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28.02.2010
 

Exotische Meerestiere

Großgarnelen made in Niedersachsen

Aus Affinghausen berichtet Daniela Schröder

Die Deutschen essen immer mehr Garnelen - zumeist Importware aus Asien und Lateinamerika. Ein Bauer aus der niedersächsischen Provinz will nun den Markt für sich erobern: In einem 900-Einwohner-Dorf baut er eine gigantische Zuchtanlage auf.


Eigentlich könnte Bauer Heinrich Schäfer beim Tierefüttern eine Badehose tragen. Im Stall ist es schwül-warm, die Luft ist drückend und feucht. Es dauert nicht einmal fünf Minuten - und Schäfer hat das dünne Karohemd durchgeschwitzt. Seine zigtausend Tiere aber lieben und brauchen das Treibhaus-Klima, ohne die Wärme würden sie nicht überleben.

Schweine und Kühe sind auf dem Hof in der Nähe von Bremen Vergangenheit. Bauer Schäfer sieht die Zukunft im Wasser: Als erster Landwirt in Deutschland züchtet er tropische Großgarnelen.

Und das im großen Stil. In Schäfers ehemaliger Traktorenhalle wachsen mehr als 170.000 graue Tierchen zur Erntereife heran. Vergangenen November hat er sie als winzige Larven in die Wasserbecken gesetzt, kurz vor Ostern will Schäfer mit dem Verkauf ab Hof frischer Riesengarnelen starten. "Dann dürften unsere Weißen Tiger gut 20 Zentimeter lang sein", sagt er. "Wiegen wird so ein Bursche etwa 25 Gramm."

Die Garnelen im deutschen Handel stammen meist aus Zuchtfarmen in Asien oder Lateinamerika, einige solcher Aquakulturen gibt es auch in südeuropäischen Ländern. Dass es die pazifische "White Tiger"-Garnele nun in das 900 Einwohner-Dorf Affinghausen verschlagen hat, liegt an einer Biogasanlage. Aus dem Mais, den Schäfer anbaut, gewinnt die Anlage Strom. Aber als Abfallprodukt erzeugt sie auch Wärme. Fernwärmeleitungen zu verlegen, hätte zu viel Geld gekostet, sagt Schäfer. Die Abwärme ungenutzt verpuffen zu lassen, empfand er jedoch als Verschwendung.

Die Garnele wird immer beliebter

Auf die Idee mit den wärmebedürftigen Meerestieren kamen der Landwirt und seine Familie eines Abends vor dem Fernseher. "Wir guckten eine von diesen Kochsendungen", erzählt Schäfer. Dabei sei ihnen aufgefallen, dass bei den Fischgerichten der Fernsehköche ständig Garnelen im Spiel sind. Rund 200 Tonnen davon landen täglich tiefgekühlt in Deutschland. Die Garnele wird immer beliebter, überlegten sich die Schäfers, doch weil es hierzulande zu kalt ist, gibt es sie nur als Importware. Wir dagegen haben jede Menge Wärme, und wir brauchen ein weiteres Standbein.

"Wenn man heute als Landwirt bestehen will, dann muss man sich was einfallen lassen", sagt Schäfer. Mit dem Einfahren der Ernte für andere Höfe verdiente der 60-Jährige zuletzt sein Geld, dann investierte er in die Biogasanlage. In der niedersächsischen Provinz eine Garnelenzucht aufziehen zu wollen, erwies sich jedoch als Expedition ins Unbekannte.

Nicht nur für die Schäfers. "Ob Baubehörde oder Veterinäramt, anfangs wusste niemand, ob man unsere Garnelenfarm überhaupt genehmigen darf", sagt Schäfer. Und die Banker hätten lange nur die Köpfe geschüttelt. Exotische Meerestiere aus Niedersachsen - für so eine Spinnerei wollten sie keinen Kredit geben.

Daher dauerte es von der Idee bis zum Einsetzen der ersten Larven zweieinhalb Jahre. Als es endlich einen Kredit gab, engagierte Schäfer für die Planung der Anlage ein Bremer Ingenieurbüro für Umwelttechnik. Bereits seit 2003 arbeitet die Firma Polyplan an Konzepten für Garnelen-Aquakulturen. Die Profi-Zucht in Affinghausen gilt nun als Härtetest. Sollte sich das für Bauer Schäfer entwickelte Konzept entgegen aller Berechnungen doch nicht rentieren, dann dürfte es mit der Garnelenzucht in Deutschland vermutlich gar nicht klappen. Sagen zumindest die Konstrukteure.

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Könntest ja heute nochmal nachrechnen. Für mich hat ne Tonne 1000kg. mehr...

01.03.2010 von semper fi: -

Noch besser ist essen ;-) Leider habe ich keine Fischgelegenheit. mehr...

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Krabben fischt man besser, als sie zu züchten.. mehr...

01.03.2010 von Celegorm: ...

Da müsste man wohl den Einzelfall betrachten, aber allgemein betrachtet dürfte da Aquakultur grösstenteils wirtschaftlich völlig unrentabel sein. Entweder weil die Wildbestände ausreichende und billige Fänge zulassen oder im [...] mehr...

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18 Tonnen multipliziert mit 1,000 ergbit 18,000 Kilogramm. 18,000 Kilogramm multipliziert mit 20€ ergibt 360,000€. Oder? mehr...

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