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04.02.2010
 

Bilanz 2009

Deutsche Bank überrascht mit Riesengewinn

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Mehr Boni für die InvestmentbankerZur Großansicht
DPA

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Mehr Boni für die Investmentbanker

Die Deutsche Bank verbucht trotz der Krise große Gewinne. Mit einem Plus von fünf Milliarden Euro im Jahr 2009 toppt das Institut die Erwartungen der Analysten. Vorstandschef Ackermann wertet den Erfolg als "klaren Trend zur Erholung der Wirtschaft" - und zahlt seinen Investmentbankern mehr Boni.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Chart zeigenhat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als erwartet. Der deutsche Branchenprimus erwirtschaftete 2009 nach eigenen Angaben einen Gewinn nach Steuern von fünf Milliarden Euro. Im Jahr zuvor war ein Verlust nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro angefallen. Analysten hatten mit einem Gewinn von 4,3 Milliarden Euro gerechnet.

Im vierten Quartal 2009 betrug der Gewinn nach Steuern 1,3 Milliarden Euro. Analysten hatten hier mit 660 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank einen Verlust von 4,8 Milliarden Euro verzeichnet.

Vor dem Hintergrund des guten Ergebnisses sollen die Aktionäre eine höhere Dividende erhalten. Für 2009 sollen 0,75 Euro je Aktie gezahlt werden. Für 2008 waren 0,50 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

"Klarer Trend zur wirtschaftlichen Erholung"

Die Deutsche Bank habe 2009 "bei deutlich vermindertem Risiko und mit kleinerer Bilanzsumme eine beachtliche Profitabilität erzielt", sagte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann. Das gute Ergebnis habe die Bank genutzt, um ihre Eigenkapitalbasis weiter zu stärken.

Ackermann sprach von einem "klaren Trend zur Erholung der Wirtschaft und zur Stabilisierung der Finanzmärkte, auch wenn die Bewältigung der jüngsten Krise noch andauert". Zudem dürften sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Finanzbranche verändern.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung warnte er vor falscher Sicherheit: "Die Erholung ist noch fragil, keinesfalls selbsttragend und mit einer Reihe von Risiken behaftet." Nur die staatlichen Stützungsmaßnahmen im In- und Ausland hätten einen stärkeren Einbruch verhindert.

Aufgrund ihrer Finanzstärke und strategischen Positionierung sei die Deutsche Bank für die Chancen und Herausforderungen 2010 bestens gerüstet. Beim Handel mit Wertpapieren und Devisen rechnet Ackermann zwar nicht damit, dass die hohen Volumina und Gewinnmargen von 2009 wieder erreicht werden. "Aber wir wollen und können dies anderweitig mehr als wettmachen."

Diese Einschätzung macht sich auch bei der Vergütung bemerkbar: Die Deutsche Bank zahlt ihren Investmentbankern dank des boomenden Geschäfts in vielen Bereichen wieder mehr Boni. Der gesamte Personalaufwand stieg 2009 um 18 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. "Die variable Vergütung stieg infolge des verbesserten operativen Ergebnisses", hieß es in dem Bericht zum vergangenen Geschäftsjahr.

Jeder Mitarbeiter verdiente 2009 im Schnitt 147.000 Euro

Gedämpft worden sei der Anstieg aber durch die stärkere Streckung der Bonuszahlungen auf mehrere Jahre, wie sie von der Finanzaufsicht BaFin und den Politikern als Konsequenz aus der Finanzkrise gefordert worden war. Großbritannien will sogar eine Steuer von 50 Prozent auf Boni für die Londoner Banker erheben, um die Investmentbanken an den Kosten für die staatlichen Rettungsaktionen zu beteiligen. Schätzungen zufolge soll die Steuer dem Staat zwei Milliarden Pfund einbringen.

Die Deutsche Bank, die in der britischen Hauptstadt stark vertreten ist, stellt dafür allein für das vierte Quartal 225 Millionen Euro zurück. Vorstandschef Josef Ackermann hatte angekündigt, die Last auf alle Mitarbeiter der Bank umzulegen, um die britischen Investmentbanker nicht zu benachteiligen. Die Credit Suisse kürzt als Konsequenz aus der Steuer den globalen Bonus-Pool um fünf Prozent. Den 400 obersten Managern in London werden die Sonderzahlungen um 30 Prozent gekürzt.

Im Schnitt verdiente jeder der 77.053 Beschäftigten der Deutschen Bank im vergangenen Jahr knapp 147.000 Euro - vom Investmentbanker bis zum Kundenberater. Im Verlustjahr 2008 waren es noch 119.000 Euro. Bei der US-Investmentbank Goldman Sachs lag das Durchschnittsgehalt 2009 bei rund 500.000 Dollar, obwohl die Bank die Boni zum Jahresende gekürzt hatte.

fro/ddp/Reuters

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insgesamt 282 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
06.02.2010 von Celestine: xxx

Richtig. In den Wirtschaftswissenschaften scheinen nur noch Anhänger der marktradikalen Theorien - aka neoliberale - aktiv zu sein. Dem ist jedoch nicht so - ihnen wird lediglich - aus Eigeninteresse und durch gleichgeschaltete [...] mehr...

06.02.2010 von Diomedes: Eine dreiste Täuschung! II

Gewiss, doch schlug die versuchte Opelrettung mit wenigen Milliarden € zu Buche, während man für die größenwahnsinnigen Geldverleiher, die für den ganzen Schlamassel zumindest die Hauptverantwortung, wenn nicht sogar die [...] mehr...

05.02.2010 von madre: ...

Aber der Rettungsversuch eines mehr als maroden Autokonzers oder die Geldverbrennung in einem völlig aberwitzig geführten Versandhändler waren sicherlich notwendig für.....irgendwas. Gibt ja genug Leute, die morgens am [...] mehr...

05.02.2010 von Diomedes: Eine dreiste Täuschung!

Denn zum einen hat man die Bilanzregeln zum Jahresende 2009 geändert und somit verkündet die oberste Niete in Nadelstreifen heute als Gewinn, was nach den alten Regeln ein Verlust wäre, und zum anderen sind diese Gewinne nur dem [...] mehr...

05.02.2010 von bluesman2: Toller Gewinn

Toller Gewinn!Lächerlich wie die Leute wieder einmal von Herr Ackermann und auch SPO veräppelt werden. Kein Wort über 2 Milliarden Euro von der HRE Rettung. Kein Wort über die AIG 10 Milliarden. Ich meine mit 10 -12 Milliarden [...] mehr...

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