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05.02.2010
 

Drohender Domino-Crash

Angst vor Griechenland-Pleite drückt Börsen

Börsianer in Frankfurt: "Derzeit steckt sich alles gegenseitig immer wieder an"Zur Großansicht
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Börsianer in Frankfurt: "Derzeit steckt sich alles gegenseitig immer wieder an"

Die Horrordefizite in Griechenland und Portugal verunsichern die Anleger, auf breiter Front brechen die Aktienkurse ein. Schon fürchten die Börsianer eine neue Krise mit ähnlich dramatischen Folgen wie beim Beinahezusammenbruch des globalen Bankensystems.

Frankfurt am Main - Drohende Staatspleiten in Europa verunsichern die Anleger. Unter den europäischen Börsen musste der Madrider Leitindex Ibex mit minus 3,2 Prozent am Freitagvormittag den größten Verlust hinnehmen. In Lissabon fiel das Börsenbarometer um bis zu 2,7 Prozent. An der Athener Börse brach der Leitindex um bis zu 2,9 Prozent ein.

In Frankfurt fiel der Dax Chart zeigen um bis zu 1,5 Prozent auf 5457 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit November 2009 nicht mehr. Bereits am Donnerstag hatte die Angst vor einem Crash in der Euro-Zone den Leitindex auf ein neues Tief gedrückt.

"Die Anleger fragen sich, wie die Staaten diese hohen Defizite refinanzieren können", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Die Angst bekam auch der Euro zu spüren, der auf 1,3649 Euro einbrach und damit so niedrig wie seit Mai vorigen Jahres nicht mehr notierte. Damit hat die Gemeinschaftswährung binnen drei Tagen rund drei Cent eingebüßt.

Furcht vor dem Flächenbrand

Der Wertverlust des Euro weckt inzwischen ernste Befürchtungen. "Ähnlich wie kürzlich die Finanzmarktkrise könnte sich auch diese Krise zu einem Flächenbrand entwickeln - mit Auswirkungen auf andere Länder, auf Bankensysteme und letztendlich erneut auf die Konjunktur", warnten die Devisenmarktanalysten der Commerzbank. "Doch im Gegensatz zur Bankenrettung letztes Mal gibt es jetzt unter Umständen keine Institution, die stark genug wäre, einzuspringen."

Nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers Chart zeigen im Herbst 2008 hatten die Notenbanken in beispiellosen Aktionen die Märkte mit Liquidität geflutet, um einen noch größeren Konjunktureinbruch zu verhindern. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte am Vortag angekündigt, im März Einzelheiten über den Ausstieg aus dieser Krisenpolitik bekanntzugeben.

Griechenland unter EU-Kontrolle

Vor allem in Griechenlandist die Haushaltslage katastrophal. Die sozialistische Regierung will das Defizit von fast 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent drücken. Die EU-Kommission hatte die griechischen Staatsfinanzen am Mittwoch unter ihre Aufsicht gestellt. Regierungschef Giorgos Papandreou und EU-Währungskommissar Joaquín Almunia hatten diese Woche einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst, Gehaltskürzungen für Beamte und höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie Treibstoffe angekündigt.

Analysten zufolge ist es möglich, dass Griechenland für seine benötigten Anleihen nicht genügend Käufer findet und dann rechtlich ein Zahlungsausfall vorliegen würde. Sollte dann keine Hilfe von den EU-Staaten oder dem IWF kommen und der Wert der Anleihen kollabieren, drohten beispielsweise europäischen Banken massive Abschreibungen, schreiben die Volkswirte der Commerzbank. "Derzeit steckt sich alles gegenseitig immer wieder an, auch wenn niemand wirklich daran glaubt, dass ein Staat in Europa von den anderen Mitgliedern hängengelassen wird", sagte ein Börsianer.

Bange Blicke in die USA

Neben Griechenland kämpft derzeit auch Portugal mit einem gewaltigen Haushaltsdefizit.Die Minderheitsregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Socrates will die Neuverschuldung von 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr bis 2013 wieder auf die vom Stabilitätspakt erlaubten drei Prozent senken.

Mit Sorge blicken die Anleger zudem auf die Entwicklung in den USA. Dort steht am Mittag der Monatsbericht zum Arbeitsmarkt auf dem Programm. Nach Schätzungen von Analysten ist zwar für den Januar mit zusätzlich 5000 Stellen zu rechnen. Allerdings haben sich die Prognosen zumindest im Dezember als völlig falsch erwiesen. Anders als vorausgesagt hatten die Statistiker überraschend einen Stellenabbau verzeichnet. Die Regierung in Washington hat zudem angekündigt, dass die Zahlenreihen vergangener Monate und sogar Jahre revidiert werden müssten.

mik/Reuters/apn/dpa

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Die neuesten Beiträge:
19.05.2011 von Madir: ...

Rein monetär betrachtet ist der Saldo 0! Die Schulden sind genau so hoch wie die Guthaben, den nur Guthaben kommt nur durch Schulden anderer zustande. mehr...

19.05.2011 von donald17: Antwort

Dies Betrachtung ist für die Güter- und Warenproduktion teilweise korrekt. Es wirken allerdings auch zwei Strömungen entgegen. 1. Es entstehen neue Produktionsfelder mit neuen Arbeitsplätzen (z. B. die gesamte IT-Branche, [...] mehr...

18.05.2011 von mot2: Revolverkredite,

äh, revolvierende Kredite. Da gab es mal den Münnemann, der machte das auch. >Ob er schlussendlich zum Revolver griff, weiss ich nicht mehr, aber er war pleite. zum Grusse mehr...

18.05.2011 von donald17: Vielen Dank, für Ihre Mühe.

Ich werde Sie wohl leider nicht in gleichem Umfang erwidern können. Teilen Sie das WeltBIP durch die Anzahl der Menschen. Rund 8.000 $ pro Nase und Jahr. Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten diese Summe zu erhöhen. Weniger Menschen [...] mehr...

18.05.2011 von machiavelli discorsi: .... die Vierte

Zu dem 'Fakt', dass sich in diesen Tagen ein Hartz4-Bezieher gegebenenfalls einen 30 Zoll Flachbildschirm (wird ja immer gern zum Hartz-bashing heran gezogen :-D und beruht leider natürlich auch auf menschenverachtende, [...] mehr...

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Die Maastricht-Kriterien

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Die Teilnahme an der Europäischen Währungsunion ist nach dem Vertrag von Maastricht an fünf Kriterien geknüpft. Sie sollen sicherstellen, dass die Euro-Länder sich wirtschaftlich so angenähert haben, dass sie reif für eine gemeinsame Währung sind:

1. Die Neuverschuldung soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

2. Für die Staatsverschuldung gilt ein Richtwert von 60 Prozent des BIP, den die Länder einhalten oder dem sie sich annähern sollen.

3. Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen.

4. Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

5. Die Währung muß sich mindestens zwei Jahre spannungsfrei und ohne Abwertung im Europäischen Währungssystem bewegt haben.


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