Tokio/Köln - Toyota
zieht dramatische Konsequenzen aus der Pedal-Panne: Bis zu 1,8 Millionen Autos ruft der japanische Autohersteller in Europa zurück. Acht Modelle seien von dem Rückruf betroffen, teilte das japanische Unternehmen am Freitag mit. Dabei handele es sich um den Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis sowie den RAV4.
Die Halter betroffener Fahrzeuge in Deutschland bekämen in den nächsten Tagen einen Brief des Kraftfahrtbundesamtes, in dem sie über den Rückruf informiert und gebeten würden, eine Toyota-Werkstatt aufzusuchen. Dort werde das Gaspedal repariert oder ausgetauscht.
Zuvor hatte der Konzern bereits 7,65 Millionen Fahrzeuge in den USA und 75.500 in China zurückgerufen, weil Gefahr bestand, dass sich das Gaspedal verklemmt - mit einer unfreiwilligen Vollgasfahrt als Folge(Details zu dem Technik-Problem hat Toyota in einem Infoblatt zusammengefasst). Die weltweite Pannenserie mit klemmenden Gaspedalen könnte für Toyota zum finanziellen Desaster werden: Allein die Ersatzteile könnten weit über 100 Millionen Euro kosten. Experten nannten einen Preis von umgerechnet rund 21 Euro pro Stück für die Pedale. Insgesamt sind von den Rückrufaktion bisher rund fünf Millionen Autos betroffen.
Arbeitskosten sind in den bisherigen Schätzungen noch nicht eingerechnet, das verlorene Kundenvertrauen kann gar nicht erfasst werden. Toyota erklärte unterdessen in einer E-Mail an die US-Beschäftigten, eine Lösung für das Problem sei inzwischen gefunden.
Völlig unklar ist, wie oft das Problem der klemmenden Pedale tatsächlich aufgetreten ist. Der verantwortliche Zulieferer CTS aus den USA spricht von weniger als zwölf Fällen. Die Verbraucherorganisation Safety Research and Strategies dagegen will 2274 Fälle von unbeabsichtigter Beschleunigung bei Toyota-Autos gezählt haben. Bei 275 Unfällen soll es 18 Tote gegeben haben.
Toyota erklärte, dem Unternehmen sei kein Unfall wegen eines Problems mit dem Gaspedal in Europa bekannt. 2009 hat Toyota dort gut 882.350 Autos verkauft, in Deutschland rund 138.000.
Die Konkurrenten Ford
und General Motors greifen Toyota in der jetzigen Schwächephase an: Beide bieten Fahrern der Marke 1000 Dollar, wenn sie jetzt zu ihnen wechseln. Die Toyota-Aktie ist den sechsten Tag in Folge an der Börse gefallen und hat seit Beginn der Krise zehn Prozent an Wert verloren.
Die Pannenserie wird Toyota nach Ansicht von Branchenexperten erhebliche Marktanteile kosten. Es wird erwartet, dass der Anteil des weltweit größten Autoherstellers bei den Verkäufen in den USA auf den niedrigsten Stand seit 2006 fällt.
fro/apn/dpa
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