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10.02.2010
 

Folgen der Wirtschaftskrise

Zahl der Firmenpleiten steigt dramatisch

Der letzte Quelle-Katalog: Das Unternehmen meldete 2009 Insolvenz anZur Großansicht
dpa

Der letzte Quelle-Katalog: Das Unternehmen meldete 2009 Insolvenz an

Die Wirtschaftskrise treibt immer mehr Firmen in die Pleite. Experten fürchten, dass in diesem Jahr 40.000 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Auch die Zahl der zahlungsunfähigen Verbraucher steigt.

Wiesbaden - Deutschland steuert auf einen neuen Pleiterekord zu: Im November 2009 meldeten 2539 Unternehmen Insolvenz an, das waren 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Experten erwarten auch in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Pleiten: 2010 könnten nach Einschätzung des Insolvenzverwalter-Verbandes VID so viele Firmen wie nie zuvor den Gang zum Konkursgericht antreten, nämlich 40.000. Erst 2011 sei mit einem Rückgang zu rechnen. "Weil es seit Monaten keine spektakulären Großinsolvenzen mehr gegeben hat, glauben viele, die Insolvenzzahlen gingen bald zurück", sagte VID-Vorsitzender Siegfried Beck. "Das Gegenteil ist der Fall." Es sei sogar mit einer Welle von Folgeinsolvenzen zu rechnen. "Der Mittelstand geht schweren Zeiten entgegen."

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hält 2010 sogar mehr als 40.000 Pleiten für möglich, damit könne der Rekord von 2003 übertroffen werden.

In den ersten elf Monaten 2009 meldeten mit 30.104 Betrieben 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr Insolvenz an. Prominente Fälle waren etwa der einst größte Versandhändler Quelle, der Porzellanhersteller Rosenthal und die Unterwäschefirma Schiesser. Die Gläubiger mussten nach Angaben der Statistiker allein im November um rund drei Milliarden Euro an offenen Forderungen fürchten - das waren 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der Verbrauchersinsolvenzen stieg in den ersten elf Monaten 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 92.446. Auch hier ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt und immer mehr Haushalte ihre Schulden nicht bedienen können. Für 2010 rechnet Creditreform mit einem Anstieg auf 138.000 Verbraucherinsolvenzen. Nachdem weite Teile Westeuropas schon 2009 von einer Pleitewelle erfasst worden seien, rolle diese nun mit einiger Verzögerung auf Deutschland zu.

fro/apn/Reuters

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