Düsseldorf - Erst bricht die Nachfrage ein, dann kommt die Pleite: Die schwere Wirtschaftskrise hat im vergangenen Jahr zahlreiche Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftsdatei Creditreform von diesem Mittwoch gingen 2009 in Europa 236.000 Firmen pleite, 26 Prozent mehr als 2008.
Die meisten Firmenzusammenbrüche gab es in Frankreich mit 55.800 Insolvenzen (plus 12,2 Prozent), Deutschland mit 34.300 Insolvenzen (plus 16,0 Prozent) und Großbritannien mit 20.300 Insolvenzen (plus 24,8 Prozent). Europaweit waren 1,7 Millionen Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen.
Prominente deutsche Fälle waren etwa der einst größte deutsche Versandhändler Quelle, der Porzellanhersteller Rosenthal und die Unterwäschefirma Schiesser.
Einen besonders starken Anstieg der Firmeninsolvenzen verzeichneten die mittel- und osteuropäischen Staaten. Die Zahl stieg von 35.400 im Jahr 2008 auf 51.000 im vergangenen Jahr und nahm damit um 44 Prozent zu.
Den stärksten Anstieg in der Zahl der Insolvenzen verzeichnete aber Spanien: Dort gingen 4900 Unternehmen pleite, beinahe doppelt so viele wie 2008. In Irland waren es gut 80 Prozent mehr, in den Niederlanden und in Dänemark immerhin über die Hälfte mehr.
In Westeuropa gingen insgesamt 185.000 Firmen pleite, 22 Prozent mehr als 2008. Hier werde die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr trotz der Konjunkturerholung auf 200.000 bis 210.000 steigen, prognostizierte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch.
Lage verschärft sich durch Forderungsausfälle
"Es gibt derzeit keinen Silberstreif am Horizont", betonte Rödl. Die Finanzierungssituation der Betriebe sei prekär und die Geldbeschaffung schwierig. Die Wirtschaftskrise habe in den Bilanzen der Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen. Durch die schlechte Ertragslage hätten viele Betriebe zudem keine Kapitalrücklagen bilden können. Darüber hinaus verschärfe sich die Lage durch immer mehr Forderungsausfälle. Europäische Firmen müssen im Schnitt fast zwei Monate warten, bis ihre Rechnungen bezahlt werden.
Auch Industriebetriebe kommen in Existenznot. 2009 kam jede neunte insolvente Firma aus dem Verarbeitenden Gewerbe. 2008 war es noch jede zehnte.
In diesem Jahr werden laut Creditreform auch immer mehr Mittelständler in den Sog der Pleitewelle geraten. Kamen 2009 knapp die Hälfte aller Insolvenzfälle aus dem Mittelstand, könnte der Anteil in diesem Jahr auf über 80 Prozent steigen. Ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent reiche nicht aus, um weitere Firmenzusammenbrüche in Europa zu vermeiden. Erst 2011 könnte sich die Lage entspannen, sagte Rödl.
Mehr Verbraucherinsolvenzen
Auch die Verbraucher kamen nicht ungeschoren durch die Krise. In Westeuropa meldeten sich im vergangenen Jahr 361.000 Menschen zahlungsunfähig - 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders düster war die Lage in Frankreich und Großbritannien mit einer Zunahme von jeweils mehr als einem Viertel. Schlusslicht ist dabei Großbritannien: "2009 meldeten drei von 100 erwachsenen Briten ihren wirtschaftlichen Zusammenbruch."
Auch in Deutschland dürfte sich die Lage 2010 mit dem erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit verschärfen. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Verbraucherinsolvenzen mit 127.500 Betroffenen gegenüber 2008 nahezu stabil geblieben. Vor allem das Kurzarbeitergeld habe dazu beigetragen, dass die Entwicklung relativ moderat ausgefallen sei.
Die Lage in Deutschland verschlechtert sich zudem durch die miese Konsumstimmung. Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erwarten für das laufende Jahr keine Erholung. Der private Verbrauch werde 2010 stagnieren, teilten die Konsumforscher am Mittwoch in Nürnberg mit.
Die Angst vor Arbeitslosigkeit verändere das Konsumverhalten der Menschen deutlich. Drohende Arbeitslosigkeit führe zu "Vorsichtssparen".
fro/dpa/AFP/Reuters
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Der Zustand der westlichen Wirtschaftswelt kommt aus dem idiotischen kapitalmarkthörigen Glauben an die Lehren von Friedman und Hajek, der das Denken seit über 30 Jahren beherrscht, und nur die Hälfte des Marktes, nämlich das [...] mehr...
Der Staat soll gefälligst Rahmenbedingungen schaffen, die die nötigen Arbeitsplätze entstehen lassen, damit die Menschen mit produktiver Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen können, dann bedarf es keiner Geldgeschenke! mehr...
Sorry, habe nicht differenziert, ich meinte die mentalen Werte dessen die diese Überschrift des Forums erstellt haben :-)) Dabei liegt doch soviel Schnee jetzt, auch in Hamburg, und die Kraefte vom Spiegel koennten so viel [...] mehr...
"Soll der Staat mit Geldgeschenken den Konsum fördern?" Linke Tasche, rechte Tasche! H. mehr...
Hallo Was die sog Schenkung betrifft .... möchte ich mal folgendes dazu sagen. Es ist nicht in Ordnung ,wenn zB mir die Eltern jetzt schon Ihr zB Anwesen schenken sollen . Unterstellt man mal ich erleide einen tödlichen [...] mehr...
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