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23.02.2010
 

Jahresbilanz

Commerzbank ächzt unter Milliardenverlust

Commerzbank-Schriftzug in Frankfurt: "Die Krise ist noch nicht vorüber"Zur Großansicht
ddp

Commerzbank-Schriftzug in Frankfurt: "Die Krise ist noch nicht vorüber"

Die Commerzbank hat auch 2009 tiefrote Zahlen geschrieben: Nach einem schwachen Schlussquartal beläuft sich der Verlust auf 4,5 Milliarden Euro. Die staatlich gestützte Bank hofft dennoch auf den Umschwung im laufenden Jahr.

Frankfurt am Main - Die teilverstaatlichte Commerzbank Chart zeigen steckt weiterhin tief in der Krise. Der Kauf der Dresdner Bank, Kreditausfälle und weitere Abschreibungen auf toxische Wertpapiere brockten dem zweitgrößten deutschen Institut 2009 einen Verlust von 4,5 Milliarden Euro ein. Auch im operativen Geschäft standen tiefrote Zahlen, während andere Häuser wie die Deutsche Bank schon wieder Milliardengewinne schrieben.

"Die Krise ist noch nicht vorüber", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing. Er sprach von einem unerfreulichen Ergebnis. 2010 habe im operativen Geschäft zwar erfreulich begonnen. Unter dem Strich erwartet er im laufenden Jahr aber nur bei "sehr positiver" Entwicklung der Konjunktur und der Finanzmärkte ein positives Ergebnis. "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen", räumte Blessing ein.

Ein Jahr zuvor hatte die Bank bereits 6,5 Milliarden Euro verloren - vor allem wegen hoher Abschreibungen auf Risikopapiere. 2009 fiel allein im vierten Quartal nochmals ein Verlust von fast zwei Milliarden Euro an - mehr als doppelt so viel wie im Vergleichsquartal des Vorjahres. Das früher als geplant vorgelegte Ergebnis war damit deutlich schlechter als von Analysten erwartet. zum Börsenstart geriet die Commerzbank-Aktie daher unter Druck. Während der Dax mit Gewinnen startete, rutschten Commerzbank um 2,1 Prozent ab.

Die Integration der Anfang 2009 übernommenen Dresdner Bank kostete das Institut im vergangenen Jahr 1,9 Milliarden Euro. Die Belastungen aus der Finanzkrise summierten sich auf 5,3 Milliarden Euro, davon 4,2 Milliarden Euro an Risikovorsorge.

Drastische Schrumpfkur

Die Commerzbank hatte die Übernahme der Dresdner Bank nur mit Milliardenhilfen des Bundes stemmen können, der dafür mit gut 25 Prozent bei dem Institut eingestiegen ist. Auf Druck der EU-Kommission, die die Hilfen absegnete, muss sich das Institut einer drastischen Schrumpfkur unterziehen. Dazu gehört etwa der Verlauf der Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo und der Abbau weiterer Risiken - was wiederum zu Lasten der Rentabilität gehen dürfte.

Die Schrumpfkur schaffte das Geldhaus 2009 überraschend schnell: Die Bank reduzierte die Bilanzsumme um knapp 20 Prozent auf 844 Milliarden Euro. Ursprünglich wollte sie erst 2012 auf diesem Niveau sein. Angesichts einiger Krisenfälle im Kreditportfolio der Commerzbank befürchten viele Analysten im laufenden Jahr weitere Milliardenbelastungen - wegen steigender Arbeitslosigkeit und zunehmenden Insolvenzen.

Der Vorstand erwartet für 2010 indes eine sinkende Risikovorsorge. Angepeilt wird das Niveau von 2008 mit damals 3,6 Milliarden Euro. "2010 werden wir im kundennahen Geschäft den Umschwung erreichen", betonte Blessing. Die Kernbank mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstand, Osteuropa und Investmentbanking schreibe in diesem Jahr operativ wieder schwarze Zahlen, gab er sich zuversichtlich. Besonders die Investmentbank litt 2009 noch massiv unter Abschreibungen und dem Abbau von Risikobeständen.

phw/Reuters

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Neue Boni-Regeln bei der Commerzbank

In dem neuen Vergütungssystem, das die Commerzbank 2010 einführt, bekommen Mitarbeiter der ersten und der zweiten Führungsebene einen Teil ihrer variablen Bezüge erst nach drei Jahren ausbezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt dann von der mittelfristigen Entwicklung des Aktienkurses ab. Ansprüche können auch komplett verfallen, etwa wenn zu hohe Risiken eingegangen wurden.

In den kapitalmarktnahen Bereichen wie dem Investmentbanking ist der variable Anteil der Gesamtvergütung höher als in den anderen Geschäftsfeldern. Er wird dort deshalb zu zwei Dritteln mit zeitlicher Verzögerung ausbezahlt. Ein Drittel wird dabei vorübergehend in eine sogenannte Bonus-Bank einbezahlt. Die dort gelagerten Beträge gehen nach einem bestimmten Rechenmodell verloren, wenn übermäßige Risiken eingegangen wurden und die Ergebnisse schlecht sind.

Das neue Vergütungsmodell für die Vorstände dürfte sich an ähnlichen Kriterien orientieren.





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