schließen sich wohl gegenseitig aus. Wie heisst doch der schicke Spruch ? Wenn wir´s´nicht machen macht´s ein anderer. Also mach wir es. Schließlich gilt seit 2000+ Jahren: pecunia non olet. mehr...
Wenn diese Geschäfte legal waren, dann sollten wir uns über gute Geschäfte mit Iran genauso freuen wie über gute Geschäfte mit jedem anderen Land. Die gelegentlich nach Bedarf zur Schau getragene Moral im Aussenhandelsbereich [...] mehr...
Hat Mutti denn dazu auch schon geschwafelt? Sie macht doch sonst immer so auf Moral;o). MfG. Rainer mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Iran | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH