Brüssel - Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen die geplante Zusammenarbeit des Software-Riesen Microsoft
mit dem Internetkonzern Yahoo
bei der Online-Suche. Microsoft dürfe die Internetsuche und Suchmaschinenanzeigen von Yahoo übernehmen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit.
Der Kauf der Geschäftsbereiche Internetsuche und Suchmaschinenanzeigen von Yahoo werde den Wettbewerb in der Region nicht wesentlich behindern, da der Konkurrent Google den Markt beherrsche, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit.
Im europäischen Wirtschaftsraum seien Microsoft und Yahoo in der Internetsuche und in der Suchmaschinenwerbung mit gemeinsamen Marktanteilen von weniger als zehn Prozent nur schwach vertreten, Google dagegen habe Marktanteile von mehr als 90 Prozent. "In der Sparte Internetsuche und Suchmaschinenwerbung wird der Zusammenschluss den Wettbewerb beleben, weil Microsoft dadurch gegenüber dem Marktführer Google an Gewicht gewinnt", hieß es von Seiten der Kartellwächter.
Vertrag über zehn Jahre
Der Software-Konzern und der Portalbetreiber hatten sich im Juli 2009 auf eine Kooperation im Bereich der Online-Suche geeinigt, um dem übermächtigen Gegner Google auf dem lukrativen Markt für Werbung Paroli zu bieten. Die beiden Unternehmen wollen dabei die Technologie von Microsoft, das vor allem Computersoftware herstellt, mit der Verkaufsmacht von Yahoo verknüpfen.
Durch die Vereinbarung zwischen Microsoft und Yahoo erwirbt der Softwarekonzern eine auf zehn Jahre befristete ausschließliche Lizenz für die Suchtechnologien von Yahoo. Der US-Internetkonzern wird für seine Internetsuche und Online-Suchanzeigen fortan nur noch die Suchtechnik von Microsoft verwenden.
Im Gegenzug wird Microsoft zwölf Prozent der Sucheinnahmen behalten, die in den ersten fünf Vertragsjahren über die Websites von Yahoo und deren Partnern erzielt werden, und 88 Prozent als sogenannte "Traffic Acquisition Costs" an Yahoo zahlen.
Ob die Attacke auf Google gelingt, ist fraglich. Doch die beiden Kooperationspartner gehen gestärkt in den Kampf: Microsoft hatte zuletzt einen Rekordumsatz erzielt. Und auch Yahoo hat sich inzwischen erfolgreich gesundgeschrumpft.
böl/ddp/Dow Jones/dpa-AFX/AFP
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