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28.01.2010
 

Industriesparte unter Druck

Siemens streicht 2000 Jobs wegen Wirtschaftskrise

Siemens-Chef Löscher: Stellenabbau trotz steigender GewinneZur Großansicht
REUTERS

Siemens-Chef Löscher: Stellenabbau trotz steigender Gewinne

Siemens verschärft seinen Sparkurs: Knapp 2000 Arbeitsplätze sollen in Deutschland gestrichen werden, vor allem in der Industriesparte. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden - Betriebsräte bekamen die Pläne jetzt präsentiert, Gewerkschafter protestierten umgehend.

München - Auf der Hauptversammlung am Dienstag hatte Siemens-Chef Peter Löscher einen weiteren Stellenabbau angedeutet - jetzt macht er ernst. Nach dem Abbau von rund 17.000 Jobs vor allem in Vertrieb und Verwaltung sollen jetzt 2000 weitere Arbeitsplätze gestrichen werden, vor allem in der Industriesparte des Technologiekonzerns.

  • Am Standort Neustadt an der Saale sollen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 840 Arbeitsplätze im Bereich Motorentechnik gestrichen werden. 640 Stellen gehen verloren, weil Siemens die Investitionen für die nächste Produktgeneration von Elektromotoren in seinem tschechischen Werk bündeln will. Weitere 200 Jobs sollen wegen der Wirtschaftskrise wegfallen.
  • Im Partnerwerk in Erlangen, das Elektronik für die Motoren zuliefert, können laut Siemens rund 300 Arbeitsplätze wegen der schlechten Konjunktur nicht ausgelastet werden und werden abgebaut.
  • Im Industrieanlagenbau, der Division Industry Solutions, fielen 850 Stellen an mehreren Standorten in ganz Deutschland weg. Grund hierfür sei der nachhaltige Absatzeinbruch im Maschinenbau.

Der Konzern teilte mit, die Stellenstreichungen möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen umsetzen zu wollen.

Die IG Metall protestierte umgehend. "Angesichts des Rekordergebnisses im ersten Quartal 2010 ist es einfallslos und unnötig, mit wenig stichhaltigen Argumenten die Abwicklung ganzer Geschäftsbereiche mit insgesamt rund 2000 Beschäftigten in Deutschland zu planen", teilte die Gewerkschaft mit.

Ins neue Geschäftsjahr 2009/10 war Siemens zwar mit einem überraschend hohen Gewinnsprung gestartet, doch drückte die anhaltende weltweite Nachfrageschwäche auf Auftragseingang und Umsatz des Konzerns. Vor allem im Industriegeschäft kämpft Siemens mit den Folgen der Wirtschaftskrise, deshalb wurden hier schon länger Stellenstreichungen befürchtet. Auch im Energiesektor brachen die Bestellungen und Umsätze im ersten Quartal im Jahresvergleich ein.

ore/dpa/apn/Reuters

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