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15.02.2010
 

Bis zu 6,5 Prozent mehr

E.on langt bei Strompreisen bald noch kräftiger zu

Strommast in Iserlohn: "Viele neue Anbieter bieten den Strom viel günstiger an"Zur Großansicht
ddp

Strommast in Iserlohn: "Viele neue Anbieter bieten den Strom viel günstiger an"

Erst im vergangenen Jahr erhöhte E.on die Strompreise - nun steht für Millionen von Kunden die nächste Runde an. In Hamburg und Schleswig-Holstein werden bis zu 6,5 Prozent mehr fällig. Der Konzern begründet diesen Schritt mit den höheren Kosten für erneuerbare Energien und erhöhten Netzentgelten.

München - Schlechte Nachrichten für Millionen von E.on-Kunden: Sie müssen ab Mai in Deutschland mehr für ihren Strom bezahlen. Der Versorger will die Preise im Schnitt um 4,2 Prozent erhöhen. E.on begründete die Steigerungen mit den höheren Kosten für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und den erhöhten Netzentgelten. E.on hatte zuletzt vor rund einem Jahr die Preise angehoben.

Die Belastungen der neuen Preisrunde fallen nach Angaben des Konzerns unterschiedlich aus. So müssen die Privatkunden von E.on Hanse in Hamburg und Schleswig-Holstein rund 6,5 Prozent mehr zahlen, die Kunden der Regionalgesellschaft Edis in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie von E.on in Thüringen sollen hingegen von Preiserhöhungen verschont bleiben. Ein Sprecher begründete die regionalen Unterschiede damit, dass es etwa verschiedene Entgelte für die Stromnetze in Deutschland gebe und die Belastungen für die Einspeisung von Ökostrom verschieden seien.

Das Verbraucherportal Verivox rechnet damit, dass rund vier Millionen E.on-Kunden tiefer in die Tasche greifen müssen. E.on selbst wollte keine genaue Kundenzahl nennen. Keine Preiserhöhung plant das Unternehmen bei seiner Billigstromgesellschaft "E wie einfach".

Nach Verivox-Berechnungen haben mit E.on nun bereits 255 Grundversorger Preiserhöhungen für dieses Jahres angekündigt. 173 Unternehmen erhöhten bereits zum Jahreswechsel ihre Entgelte, darunter auch die beiden Konzerne EnBW und Vattenfall. Die Preissteigerungen im Januar beziffert Verivox im Schnitt auf 6,2 Prozent. E.on hatte zum Jahreswechsel versprochen, die Preise bis Ende April konstant zu halten, Konkurrent RWE will bis Mitte des Jahres keine Erhöhungen vornehmen.

Die Verivox-Experten empfehlen den Stromkunden, genau zu vergleichen und zu prüfen, ob ein Wechsel des Anbieters für sie sinnvoll ist. "Der Wettbewerb nimmt zu", sagte eine Sprecherin. So könnten viele neue Anbieter etwa derzeit den Strom viel günstiger anbieten, weil sie von den gesunkenen Preisen an der Strombörse profitierten.

Dagegen haben die großen Versorger ihren Haushaltsstrom in der Regel schon lange im Voraus gekauft. In die neuerliche Stromtariferhöhung fielen etwa noch die deutlich höheren Einkaufspreise vom Sommer 2008, sagte der E.on-Sprecher. "Es wäre unverantwortlich, den Strom für Privatkunden am kurzfristigen Spotmarkt einzukaufen, weil dieser großen Schwankungen unterworfen ist", sagte er. Der Sprecher wollte sich aber nicht darauf festlegen, ob in den nächsten Jahren die Strompreise sinken werden. "Das hängt von vielen Faktoren ab." Er verwies darauf, dass die Bundesregierung noch an einem Energiekonzept arbeitet. Welche Belastungen oder Entlastungen es beinhalten werde, sei noch völlig unklar.

Entwicklung der Strompreise 2010

Berlin

Strompreise 2010 - Berlin
Bundesland Grund-
versorger
Änderungs-
datum
Preis vor Änderung Preis nach Änderung Differenz Prozent
Berlin Vattenfall Europe Sales GmbH 01.01.2010 828 € 880 € 52 € 6,3%
Quelle: toptarif.de
Stand: 15. Dezember 2009
Angaben für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch mit Drehstromzähler.
Grundlage der Berechnung sind die jeweils ausgewiesenen Grundversorgungstarife der einzelnen Versorger.
Alle Angaben sind brutto und gerundet.

Baden-Würtemberg

Bayern

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

fro/dpa-AFX

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