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22.02.2010
 

Viertes Quartal 2009

Commerzbank verbucht Milliardenverlust

Commerzbank: Milliardenverluste im Jahr 2009Zur Großansicht
dpa

Commerzbank: Milliardenverluste im Jahr 2009

Die Zahlen sind noch schlechter als erwartet: Die Commerzbank weist im vierten Quartal 2009 ein Minus von 1,6 Milliarden auf - und enttäuscht damit die Analysten. Hohe Abschreibungen haben die Bilanz verhagelt.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank hat im vierten Quartal 2009 einen Milliardenverlust verbucht. Das operative Ergebnis weise ein Minus von 1,6 Milliarden Euro auf, teilte der Geldkonzern am Montagabend mit.

Damit steht das Unternehmen, an dem der Bund mit rund einem Viertel beteiligt ist, schlechter da, als Analysten erwartet hatten. Experten hatten lediglich mit einem Minus von rund einer Milliarde Euro gerechnet.

Im dritten Quartal hatte die Bank noch einen operativen Gewinn von 122 Millionen Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2009 lag der operative Verlust damit bei mehr als 2,2 Milliarden Euro. Die Aktie der Commerzbank büßte im Parketthandel am Abend einen Teil ihrer Kursgewinne ein und schloss bei 5,93 Euro.

Hohe Kosten für Konzernumbau

Die Commerzbank kämpft damit weiter mit den Folgen der Finanzkrise. Wegen der Kosten für den Konzernumbau nach dem Kauf der Dresdner Bank dürfte der Nettoverlust im vergangenen Jahr nun wohl bei mehr als vier Milliarden Euro gelegen haben. Demgegenüber hat der Wettbewerber Deutsche Bank Chart zeigen 2009 unter dem Strich schon wieder fünf Milliarden Euro verdient.

Der Staat hat der Commerzbank inzwischen mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro ausgeholfen. Die Hilfe will die Bank dann zurückzahlen, wenn sie wieder Gewinne schreibt. Das soll spätestens 2012 der Fall sein.

Grund für das unerwartet hohe Minus im vierten Quartal sind nach Angaben des Unternehmens Abschreibungen auf das Engagement bei Anleiheversicherungen (Monoliner) in den USA. Dies habe zu einem negativen Handelsergebnis von 561 Millionen Euro geführt. Das operative Ergebnis litt entsprechend. Vor weiteren Risiken in dem milliardenschweren Portfolio hatte Vorstandschef Martin Blessing bereits im Sommer gewarnt.

Die Monoliner liegen bei der Commerzbank bereits in der Portfolio Restructuring Unit, einer Art interner "Bad Bank". Außerdem habe die Bank die Risiken im Handelsbuch weiter reduziert, was zu Abschreibungen geführt habe, hieß es in der Mitteilung.

Schwierigkeiten in der Ukraine

Abschreibungen hatten Analysten auch auf den Firmenwert der ukrainischen Tochter Bank Forum erwartet, die Vorstand Andre Carls bereits im September als "größte Herausforderung" für die Commerzbank in Osteuropa bezeichnet hatte. Einem Vorabbericht des "Handelsblatts" zufolge will sie die Bank Forum zweieinhalb Jahre nach ihrem Einstieg ganz übernehmen.

Grund sei die Unsicherheit über weiteren Abschreibungsbedarf, die die Zufuhr frischen Kapitals nötig machen könnte. Außerdem werde die Bank durch Unstimmigkeiten mit den Mitaktionären, darunter der Gründerfamilie, blockiert.

In Finanzkreisen hieß es, in der Ukraine liefen Gespräche, wie die Commerzbank die Bank Forum stärker unter ihre Kontrolle bringen könne. Ihr gehören 60 Prozent an dem Institut, für die sie 435 Millionen Euro bezahlt hatte. Die Commerzbank wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

lgr/ddp/dpa-AFX/APN

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24.02.2010 von Tobias Seifart: reiner Populismus...

Wer soetwas behauptet, der hat ganz und garnichts von dem verstanden, was ursächlich für die sog. "Krise" ist. Die Deutsche Post, privatwirtschaftlich organisiert und in keinem Fall "Arm des Staates", war [...] mehr...

23.02.2010 von Schnurz321: Stimmt nicht

Selbstverständlich hat auch die Deutsche Bank Staatsgelder erhalten. Allerdings indirekt - sowohl von US- als auch von deutscher Seite. mehr...

23.02.2010 von rabenkrähe: Die legen ihre Miesen nur offen...

.... Im Investmentbanking ist die Commerzbank aktiv wie eh und je. Der Dreh ist doch ein anderer: Während die Banken ohne staatliche Beteiligung ihre Bilanzen schönen, legen die Banken mit staatlicher Beteiligung die [...] mehr...

23.02.2010 von nuschelsud: Aber die Investmentbanker kassieren ihre Boni

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,608416,00.html Was für eine perverse Gesellschaft! mehr...

23.02.2010 von tito: Hmmm

Ist das nicht die Bank, die wegen der Bundesbeteiligung die Vorstandsgehälter begrenzt hat und keine Boni zahlt? Nein - nicht dass da ein Zusammenhang mit den Gewinnen/Verlusten besteht. Das sicher nicht. Es sind nämlich die [...] mehr...

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Neue Boni-Regeln bei der Commerzbank

In dem neuen Vergütungssystem, das die Commerzbank 2010 einführt, bekommen Mitarbeiter der ersten und der zweiten Führungsebene einen Teil ihrer variablen Bezüge erst nach drei Jahren ausbezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt dann von der mittelfristigen Entwicklung des Aktienkurses ab. Ansprüche können auch komplett verfallen, etwa wenn zu hohe Risiken eingegangen wurden.

In den kapitalmarktnahen Bereichen wie dem Investmentbanking ist der variable Anteil der Gesamtvergütung höher als in den anderen Geschäftsfeldern. Er wird dort deshalb zu zwei Dritteln mit zeitlicher Verzögerung ausbezahlt. Ein Drittel wird dabei vorübergehend in eine sogenannte Bonus-Bank einbezahlt. Die dort gelagerten Beträge gehen nach einem bestimmten Rechenmodell verloren, wenn übermäßige Risiken eingegangen wurden und die Ergebnisse schlecht sind.

Das neue Vergütungsmodell für die Vorstände dürfte sich an ähnlichen Kriterien orientieren.





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